Am von Torsten in Urteile geschrieben
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Betriebsausgaben

BFH entscheidet nun bei Arbeitszimmer personenbezogen

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat sich mit einem aktuellen Urteil von seiner bisherigen Rechtsprechung getrennt. Bisher entschied er bei der Ermittlung der Kosten eines Arbeitszimmers objektbezogen. In Zukunft gilt der personenbezogene Grundsatz. Teilen sich 2 Unternehmer ein Arbeitszimmer, können jetzt beide die Kosten dafür als Betriebsausgaben ansetzen.

2 Unternehmer nutzen ein häusliches Arbeitszimmer
Nutzen 2 Unternehmer ein Büro, können beide die Kosten absetzen.
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Karlsruhe, 11. Mai 2017 - Unternehmer, die ein häusliches Arbeitszimmer nutzen und keine andere Möglichkeit haben, dürfen die Kosten dafür als Betriebsausgaben ansetzen. Im Regelfall bis zum Höchstbetrag von 1.250 Euro. Haben sich zwei Unternehmer ein häusliches Arbeitszimmer geteilt, zum Beispiel bei einem Unternehmer-Ehepaar, so durfte nur einmal der Höchstbetrag geltend gemacht werden. Das hat sich jetzt geändert. Für betroffene Unternehmer ein sehr positives Urteil.

Selbstverständlich gilt diese Regelung nur dann, wenn dem Unternehmer (den Unternehmern) kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Bei Home-Office Berufen ist das selbstverständlich. Aber auch, wenn beispielsweise in einer gemieteten Werkstatt nur Maschinen stehen und es dort keinen geeigneten Arbeitsplatz gibt.

Höchstbetrag kann von jedem in Anspruch genommen werden

Gleich in zwei Fällen hat der BFH jetzt zugunsten der Unternehmer entschieden. In seinem Urteil vom 15. Dezember 2016 (Aktenzeichen VI R 86/13) entschieden die Richter des BFH, dass jeder Nutzer des Arbeitszimmers die tatsächlichen Kosten dafür als Betriebsausgaben ansetzen darf. Die Deckelung bei 1.250 Euro pro Jahr bleibt jedoch bestehen.

Die Steuerberatergesellschaft Ecovis führt in einer Pressemitteilung dazu zwei Beispiele an, welche Auswirkungen das Urteil haben kann.

Beispiel 1:

Zwei Unternehmer nutzen ein gemeinsames häusliches Arbeitszimmer in München und teilen sich die Kosten dafür. Aufs Jahr hochgerechnet fallen insgesamt 3.996 Euro an. Jeder Selbstständige dürfte theoretisch 1.998 Euro ansetzen. Da der Höchstbetrag jedoch bei 1.250 Euro liegt, kommt dieser Betrag für beide zum Tragen. Bisher durften die Kosten nur einmal abgesetzt werden.

Beispiel 2:

Ein Unternehmerpaar aus Dresden zahlt für ihr gemeinsam genutztes häusliches Arbeitszimmer insgesamt 1.560 Euro Miete im Jahr. Jeder der beiden kann in seiner Steuererklärung 780 Euro als Betriebsausgaben ansetzen.

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Häusliches Arbeitszimmer trotz betrieblicher Räume absetzen

Es gibt wohl wenig Themen, die so häufig Gegenstand von Streitigkeiten zwischen Finanzamt und Unternehmern sind, wie das häusliche Arbeitszimmer. Der BFH entschied jetzt zugunsten von Unternehmern, die zwar über Büroräume verfügen, aber dennoch die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer als Betriebsausgaben geltend machen dürfen. Voraussetzung ist jedoch, dass in den Büroräumen kein "angemessener" Arbeitsplatz zur Verfügung steht.

Arbeitszimmer darf nicht der größte Raum der Wohnung sein

So manch ein Unternehmer macht es sich dann doch zu einfach. Der größte und angenehmste Raum, z.B. das Wohnzimmer, wird einfach als Arbeitszimmer deklariert und schon können die Kosten dafür als Betriebsausgabe angesetzt werden. Aber ganz so einfach ist das Ganze doch nicht. Wenn ein Selbstständiger dann nur 20 Tage im Jahr dort verbringt, muss sich ja regelrecht der Verdacht aufdrängen, dass es sich hier nicht nur um ein Arbeitszimmer handelt.

Das wurde zum Investitionsabzugsbetrag entschieden

Der Bundesfinanzhof und andere Gerichten haben im letzten Jahr gleich mehrere Urteile zum Thema Investitionsabzugsbetrag entschieden. Selbstständige und Unternehmer können einen Investitionsabzugsbetrag nutzen, wenn sie vorhaben, in der Zukunft Anschaffungen zu tätigen. Die geplanten Ausgaben können zum Teil bereits vorher angesetzt werden. Neu ist, dass auch ein rückwirkender Investitionsabzugsbetrag nach einer Betriebsprüfung zulässig ist.