Persönliche Probleme

Als Grund, warum gerade junge Unternehmen oft scheitern, kommen vielfältige Faktoren in Betracht. Wie wir bereits in den letzten Teilen unserer Serie erfahren haben, können Faktoren auf den Absatzmärkten, Probleme im Gründungsteam, finanzielle Probleme und fehlerhafte unternehmerische Entscheidung zur Unternehmensschließung führen. Ein weiterer Punkt, der mit ausschlaggebend sein kann, wenngleich er nur selten alleine für die Schließung verantwortlich ist, sind die persönlichen Probleme der Gründer.

Bild: luxstorm / pixabay.com

Stress und Überlastung

Gerade zu Beginn einer selbstständigen Tätigkeit fordert diese allen Elan vom Gründer. Dabei kommen nicht selten 80 bis 100 Stunden Wochen zustande. Auch bleiben viele andere Dinge einfach auf der Strecke, wie Freizeit, Hobbys, Familie oder der Partner. Schnell kann es hierdurch zu stressigen Zeiten innerhalb der Familie kommen, die den Jungunternehmer noch zusätzlich belasten.

Aus diesem Grund zeigt sich, wie wichtig es ist, sich schon vor der Gründung mit der Familie auseinander zu setzen und klarzustellen, ob diese hinter dem Gründer steht oder nicht. Wird nur eine halbherzige Unterstützung geboten, sind persönliche Probleme unvermeidbar. Aber es gibt auch einen Lichtblick: Läuft das Unternehmen erst einmal, können die Arbeitszeiten wieder heruntergeschraubt werden, wenngleich ein Unternehmer kaum eine 40-Stunden-Woche erhalten wird.

Zu geringe finanzielle Entlohnung

Ein weiterer Grund, der mit ausschlaggebend für die Schließung junger Unternehmen sein kann, ist ein zu geringer Unternehmerlohn. Dieser rührt häufig von falschen Kalkulationen her, so dass die Gewinne zu niedrig ausfallen. Allerdings scheiden sich an diesem Punkt die Geister. Befragt man beispielsweise Insolvenzverwalter erhält man völlig andere Antworten, als wenn Unternehmensberater gefragt werden.

Die Insolvenzverwalter geben an, bei den von ihnen betreuten Unternehmen massive Entnahmen aus dem Geschäftsbetrieb beobachtet zu haben. So musste ein schickes, aber teures Auto als Firmenwagen her, die jungen Unternehmer lebten in Saus und Braus, weil sich das als Unternehmer ja nun einmal so gehört. Dabei wären die Entnahmen oftmals nicht erwirtschaftet worden und man habe keine Unterschiede zwischen den erwirtschafteten Einnahmen und der Inanspruchnahme bestehender Kreditlinien gemacht.

Die Unternehmensberater zeichnen hingegen ein völlig anderes Bild von den von ihnen betreuten Unternehmen. Laut ihnen heißt es, dass viele Unternehmer soweit gingen, bis zur Selbstaufgabe zu arbeiten. Sie lebten am Existenzminimum, und zwar solange, bis es gar nicht mehr ginge. Eine genaue Aussage, welche der beiden Varianten tatsächlich als wahr zu erachten ist, kann somit kaum getroffen werden.

Weitere persönliche Gründe

Deutlich seltener kamen auch andere persönliche Gründe zur Unternehmensaufgabe hinzu. Hierzu zählten vor allem

  • die persönliche Haftung des Gründers
  • familiäre und gesundheitliche Probleme
  • eine zu geringe Risikobereitschaft oder
  • Probleme bei der Unternehmensnachfolge.

Lesen Sie im nächsten Teil, wie Sie dem Scheitern junger Unternehmen entgegen wirken können.

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