Tipps für die Anschaffung eines Firmenwagens

Mit der Unternehmensgründung stellt sich je nach Gewerbe die Frage, ob und was für ein Firmenwagen angeschafft werden soll. Dabei geht es nicht nur darum, ob die Fahrzeuge gekauft oder geleast werden sollen, ob man sich für einen Neu- oder einen Gebrauchten entscheidet. Eine Rolle spielt auch das Image, das man dem Kunden vermitteln möchte.

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Der Einsatzzweck bestimmt die Modellwahl

Je nach Gewerbeart entscheidet zunächst der Einsatzzweck darüber, welches Fahrzeug angeschafft wird: Ein Handwerksbetrieb benötigt einen Transporter, eine Versicherung wird mit einem normalen Pkw vorfahren. Die beste Wahl sind oft Modelle der oberen Mittelklasse, also solche, die sich der Kunde ebenfalls leisten könnte. Ausnahmen gelten natürlich für Unternehmen, deren Geschäftskunden im gehobenen Segment operieren. Hier dürfen es durchaus exklusivere Fahrzeuge sein. Auf Portalen wie Autoscout24.de können Unternehmensgründer nach geeigneten Fahrzeugtypen suchen. 

Ist dieses Entscheidung getroffen, können Existenzgründer die Frage klären, ob der Firmenwagen gekauft oder geleast werden soll. 

Einen Firmenwagen kaufen

Durch den Kauf eines Autos lässt sich eher ein guter Rabatt aushandeln, jedoch wirkt sich die Investition unmittelbar auf die Liquidität aus. Zudem verschlechtert sich bei einer Finanzierung über einen Kredit die Eigenkapitalquote. Die abzugsfähigen Betriebsausgaben bei dieser Variante sind:

  • Abschreibungen nach AfA-Tabelle – mit angenommener Nutzung von 6 Jahren
  • laufende Betriebskosten wie Reparaturen und Treibstoff sowie
  • eventuelle Zinsbelastungen durch einen Kredit.

Bei einem Kauf sollten auch Gebrauchtwagen in Erwägung gezogen werden. Diese haben geringere Anschaffungskosten, niedrigere laufende Kosten und einen größeren geldwerten Vorteil. Wer hier ein gutes Angebot sucht, sollte bei Händlern vor Ort mal nach Leasingrückläufern fragen. Bank- und Leasingrückläufer sind oft in einem guten technischen Zustand, da  während der Leasinglaufzeit meist Serviceverträge bestehen. Eine weitere Möglichkeit bieten Insolvenzversteigerungen.

Die Alternative: Firmenwagen-Leasing

Wenn ein Wagen geleast wird, liegt der Vorteil ganz klar in der wesentlich geringeren direkten Belastung der Liquidität, da monatlich überschaubare Raten gezahlt werden müssen. Durch die Raten steigen allerdings die monatlichen Gesamtfixkosten. Bei der Leasingvariante sind die abzugsfähigen Betriebsausgaben folgende: Die schon genannten laufenden Betriebskosten für den Wagen und die Leasingraten plus eventuelle Leasingsonderzahlungen. Bei der Entscheidung für die Leasingvariante sollten noch einige Punkte bedacht werden:

  • Wie hoch ist die Differenz des Gesamtbetrages zwischen Kaufen und Leasen?
  • Wie hoch ist der Restwert des Fahrzeugs nach Auslaufen des Vertrages?
  • Zu welchen Konditionen ist eine vorzeitige Beendigung möglich?
  • Ist es möglich, den Wagen im Anschluss zu erwerben oder ist dies sogar Teil des Vertrages?
  • Ist eine Verlängerung des Vertrages möglich und wie hoch ist die effektive Rate?
  • Wie hoch ist eine mögliche Leasingsonderzahlung?

Weitere Informationen zum Kfz-Leasing hat das Gründerlexikon schon in einem früheren Artikel veröffentlicht.

Wie sieht es mit Betriebsausgaben und Abschreibungen aus?

Der Anschaffungspreis eines Fahrzeugs - egal ob neu oder gebraucht - kann nicht  sofort als Betriebsausgabe geltend gemacht werden. Der Wagen wird über einen bestimmten Zeitraum abgeschrieben und der Abschreibungsbetrag wird als Betriebsausgabe geltend gemacht. BAm Jahresende müssen diese Kosten allerdings um einen privaten Nutzungsanteil korrigiert werden. Das Finanzamt geht in der Regel davon aus, dass der Unternehmer diesen betrieblichen Pkw auch privat nutzt.  Wenn ein Firmenwagen nur zu 10 - 50 % betrieblich gefahren wird, muss ein exaktes Fahrtenbuch geführt werden, das die Grundlage für die Zurechnung zu den Betriebskosten bildet. Das Fahrtenbuch muss lückenlos und mit bestimmten Angaben geführt werden. Wird der Wagen zu mehr als 50 % beruflich genutzt, zählt er komplett zum Betriebsvermögen, kann also zu 100 % geltend gemacht werden. Private Fahrten werden hierbei über die sogenannte 1%-Regelung abgewickelt.



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