Vorsteuerabzug nach Durchschnittssätzen – Vereinfachung der Vorsteuerberechnung

Will man sich als Unternehmer die für Betriebsausgaben entrichtete Vorsteuer vom Staat wiederholen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. So muss der Unternehmer selbst der Regelbesteuerung unterliegen, das heißt er muss selbst Umsatzsteuer auf seinen Rechnungen ausweisen, weiterhin müssen die Belege, für die der Unternehmer die Vorsteuerbeträge gelten macht, bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Bild: Andreas Morlok / pixelio.de

Welche Mindestinhalte ein Beleg haben muss, um als Nachweis für den Vorsteuerabzug zu gelten, können Sie hier nachlesen.

Es gibt allerdings auch eine vom Gesetzgeber gewährte Ausnahmeregelung, der sogenannte Vorsteuerabzug nach Durchschnittssätzen. Diese vereinfachte Ermittlung der Vorsteuerbeträge steht bestimmten Berufsgruppen offen und ist im Opens external link in new window§23 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) zu finden.

Der Vorsteuerabzug nach Durchschnittsätzen

Beim Vorsteuerabzug nach Durchschnittssätzen darf ein bestimmter Prozentsatz des Nettoumsatzes pauschal als abzugsfähige Vorsteuer angesetzt werden. Unerheblich sind hier die tatsächlichen Betriebsausgaben, wie hoch der Prozentsatz ist, der abgezogen werden darf, ist von der Art der Tätigkeit abhängig. Alle Vorschriften, die sonst für den Vorsteuerabzug gelten, sind für diesen Fall irrelevant. Die Ermittlung der Durchschnittssätze, also der prozentualen Abzüge sind nach statistischen Werten ermittelt. Insgesamt gibt es 58 Berufsgruppen, die diese Möglichkeit nutzen können, die Pauschalsätze liegen zwischen 1,5% (für Notare und Rechtsanwälte) und 12,5% (für Brennstoff-Einzelhändler).

Grundvoraussetzungen für den pauschalen Vorsteuerabzug

Sinn des Vorsteuerabzuges nach Durchschnittssätzen ist es, eine Arbeitserleichterung für Unternehmen und Finanzämter zu schaffen. Profitieren sollen kleinere Unternehmen, deshalb ist diese Möglichkeit der Umsatzsteuerberechnung reglementiert. Damit das Verfahren verwendet werden kann, müssen folgende Voraussetzungen im Unternehmen erfüllt sein:

  • Das Unternehmen muss der Regelbesteuerung unterliegen.
  • Für die Berufsgruppe, zu dem das Unternehmen gehört, müssen Durchschnittssätze festgelegt sein (lt. Anlage zu den Opens external link in new window§§ 69, 70 UStDV).
  • Der Nettoumsatz im Vorjahr darf eine Summe von 61.356 Euro (§ 69 Abs. 3 UStDV) nicht überschreiten.
  • Der Gewinn wird mit der Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) ermittelt.
  • In den letzten fünf Kalenderjahren darf eine pauschale Vorsteuerermittlung nicht widerrufen worden sein.

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