Liquiditätsberechnung: Erstellen Sie Ihre Liquiditätsvorschau

Die Liquiditätsvorschau ist ein Bestandteil des Finanzplans. Hier werden die Ein- und Auszahlungen erfasst und so zur Verfügung stehende Barmittel errechnet. Für den Unternehmer somit ein wichtiges Werkzeug zur Planung der flüssigen Mittel. Kann ich die geplante Investition nur durch Eigenkapital finanzieren oder benötige ich weitere Mittel? Auch Banken, Krankenkassen und andere Institutionen sind an der Liquidität eines Unternehmens interessiert.

Wie lautet für die Liquiditätsvorschau die Definition?

Unter Liquidität ist die jederzeitige Zahlungsbereitschaft (siehe Zahlungsfähigkeit) eines Unternehmens, d.h. die jederzeitige Fähigkeit, seinen Zahlungsverpflichtungen zeitgerecht und vollständig nachzukommen. Die Liquidität ist u.U. eine wichtigere Kenngröße als der Gewinn, weil mangelnde Liquidität, also das Fehlen von Zahlungsmitteln, Anlass zu einem Insolvenzverfahren ist.

Im Zusammenhang mit dem Basel II Abkommen nimmt die Bedeutung einer ausreichenden Liquidität noch weiter zu. Die Liquidität ist ein qualitatives Zeitpunktproblem, obwohl die zu ihrer Überwachung eingesetzten Instrumente zeitraumbezogene Quantitätsüberlegungen enthalten. Zur Beurteilung der Liquidität sind die liquiden Mittel zu ermitteln. Ein Liquiditätsbudget kann ein Planungsverfahren sein. Zur grundsätzlichen Beurteilung der Liquidität verwendet man u.a. in der Liquiditätsrechnung die Liquiditätsgrade. Auch der Finanzfluss ist hierfür geeignet.

Im Rahmen der Erstellung eines Finanzplanes werden unter anderem Prognosen für die Verfügbarkeit geldwerter Zahlungsmittel aufgestellt. Die schnelle Verfügbarkeit dieser Zahlungsmittel stellt die Möglichkeit sicher, Wirtschaftsgüter gegen Geld in kurzer Zeit zu tauschen. Diese als Liquidität bezeichnete „Flüssigkeit“ eines Wirtschaftsbetriebes wird im Rahmen der Finanzplanung vorausschauend ermittelt: Es handelt sich hierbei um die Liquiditätsvorschau.

Wie kann ich meinen Liquiditätsengpass berechnen?

Der Liquiditätsengpass ergibt sich aus dem Differenzbetrag der entsteht, wenn die Betriebsausgaben von den Betriebseinnahmen abgezogen werden. Die Berechnung der Liquidität ist nicht nur wichtig, um einen Zuschuss zu beantragen. Auch wer einen Kredit beantragen möchte, muss Auskunft über seine Liquidität erteilen. Das ist übrigens keine spezielle Anforderung in Coronazeiten, sondern gilt prinzipiell, damit die Bank das Risiko besser einschätzen kann. Laden Sie hier mein gratis Beispiel und erfahren Sie wie der Liquiditätsengpass berechnen wird oder buchen Sie hier meinen Videokurs, wo ich Ihnen mit meiner Excel-Tabele zeige, wie Sie Ihren Liquiditätsenpass selbst berechnen und eine wasserdichte Erklärung für Ihren Antrag erstellen können. Lesen Sie hier mehr zur aktuellen Coronasituation und wie man den Liquiditätsengpass berechnen kann!

Wie wird die Liquiditätsvorschau erstellt?

Es werden zunächst die verfügbaren Mittel (Kassenbestand, Bankguthaben, Zahlungseingänge) einer Rechnungsperiode - zum Beispiel eines Kalendermonats - vorausschauend geplant. Hiervon werden sämtliche vorhersehbaren Zahlungsausgänge (unter anderem Löhne und Gehälter, Mietzahlungen, Investitionen etc.) abgezogen. Ergänzt um den voraussichtlichen Überschuss / Fehlbetrag des Vormonats wird die Liquidität des Planungsmonats ermittelt. Ein Überschuss erhöht die Liquidität des Folgemonats und ein Fehlbetrag vermindert die Liquidität des Folgemonats.

