Der Jahresabschluss - Dokumentation des kaufmännischen Geschäftsjahres

Wer zur Aufstellung eines Jahresabschlusses verpflichtet ist, bestimmt sich nach den im Handelsgesetzbuch (HGB) gesetzlichen Normen. Er dokumentiert ein kaufmännisches Geschäftsjahr und setzt sich aus mehreren Elementen zusammen. Darüber hinaus muss er bestimmten formalen, inhaltlichen und zeitlichen Anforderungen genügen.

Bild: Stefan Kernen / pixelio.de

Die Elemente eines Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss (JA) beschließt ein kaufmännisches Geschäftsjahr mit einem rechnerischen Abschluss, der die finanzielle Lage eines Unternehmens und seinen Erfolg dokumentiert. Zu seinen Bestandteilen gehören

  • die Erfolgsrechnung, die auch Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) genannt wird, sowie
  • die Jahresbilanz.

In die Jahresbilanz fließen die Endbestände der aktiven und passiven Bestandskonten ein, die entsprechend überprüft und korrigiert und nach bilanzpolitischen Zielen bewertet worden sind. In der Gewinn- und Verlustrechnung werden die Erträge und Aufwendungen des vergangenen Geschäftsjahres aufgeführt und anhand dieser Daten der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens bestimmt.

Wer zur Aufstellung eines Jahresabschlusses verpflichtet ist 

Nicht alle Unternehmen sind zur Aufstellung eines Jahresabschlusses verpflichtet. Von dieser Pflicht befreit sind nach § 242 Abs. 4 HGB (Handelsgesetzbuch) Einzelkaufleute gemäß § 241a HGB. Zu den Einzelkaufleuten gehören Unternehmen, deren Umsatzerlöse 500.000 Euro und die Grenze von 50.000 Euro Jahresüberschuss an zwei aufeinander folgenden Abschlussstichtagen nicht übersteigen.

Anders verhält es sich bei Kaufleuten gemäß §§ 242 ff. HGB, die nach den Grundsätzen der ordnungsmäßigen Buchführung (GoB) zu einem Jahresabschluss verpflichtet sind. Für Kapitalgesellschaften, zu denen unter anderem die Aktiengesellschaft (AG) und die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) gehören, gilt die Besonderheit, dass sie den Jahresabschlussbericht mit einem Anhang und einem Lagebericht ergänzen.

Formale und zeitliche Anforderungen

Handelsbilanz, Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Lagebericht und der Anhang als Elemente des Jahresabschlusses müssen gemäß § 264 Abs. 2 HGB den Grundsätzen einer ordnungsmäßigen Buchführung genügen und die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage eines Unternehmens vermitteln, die den tatsächlichen Verhältnissen entspricht. Um diese Anforderungen zu erfüllen, muss der Jahresbericht inhaltlich und formal den in § 264 Abs. 2 HGB genannten Voraussetzungen sowie den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung genügen. Er muss er übersichtlich gestaltet und gemäß § 246 HGB vollständig sein und den in den §§ 246 ff. HGB und §§ 247 ff. HGB genannten Ansatz- und Bewertungsvorschriften genügen. In zeitlicher Hinsicht muss der JA einmal jährlich von einem Unternehmen erstellt werden. Nach den Regeln des Handelsgesetzbuches ist dies regelmäßig am Ende eines Geschäftsjahres, das mit dem Fiskaljahr beziehungsweise dem Kalenderjahr identisch ist.

Die Funktionen eines Jahresabschlusses

Der Jahresabschluss erfüllt zwei Funktionen.

Zum einen hat er eine Informationsfunktion und gibt Auskunft über die wirtschaftliche Lage eines Unternehmens. Diese Funktion wird erfüllt durch die Dokumentation der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage zum Bilanzstichtag. Sie veranlasst die Unternehmensführung, sich in periodischen Abständen mit der Vermögens- und Ertragslage des Unternehmens auseinanderzusetzen, die die Basis ist für zukünftige Planungen und Entscheidungen in einem Unternehmen. Das Ergebnis des Jahresabschlusses ist auch ein entscheidendes Kriterium für die Kreditvergabe seitens der Banken.

Zum anderen stellt er als Zahlungsbemessungsfunktion die Bemessungsgrundlage für die Verteilung des Ergebnisses auf. Somit ist er Grundlage für die Besteuerung eines Unternehmens und hat eine Ausschüttungsbemessungsfunktion inne, wenn es um erfolgsabhängige Auszahlungen wie beispielsweise Dividenden oder Erfolgsbeteiligungen geht.



Sind Sie der geborene Unternehmer? Jetzt testen!