Feed Reader vs. Google Reader: Kampf der Freeware

Google dringt ja schon seit langer Zeit in die unterschiedlichsten Softwarebereiche ein. Der Suchmaschinengigant setzt das Konzept der Cloud, also der Softwarenutzung im Internet, Schritt für Schritt und konsequent um. Ein weiterer Dienst, den Google bereits seit einiger Zeit zur Verfügung stellt, ist der Google Reader, eine Software für das Sammeln und Organisieren von RSS Feeds. Heute wollen wir einen kurzen Vergleich mit der Konkurrenz „Feed Reader“ ziehen.

Bild: Peggy_Marco / pixabay.com

Ist RSS noch zeitgemäß?

Viele fragen sich zurecht, ob RSS-Feeds überhaupt noch zeitgemäß sind. So halten sich heute viele Interessierte über andere Medien wie Twitter oder Facebook uptodate und benötigen unter Umständen überhaupt kein weiteres „Medium“, mit dem sie News einsammeln können. Aber dennoch haben RSS-Feeds in bestimmten Situationen nach wie vor ihre Daseinsberechtigung:

  • Zentralität: Ein Nutzer möchte, dass alle benötigten Informationen an einer zentralen Stelle zusammenlaufen und abrufbar sind. Bei den Social Media-Kanälen hat man zwar gefühlt auch alles an einem Fleck (bei Facebook z. B. in der Timeline). Allerdings kommen die Informationen hier aus verschiedensten Quellen. Man wird auch nie über Facebook oder über Twitter alle Websites erreichen, die einen interessieren – aber einen RSS-Feed stellen nach wie vor die meisten Websites zur Verfügung.
  • Archivierung: Informationen, die über RSS-Feeds im jeweiligen Feed-Reader eingehen, bleiben zunächst einmal bestehen, solange sie nicht gelöscht werden. Beiträge, die man für später für interessant hält, kann man problemlos aufbewahren und durchsuchen. In den Social Media Kanälen verschwinden neue Nachrichten innerhalb kürzester Zeit wieder. Die Suche nach bestimmten Beiträgen ist gerade in Twitter sehr schwierig, wenn nicht richtig verschlagwortet wurde.
  • Übersichtlichkeit: Ein Feed-Reader macht es einfach, uptodate zu bleiben. Im Regelfall kommen über diesen Kanal nur Benachrichtigungen über neue Beiträge in Blogs bzw. über Änderungen in Websites herein. Bei Facebook, Twitter und Co. hingegen muss man leider auch alles andere überfliegen, was die Menschen tagtäglich so absondern – dabei kann sehr viel Zeit verloren gehen.
  • Anonymität: Einen Feed kann man problemlos abonnieren, ohne dass der Bereitstellende etwas davon mitkriegt. Man kann anonym verfolgen, was die jeweilige Seite so produziert. Bei den meisten Social Media-Kanälen ist diese Anonymität nicht gegeben (immerhin bietet Facebook inzwischen die Möglichkeit, andere User zu „abonnieren“, ohne Freund zu werden, was eine ähnliche Funktionalität bietet).

Wer im Internet oder gar mit SEO arbeitet, wird den Wert von Feeds zu schätzen wissen. Damit lassen sich nämlich auch hervorragend Änderungen an den eigenen Seiten verfolgen. So kann man sich beispielsweise über neu eingegangene Kommentare informieren lassen, sodass diese zeitnah beantwortet werden. Sobald andere Leute für die eigenen Seiten schreiben, sind RSS-Feeds auch eine gute Möglichkeit, um über die Themenauswahl auf dem Laufenden zu bleiben und vielleicht auch den Inhalt stichprobenartig zu prüfen.

Google Reader vs. Feed Reader

Zwei gängige Software-Produkte für die Organisation von RSS-Feeds sind der Google Reader und der Feed Reader. Google ReaderDer Google Reader hat schon von vornherein einen riesigen Vorteil: Er ist online verfügbar. Das bedeutet, dass man seine Feeds von überall aus abrufen kann, auch am Smartphone oder am Tablet PC sowie von einem anderen Rechner mit Internetzugang. Es ist demensprechend leicht, schnell einmal etwas nachzusehen. Weitere Vorteile von Google:

  • kostenfrei verfügbar
  • Anmeldung dauert nur ein paar Minuten
  • sehr benutzerfreundliche Oberfläche
  • auf Deutsch verfügbar
  • nicht durch unnötigen Schnick-Schnack beschwert

Der Feed Reader hingegen wird lokal auf einem Rechner installiert. Allerdings bietet er dafür wesentlich mehr Funktionalitäten als der Google Reader, beispielsweise diverse Filtermöglichkeiten. Die Standard-Version des Feed Readers ist ebenfalls kostenlos verfügbar. Allerdings kann es so manchen User stören, dass die Software nur auf Englisch verfügbar ist. Inzwischen wurde Feed Reader durch Feed Reader Connect ergänzt, der auch den mobilen Abruf der hinterlegten Feeds ermöglicht. Somit eignet sich der Feed Reader auch für den mobilen Einsatz.

Fazit

Beide Softwarelösungen eignen sich für die Organisation von RSS-Feeds, keine Frage. Google bietet die perfekte Lösung für mobile Menschen oder diejenigen mit eher geringen Ansprüchen. Wer jedoch auf eine umfangreiche Funktionalität Wert legt, ist mit dem Feed Reader besser bedient, da er sowohl hohen Ansprüchen an die Funktionalität als auch den mobilen Bedürfnissen der heutigen Generation gerecht wird.



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