Berechnung der Liquidität
+Umsatzerlöse
+Umsätze aus dem Verkauf von Anlage- oder Umlaufvermögen
+sonstige Einnahmen (Zinserträge, Provisionserträge)
+Privateinlagen
=Gesamteinnahmen
-Ausgaben für Löhne und Gehälter
-Material, Ware, Software, Nebenkosten
-sonstige Ausgaben (Zinsen, Tilgung, Versicherungen, Steuern, Kfz usw.)
-Privatentnahmen
=Liquiditätsüberschuss / Liquiditätsdefizit (Überdeckung, Unterdeckung)

Wo bekomme ich eine Excel Vorlage für meinen Finanzplan?

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Wo erhalte ich eine DATEV Liquiditätsvorschau?

Die DATEV bietet eine Software an, welche die Liquiditätsvorschau erstellt. Dieses Produkt ist kostenpflichtig, sehen Sie hier!

Wie kann ich mit Lexware eine Liquiditätsvorschau erstellen?

Dazu sollten Sie sich eine geeignete Software aus dem Hause Lexware beschaffen, empfehlenswert ist Lexware Finance Office, rufen Sie doch sicherheitshalber beim Support an und erkundigen sich, in welchem Paket die Liquiditätsberechnung zur Erstellung der Liquiditätsvorschau mit Lexware enthalten ist!

Liquiditätsplan erstellen: Häufige Fragen zur Liquiditätsplanung

Viele Fragen und Lesermeinungen haben mich erreicht, so dass ich mich entschlossen habe, eine separate Seite (FAQ) zum Liquiditätsplan und zur Liquiditätsplanung zu erstellen. Zunächst müssen wir feststellen, dass die Liquiditätsvorschau ein und dasselbe ist wie die Liquiditätsplanung und das wiederum ein Synonym zur Liquiditätsberechnung darstellt. Es kommt immer ein Liquiditätsplan am Ende heraus und genau dazu habe ich einige Fragen von Ihnen beantwortet.

Eine einfache Definition: Was ist ein Liquiditätsplan?

Der Liquiditätsplan ist einer Planung, welche im Finanzplan (Teil des Businessplans) die zu erwartenden Einnahmen und Ausgaben innerhalb eines bestimmten Zeitraums erfasst. Kurz: Der Liquiditätsplan ist ein Spiegelbild der liquiden Mittel (flüssigen Mittel) , um zu zeigen, ob das Unternehmen zahlungsfähig ist oder nicht. Noch kürzer: Der Liquiditätsplan zeigt das, was Sie in der Kasse oder auf dem Bankkonto haben werden oder eben auch nicht.

Youtube Video: Wie wird der Liquiditätsplan erstellt?

Wo erhalte ich ein Beispiel zur Liquiditätsplanung?

Ein Unternehmen verfügt über

  • einen Kassenbestand von 5.000 Euro,
  • ein Bankguthaben von 100.000 Euro und
  • erwartet Zahlungseingänge in Höhe von 50.000 Euro.

Die Summe der verfügbaren Mittel ergibt 155.000 Euro. Hiervon werden

  • voraussichtliche Gehaltszahlungen in Höhe von 20.000 Euro,
  • Mietzahlungen in Höhe von 15.000 Euro,
  • Zahlungen an Versicherungen in Höhe von 3.000 Euro und
  • Steuern in Höhe von 8.000 Euro abgezogen.

Darüber hinaus stehen für das Unternehmen im Planungsmonat Investitionen in Höhe von 90.000 Euro an. Die Summe der Zahlungsausgänge ergibt 16.000 Euro.

Aus der Differenz der voraussichtlich verfügbaren Mittel in Höhe von 155.000 Euro und den geplanten Zahlungsausgängen in Höhe von 136.000 ergibt sich ein Überschuss von 19.000 Euro. Da das Unternehmen jedoch im Vormonat einen Überschuss in Höhe von 9.000 Euro erzielt hat, ergibt die Liquidität für den geplanten Monat insgesamt 28.000 Euro, die in den folgenden Planungsmonat überführt wird.

Für den folgenden Monat wird durch einen voraussichtlichen Ausfall der Zahlungseingänge ein Bestand an verfügbaren Mitteln in Höhe von nur 105.000 Euro prognostiziert. Die Gehalts- und Lohnzahlungen, Mietzahlungen sowie Versicherungen und Steuern bleiben jedoch in Höhe von 46.000 Euro bestehen, des Weiteren sind Investitionen in Höhe von 110.000 geplant.

