Mut zum Risiko: Deutschlands wichtigste Venture Capitalists

Wenn eine Investition die Bezeichnung Wagnis verdient, weil im schlimmsten Fall der Totalverlust droht, dann ist dies ein Fall für eine besondere Klasse von Kapitalbeteiligungsgesellschaften: den Venture Capitalists. Vor allem junge Unternehmen, denen die für eine Kreditfinanzierung nötigen Sicherheiten fehlen, sind auf dieses Risikokapital angewiesen.

Bild: BVK

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Chart: Jährliche Investitionen (Branchenstatistik) seit 1990

Das Chart zeigt die jährlichen Investitionen der in Deutschland ansässigen Beteiligungsgesellschaften (Branchenstatistik) seit 1990. Investitionen von im Ausland ansässigen Gesellschaften wurden nicht berücksichtigt. Daten unterliegen fortlaufender Aktualisierung und können von früheren Auswertungen abweichen. Datenstand: Februar 2013

2012 flossen 5,8 Milliarden Euro Wagniskapital in rund 1.200 deutsche Unternehmen, davon 521 Millionen Euro in Start-ups. Die Kapitalgeber sahen sich immerhin 41.500 Anfragen finanzbedürftiger Firmen gegenüber – so die Statistik des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK). Die Erfolgsquote, einen Venture Capitalist für das eigene Projekt zu interessieren, lag also bei gerade 3 Prozent. Daneben verdeutlichen die Zahlen auch einen Rückgang bei der Finanzierung von Start-ups um knapp ein Drittel gegenüber dem Vorjahr. Dies zeigt, dass auch Kapitalgeber, die vom Risiko profitieren, einen kühlen Kopf bewahren und sich Gründer mit Pitch, Präsentation und Businessplan zunehmend anstrengen müssen.

Den richtigen Kapitalgeber finden

Viele der deutschen Venture Capitalists sind in der BVK organisiert, daneben gibt es noch mehrere Dutzend weiterer maßgeblicher Gesellschaften im Land. Insgesamt, so die aktuelle Schätzung, richten sich die Hoffnungen deutscher Unternehmen mit Risikokapitalbedarf auf rund 230 Kapitalgeber. Es ist schwer, in dem sehr dynamischen Markt ein verbindliches Ranking aufzulisten. Es wird eher nach Fokus als nach Volumen differenziert.

Dies sind einige der gefragtesten deutschen Venture Capitalists:

  • Die auf technologieorientierte Start-ups spezialisierte Gesellschaft Earlybird aus Berlin hat bisher über 70 Investments getätigt. Gegenwärtig befinden sich in ihrem Portfolio über 20 Unternehmen, die – so der Fokus des Investors – durch schnelles Wachstum und starke Gründerpersönlichkeiten charakterisiert sind. In der ersten Finanzierungsrunde fließen Beträge bis zu fünf Millionen Euro.
     
  • Die in München ansässigen Target Partners setzen die Finanzspritze bereits in einer sehr frühen Phase der Unternehmensentwicklung eines Start-ups. Sie sind auf die Branchen Internet, Informations- und Datenverarbeitung, Medizintechnik, Medien und Nanotechnologie fokussiert. Zumeist handelt es sich um Beteiligungen ab zwei bis drei Millionen Euro.
     
  • Mit der mic AG und der Alstin GmbH operieren unter dem Dach der Maschmeyer Group gleich zwei Beteiligungsgesellschaften, die auch als Venture Capitalists auftreten. Ihre Schwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Internet und Medizintechnik. Auch hier bewegen sich die Investitionssummen in der Regel im siebenstelligen Eurobereich. Weitere Informationen hierzu finden Sie auf dieser Website.
     
  • Das BMWi, die staatliche KfW und weitere 17 Unternehmen finanzieren den High-Tech Gründerfonds. Er unterstützt innovative Start-ups in der Seed-Phase mit bis zu 500.000 Euro. Insgesamt reichen die Beteiligungen bis zu zwei Millionen Euro. Außer finanzieller Flüssigkeit leistet dieser Beteiligungsfonds auch Starthilfe mit Know-how und einem erprobten Netzwerk.
     
  • eCapital ist in diesem Zusammenhang ebenso erwähnenswert. Die Hamburger Gesellschaft bringt Unternehmen aus den Bereichen Kommunikation/ IT, innovative Dienstleistungen,Verfahrenstechnik, neue Materialien, Cleantech und Nanotechnologie auf den Weg. Die Aufmerksamkeit von eCapital gilt vor allem der Frühfinanzierung, die deutsche Kapitalgeber oft vernachlässigen.

 

Aber auch bei dieser Form der Finanzierung gilt: ohne Businessplan und gute Vorbereitung bleibt die Kasse leer.



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