Dieser Artikel ist Teil 2 von 2 der Serie

Jeder kennt die Auktionshäuser im Internet, als bekanntestes Beispiel Ebay. Und fast jeder von Ihnen hat mit Sicherheit schon einmal das ein oder andere Produkt via Ebay verkauft. Doch wie soll nun eine Existenzgründung über Ebay laufen und welche Vorteile bietet diese?

Die Vorteile sind mit Sicherheit im geringen Eigenkapitalbedarf zu Beginn der selbstständigen Tätigkeit zu finden, aber auch in dem überschaubaren Verwaltungsaufwand. Dennoch kann Ebay alleine nicht für eine erfolgreiche Gründung stehen. Vielmehr müssen Sie sich als Gründer Gedanken um die Waren machen, die bisher noch nicht zuhauf auf Ebay und Co. zu finden sind. Insbesondere selbst hergestellte Produkte können dabei eine Nische bedienen, die von anderen Unternehmern noch nicht entdeckt wurde.

Marktpotenzial mit den richtigen Produkten nutzen

Alleine in Deutschland gibt es mehr als 16 Millionen registrierte Benutzer bei Ebay und damit 16 Millionen potenzielle Kunden. Mittlerweile gibt es in dem Online-Auktionshaus fast alles, was man sich nur vorstellen kann. Selbst skurrile Produkte, wie ein Glas Luft oder eine Luftgitarre wurden schon angeboten und verwunderlicherweise verkauft. Dass diese Produkte jedoch nicht die Grundlage für eine dauerhafte Selbstständigkeit sein können, sollte klar sein.

Zunächst einmal gilt es deshalb, den Markt genau zu beobachten. So kann man herausfinden, welche Produkte derzeit nicht oder nur in geringem Maße bei Ebay angeboten werden. Wenn dies klar ist, kann man mit der eigenen Idee beginnen. Sollte diese keine zu großen Konkurrenten aufweisen, kann sich die Existenzgründung lohnen. Anfänglich werden vielleicht nur einige wenige Produkte von Ihnen angefertigt und über Ebay vertrieben. Doch mit einer steigenden Anzahl an erfolgreichen Verkäufen können Sie Ihren Absatzmarkt weiter ausbauen. Entwickeln Sie Ihre Produkte weiter, ermitteln Sie konkurrenzfähige Preise, indem Sie die Konkurrenz beobachten. Verbessern Sie Ihre Fertigungsprozesse, um günstiger produzieren und verkaufen zu können.

Erhöhung der Verkäufe

Sobald die ersten Produkte verkauft wurden und man positive Bewertungen von den Kunden erhalten hat, steigt auch das Vertrauen weiterer Kunden in Sie als Verkäufer. Diese Chance müssen Sie nutzen. Erweitern Sie Ihr Sortiment, bieten Sie nicht mehr nur Auktionen an, sondern genauso Sofortkauf-Produkte. Damit zeigen Sie sich als seriöser und ernst zu nehmender gewerblicher Händler.

Legen Sie im nächsten Schritt einen eigenen Ebay-Shop an, in dem die Kunden die gesamte Vielfalt Ihrer Waren kennen lernen können. Machen Sie mit Sonderaktionen und mehr auf sich aufmerksam. Vergessen Sie dabei aber nie, dass Sie auch weiterhin der Qualität und der Termintreue bei Lieferungen treu bleiben müssen. Nur wenige negative oder neutrale Bewertungen können Sie Ihren guten Namen kosten. Haben Sie Ihren Shop soweit ausgebaut, dass Sie von den Einnahmen leben können und konnten sich als Experte auf einem Gebiet etablieren, können Sie Ihr Sortiment erweitern und so das Unternehmen weiter aufbauen.

Im nächsten Teil dieser Serie beschäftigen wir uns mit Onlineshops.

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Noch ein weiterer praktischer Aspekt: Sie benötigen auch die richtigen Zahlen. Als Finanzkennzahlen werden meist Umsatz, Gewinn, Deckungsbeitrag, Bankguthaben oder ähnliche verwendet. Das ist nicht unwichtig. Aber es fehlt noch etwas: Die finanzielle Reichweite.

Nehmen Sie Folgendes an: Morgen würden aus irgendeinem Grund Ihre Umsätze auf 0 sinken. Wenn Sie ein Restaurant haben, hat vielleicht die Presse über die pelzigen Tierchen in Ihrer Küche berichtet (die vielleicht nur eine Erfindung der Konkurrenz sind). Wenn Sie medizinische Software herstellen, ist vielleicht gerade der dritte Patient durch Softwarefehler gestorben. Oder ein Anbieter aus China bietet plötzlich dasselbe wie Sie auf dem deutschen Markt an, nur zu einem Drittel der Kosten. Mit anderen Worten: Bis auf wenige Ausnahmeunternehmen können alle Unternehmen in die Situation kommen, dass von einem Tag auf den anderen die Umsätze radikal einbrechen.