Hieraus ergibt sich für den Folgemonat ein geplanter Fehlbetrag in Höhe von 105.000 Euro - 156.000 Euro = 51.000 Euro. Trotz des Übertrages der Liquidität des Vormonats in Höhe von 28.000 Euro ergibt sich ein negativer Betrag von 23.000 Euro. Dieser negative Betrag wird auch als Unterdeckung oder Illiquidität bezeichnet. Die voraussichtliche Liquidität kann jedoch durch die rechtzeitige Aufnahme von Krediten - zum Beispiel für die anstehenden Investitionen - aufgefangen werden, so dass das Unternehmen auch weiterhin in der Lage ist, die anstehenden Zahlungspflichten zu erfüllen.

Wo bekomme ich ein Beispiel für einen Finanzplan in PDF?

Wo kann ich einen Liquiditätsplan für die KfW Bank herbekommen?

Für die KfW Bank erstellen Sie keinen anderen Liquiditätsplan, als Sie es für eine andere Bank, die Arbeitsagentur oder einen Investor erstellen würden. Die KfW Bank bildet daher keine Ausnahme.

Tragen Sie sich oben mit Ihrer E-Mail-Adresse ein, ich sende Ihnen gratis ein Beispiel zum Liquiditätsplan zu. Dort sehen Sie ganz genau, wie die Zahlen im Zusammenhang stehen, was Sie wo und zwar wie eintragen müssen. Anschließend können Sie meine kostenpflichtige Excel Vorlage downloaden und Ihre eigenen Zahlen eintragen.

Wo bekomme ich eine Excel Vorlage für meinen Finanzplan?

Mit meinen 5 Excelsheets zum Finanzplan erledigen Sie mit den praktischen Excel-Tools folgende Aufgaben:

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Wo erhalte ich einen Liquiditätsplan für meinen Businessplan?

Nutzen Sie auch für Ihren eigenen Finanzplan (Bestandteil Ihres Businessplans) meine Excel Tabellen! Tragen Sie zunächst Ihre E-Mail-Adresse oben ein, ich sende Ihnen ein kostenloses Beispiel zu.

Anschließend können Sie entscheiden, ob Sie Ihren Liquiditätsplan mit Excel oder einer anderen Software selbst erstellen oder meine vorgefertigte Excel Tabelle nutzen. Auch der Liquiditätsplan für Ihren eigenen Businessplan wird nicht anders erstellt, als der Liquiditätsplan für die KfW Bank, ein anderes Kreditinstitut oder die Bundesagentur für Arbeit. Darüber hinaus ist der Liquiditätsplan für einen möglichen Investor Ihres Unternehmens ebenso zu erstellen.

Muss ich den Liquiditätsplan brutto oder netto erstellen?

Prinzipiell sollte in der Liquiditätsplanung mit Bruttowerten (also inklusive Umsatzsteuer) gerechnet werden, da laut Definition die Liquiditätsplanung für die Zuflüsse und Abflüsse der Geldmittel steht, was in diesem Fall (also bei einem umsatzsteuerpflichtigen Unternehmer) auch die erhaltene und abzuführende Umsatzsteuer betrifft. Auch wenn der Betrag der Umsatzsteuer für den Unternehmer ein durchlaufender Posten darstellt und in der Gesamtrechnung keine Auswirkungen hat, ist es doch eine liquide Belastung im entsprechenden Monat.

Um die Zahlen der Liquiditätsplanung mit den Zahlen der Rentabilitätsvorschau besser vergleichen zu können, könnte der Liquiditätsplan auch in Nettobeträgen erstellt werden, also ohne Umsatzsteuer. Das ist abhängig vom zu erstellen Berater und von den Möglichkeiten der Auswertung.

