Geschäftsidee Rentnershop: Senioren brauchen mehr als nur Hilfsmittel

Nach Angaben aus der Bundeszentrale für politische Bildung sank der Anteil der Menschen mit einem Alter unterhalb von 20 Jahren von 1960 bis 2005 um 8,4 Prozentpunkte auf 20%. Der Anteil der Über-60-Jährigen stieg dagegen um 7,5 Prozentpunkte auf 24,9% an. Es kann daher lohnenswert sein, sich Rentner als Zielgruppe einer Geschäftsidee auszusuchen. Wie bei allen Zielgruppen gilt aber auch hier: Man sollte die Gruppe und ihre Bedürfnisse gut kennen lernen, um nicht am Bedarf vorbei anzubieten. Dazu erstellen Sie einfach eine Zielgruppenanalyse!

zwei Rentner Arm in Arm, hier: Geschäftsideen Rentnershop
Bild: Starpics / fotolia.de

Die Rentner von heute

Interessante Zahlen zu den "heutigen" Rentnern lieferte eine Studie der Universität Osnabrück, von der Ergebnisse in der Onlineausgabe der Zeitung Welt am 10. Oktober 2008 veröffentlicht wurden. Laut dieser Studie gab eine Mehrzahl der 3.880 Befragten in einem Alter zwischen 50 und 70 Jahren an, gerne auf Erlebnisreisen zu gehen sowie Tanz-Partys und Kinos zu besuchen. 80% der Männer und 60% der Frauen gaben zudem an, sowohl regelmäßig als auch variantenreich sexuell tätig zu sein.

Dem Begriff Altersarmut zum Trotz geht es einer Reihe von heutigen Rentnern recht gut: Der Studie nach liegt das Einkommen der befragten Generation bei 113% des Durchschnittseinkommens. Nach Angaben des Magazins „60 pro – Magazin für aktive 60er“ konsumieren Menschen der Generation 50+ aus Deutschland jährlich für 120 Milliarden Euro.

Sortiment: Die Produkte im Seniorenshop

Natürlich benötigen Rentner viele Produkte, die von anderen Zielgruppen ebenso oft gekauft werden. Als Besitzer eines speziellen Rentnerladens sollte man jedoch auf ein Sortiment bauen, das in erster Linie der Zielgruppe der Senioren dient.

Zu den Artikeln können z.B. folgende Produkte gehören:

  • Seniorenhandy: Handys und Fernbedienungen mit extra großen Tasten gehören.
  • Bedienungsfreundliche Elektrogeräte mit deutschen Handbüchern und Bedienungsanleitungen
  • Rollatoren
  • Treppensteiger
  • Kissen, Sitzkissen
  • Funkkopfhörer
  • sprechende Personenwagen
  • Türklingelverstärker mit Funk
  • Fußwärmer
  • Sicherheitsleiter mit großer Plattform
  • Bettschuhe
  • ...

Deutsche Bedienungsanleitungen sind stets sinnvoll, da in der Zielgruppe nicht stets Kenntnisse der englischen Sprache vorhanden sind.

Wer als Besitzer eines Rentnerladens zum Einkauf seines Warensortiments das Internet nutzt, kann zudem bisweilen kräftige Preisersparnisse an seine Kunden weitergeben. Beispiel: Hörgerätebatterien. 

Während beispielsweise derartige Batterien der Marke Rayovac üblicherweise oftmals zwischen 6 und 9 Euro kosten, halten Internethändler dieselbe Marke in derselben Güte und Stückzahl für weniger als den halben Preis bereit. Sie können die Batterien also günstig einkaufen, einen Gewinn aufschlagen und dennoch preisgünstiger anbieten als etablierte Konkurrenz, wie etwa die Apotheke oder der Hörgeräteakustiker um die Ecke.

Weitere Angebote eines Rentnershops lassen sich durch Kooperationen realisieren: So wäre beispielsweise die Kooperation mit einem Reiseanbieter möglich, für den der Rentnerladen gegen Provision Reiseangebote verkauft. Schließlich ließen sich auch Serviceangebote für Rentner und Vorruheständler ins Sortiment des Shops integrieren: etwa einen Installationsservice für elektrisches und elektronisches Gerät. Oder einfach nur die Programmierung der Fernbedienung.

Standorte: Rentnerladen oder Onlineshop

Ein Rentnershop lässt sich sowohl offline im Ladenlokal als auch online als Internetshop realisieren. Beides ließe sich natürlich auch kombinieren, so dass man unterschiedliche Zielgruppen anspricht: eine regional begrenzte mit dem Ladenlokal, eine bundesweite mit dem Onlineshop. Wichtig für den Offlineshop ist der Standort: Er sollte auch ohne Automobil für die Zielgruppe gut erreichbar sein. Im Idealfall liegt er zentral in der Innenstadt oder nahe einer Seniorenresidenz oder neben Ärzten und Apotheken.

Werbung: Auch ältere Menschen müssen begeistert werden

Wer nicht wirbt, der stirbt: Dieser alte Sinnspruch, der im Prinzip für alle geschäftlichen Aktivitäten gilt, verliert auch bei einem Rentnershop nicht an Bedeutung. Anzeigen in Seniorenblättern wären beispielsweise ebenso eine Maßnahme, die die Zielgruppe ohne Streuverluste erreicht, wie Aushänge in speziellen Senioreneinrichtungen oder -wohnformen oder dort verteilte Flyer, die Produkte des Shops vorstellen. Je nach Größe der Räumlichkeiten im Ladenlokal ließen sich auch spezielle Events für die Zielgruppe organisieren, die die Zielgruppe an den Shop binden könnten. Inzwischen beschäftigten sich auch Marketingunternehmen verstärkt mit Angeboten für Senioren, sodass hier professionelle Hilfe bei der Ideenfindung möglich wird. Als einer der wichtigsten Werbeformen und Kundenbindungen kann gerade bei den sehr skeptischen, häufig misstrauischen oder zweifelhaften Rentner der Einkaufspreis sein. Daher bieten sich die im Preisvergleich oben beschriebenen Hörgerätebatterien nahezu an, um als Lockmittel oder Verkaufsschlager für die Kunden zu dienen. Auf diese Weise spricht sich der neue Laden recht schnell rum. Weitere Werbeideen:

  • Tag der offnen Tür
  • Rentnerabend, wir kommen mit den besten Produkten zu Ihnen nach Hause (ähnlich eines Tupperabends)
  • gratis Leistungen anbieten: Wir richten Ihnen kostenlos Ihre Fernbedienung ein, sortieren die Sender usw.
  • kreativ sein!
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