Frage von Ulrike am 03.02.15

Kleingewerbe im eigenen Haus

Wekstatt im eigenen HAusHallo,

ich bin gelernte Damenschneiderin und wollte nun in meinem Haus eine Werkstatt einrichten und dort Konfektionsware, Accessoires und auch Änderungen machen.

Keinen Verkaufsraum, lediglich zum Anfertigen meiner Ware.

Also bin ich zum Ordnungsamt und wollte mich als Kleinunternehmer anmelden.

Die zuständige Sachbearbeiterin beim Ordnungsamt sagt nun, daß ich mich zuerst bei der Handwerkskammer anmelden muss, dann eine Nutzungsänderung des Raumes beim Bauamt beantragen muss.

Das hört sich sehr aufwändig an und dürfte auch mit nicht unerheblichen Kosten verbunden sein.

Wäre sehr dankbar um Aufklärung !

Gruß U.S

 

 

Antwort von

 

Ich habe von derartigen Forderungen durch die Handwerkskammer auch schon gehört. Da sie der Handwerkskammer als Handwerkerin unterstellt sind (was ich im übrigen noch einmal genau prüfen lassen würde, das hängt nämlich von ihrer speziellen Tätigkeit ab) müssen Sie auch die Forderungen und Pflichten der Gewerbeordnung erfüllen. Dort gibt es wohl hinsichtlich der gewerblichen Räume Verpflichtungen, die einen privaten Raum von gewerblichen Räumen unterscheiden lässt, zum Beispiel hinsichtlich Brandschutz, Zimmerhöhe, Fluchträume oder ähnliche Dinge. Das umzubauen kostet, wie sie schon festgestellt haben, ziemlich viel Geld und steht auf nicht im Verhältnis zu dem, was man eigentlich vorhat. Allerdings kann ich auch aus meiner Erfahrung sagen, dass es nicht immer so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird. Wenn man es nicht an die große Glocke hängen, wird auch niemand aufmerksam darauf gemacht und kann dementsprechend auch keine Meldung oder Beschwerde einreichen. Blöd ist allerdings, dass sie im Vorfeld beim Gewerbeamt alles haarklein erzählt und erklärt haben. Dieses Amt ist dann verpflichtet, auf die Handwerksordnung und die Handwerkskammer zu verweisen, die dann ihr übriges tun.

 

 

 

Hinweis:

 

vielleicht schaffen sie es, ihre Tätigkeit als freiberufliche Tätigkeit (Künstlerin) zu deklarieren, genau in dem Fall wären sie nicht der Handwerkskammer unterstellt und damit nicht der Gewerbeordnung und könnten ihre Räume so nutzen, wie sie es wollten. Das kann man sich allerdings nicht aussuchen und man muss schon glaubhaft machen können, dass man Künstler ist. 

 

 

Bitte nicht falsch verstehen, das wäre eine Notlösung und nicht die Regel. Selbstverständlich sind Sie mit der von Ihnen beschriebenen Tätigkeit gewerblich tätig und damit auf jeden Fall der Handwerkskammer unterstellt. Sie müssen allerdings in ihrer jetzigen Situation einen Ausweg finden und die Freiberuflichkeit ist das, was mir spontan dazu einfällt.

 

 

 

Die Freiberuflichkeit erfordert eine Tätigkeit, die vorwiegend auf Kreativität beruht, Gestaltung und künstlerischem Dasein. Herstellung und Verkauf ist bei Freiberuflern in den Hintergrund gestellt oder überhaupt nicht vorhanden.

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