Besonders bei geplanten Investitionen spielt die Umsatzsteuer für den Unternehmer eine entscheidende Rolle, vorausgesetzt er ist vorsteuerabzugsberechtigt. Da die Finanzierung von Investitionen durch öffentliche Fördermittel häufig nicht die Umsatzsteuer der Investitionen abdeckt, ist diese Ausgabe zunächst vom Unternehmer selbst zu finanzieren. Auch wenn die gezahlte Umsatzsteuer vom Finanzamt wenige Zeit später in Form der Umsatzsteuererstattung zurückfließt, ist sie für einige Zeit zwischen zufinanzieren. Vergisst der Unternehmer diesen Zeitraum, könnte es zu ernsthaften Liquiditätsproblemen kommen, daher rate ich stets die Liquiditätsplanung und damit den Liquiditätsplan brutto, also immer mit Umsatzsteuer durchzuführen.

Fazit: Normalerweise brutto, um besser vergleichen zu können kann auch netto erstellt werden.

Muss ich in meinen Liquiditätsplan die Umsatzsteuer einrechnen?

Wie bereits in der obigen Frage zur Berechnung der Liquiditätsplanung (netto oder brutto) ersichtlich ist, ist es abhängig vom Ziel des Erstellers oder des Beraters. Was möchten Sie erreichen, wer soll den Liquiditätsplan lesen oder welcher Ziele verfolgt der zu erstellen Berater?

Für den Fall, dass Sie die Liquiditätsplanung brutto erstellen, müssen Sie selbstverständlich auch Umsatzsteuernachzahlungen oder Umsatzsteuererstattungen im Rahmen Ihres Jahresabschlusses berücksichtigen. Darüber hinaus muss auch eine regelmäßige (monatliche oder quartalsweise) zu erstellen Umsatzsteuervoranmeldung berücksichtigt werden. Die daraus ergebenden Umsatzsteuervorauszahlungen oder Umsatzsteuererstattungen sind auf jeden Fall Liquiditätsabflüsse oder -zuflüsse und müssen in die Liquiditätsplanung einfließen. Besprechen Sie am besten mit Ihrem Berater, welche Methode oder Variante in Ihrem Fall die Beste ist.

Mit welcher Software kann ich einen Liquiditätsplan erstellen?

Am schnellsten und einfachsten kann man einen Liquiditätsplan mit Excel erstellen, vorausgesetzt man kennt sich etwas mit Excel aus. Selbstverständlich bieten auch andere Softwarehäuser und Anbieter umfangreiche Produkte und Programme speziell für die Erstellung des Businessplans und damit der enthaltenen Liquiditätsplanung an.

Wie ist der Aufbau eines Liquiditätsplans?

Der Liquiditätsplan wird für gewöhnlich für ein Jahr erstellt und ist monatlich gegliedert. Jeder Monat enthält sämtliche Geldzuflüsse und beginnt mit dem Anfangsbestand an liquiden Mitteln, welcher aus dem Vormonat (Endbestand) übernommen wurde. Die monatlichen Geldabschlüsse werden darunter aufgelistet, so dass ein Saldo und damit ein Endbestand des jeweiligen Monats ermittelt werden kann.

Die einzelnen Geldzu- und -abflüsse sind in meinem Beispiel übersichtlich dargestellt. Zu beachten ist: Auch nichtbetriebliche Geldzuflüsse wie private Geldeinlagen oder nichtbetriebliche Geldabflüsse wie private Geldentnahmen sind in dieser Berechnung zu berücksichtigen.

Fordern Sie einfach meine Beispielberechnung zum Liquiditätsplan an, ich sende Ihnen ein kostenloses Muster in PDF zu.

Fazit und Ziel:

Die Liquiditätsvorschau ist ein wichtiges Instrument für ihren Finanzplan, bei vorhandenem fachlichen Know-how ist sie schnell erstellt und sollte dem Investor oder dem Interessenten den Verlauf der Zahlungsfähigkeit des Unternehmens zeigen. Möglichst eine dauerhafte Überdeckung an Liquidität. Ziel ist es in diesem Abschnitt mit den aufgezeigten Mitteln, Beispielen und kostenlosen Vorlagen die eigene Liquiditätsvorschau zu erstellen. Sofern sie sich dem nicht gewachsen fühlen, können Sie selbstverständlich einen Berater Ihres Vertrauens beauftragen.

Meine Name ist Torsten Montag, ich bin Betriebswirt, Internetcoach und betreibe seit 2004 das Gründerlexikon. Ich habe bereits mehr als 200 Unternehmern geholfen, einen guten Start hinzulegen und erfolgreich mit ihrem Business zu wachsen.