Überlebensfähigkeit bei Umsatzeinbruch

Nehmen Sie deshalb also an, ab morgen hätten Sie keinerlei Umsätze mehr. Wie lange würde es bei gleichbleibenden fixen Kosten dauern, bis Sie die weiße Fahne schwenken müssten?

Tage? Wochen? Monate? Fakt ist: Eine finanzielle Reichweite unter 2 Monaten ist der Normalzustand bei den meisten kleinen und mittleren Unternehmen. Das ist Alarmstufe dunkelrot. Fast alle Maßnahmen wie Strategieveränderung, Kündigungen etc. dauern nämlich länger, bis sie sich in den Finanzen auswirken. Sie haben keine Zeit mehr zum Handeln.

Unter 3 Monaten ist Alarmstufe rot, unter 6 Monaten Warnstufe gelb. Und ab 6 Monaten könnten Sie sich zurück lehnen. 10 Monate sind ideal. Alles was darüber liegt, ist jedoch ein Anzeichen für übergroße Vorsicht oder fehlende Investitions-Phantasie.

Interessant ist die finanzielle Reichweite, weil sie nicht nur die Überlebensfähigkeit bei radikalen und schnellen Umweltänderungen drastisch erhöht, sondern weil sie auch Potenzial für wirkliche Verbesserungen des Unternehmens schafft.

Unerwartete Ereignisse einplanen

Ein weiterer Nebeneffekt ist die Umgehung einer sehr häufigen Wachstumsfalle. Angenommen, Sie haben zum Start Ihres Unternehmens 20.000 Euro liquide Mittel und monatliche fixe Kosten von 5.000 Euro, dann wäre Ihre finanzielle Reichweite 4 Monate. Ihr Unternehmen wächst und Sie reinvestieren nun sämtliche Gewinne. Nach einem Jahr haben sich zum Beispiel Ihre Umsätze und Kosten verdoppelt, Ihre liquiden Mittel sind aber gleich geblieben (sie haben diese ja reinvestiert). Das Ergebnis: Ihre finanzielle Reichweite ist auf 2 Monate gesunken. Wenn jetzt etwas halbwegs Unerwartetes passiert, haben Sie schon ein mächtiges Problem. Und wenn Ihre Umsätze und Kosten sich nochmals verdoppeln würden, dann wären Sie jedem unerwarteten Ereignis hilflos ausgeliefert. Diese "Bewegungsfähigkeit" erkennen Sie an der finanziellen Reichweite. Und die Maßnahme ist simpel: Legen Sie sich Ziele für Ihre finanzielle Reichweite fest, messen Sie diese monatlich und investieren Sie nur das strategisch Nötigste, wenn Sie unter diesen Wert fallen.

Erinnern wir uns nun nochmals an die Eingangsaussage: Geld ist eine Energieform neben anderen. Ähnliche Fragen können Sie auch bei anderen Energieformen stellen. Z.B. welche Fehler könnten Sie als Unternehmer machen, bis Ihre besten Mitarbeiter zu einem anderen Unternehmen wechseln? Oder: Wie viele potenzielle Mitarbeiter (also solche die gerne bei Ihnen arbeiten würden) haben Sie? (Tipp: Diese Zahl sollte etwa um den Faktor 50 größer sein als die Zahl an Mitarbeitern, die Sie tatsächlich im nächsten Jahr brauchen. Wenn Sie also nächstes Jahr so wachsen wollen, dass Sie 3 neue Mitarbeiter brauchen, dann sollten Sie etwa 150 potenzielle Mitarbeiter, die bei Ihnen arbeiten möchten, in einer Datenbank haben).

Oder: Wenn Sie jetzt Kapital bräuchten, wie viel würden potenzielle Investoren sofort investieren? Oder: Wenn Sie die Unterstützung der Öffentlichkeit bräuchten, wie viele Menschen wären spontan bereit, Ihr Unternehmen in irgendeiner Form zu unterstützen?

Es ist mir wohl bewusst, dass die meisten Unternehmer sich diese Fragen noch nie gestellt haben. Und dass sie bei den meisten dieser Fragen nur mit den Schultern zucken würden. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, ob Sie das zugrundeliegende Prinzip als nützlich ansehen und ab jetzt beginnen, solche Zahlen zu erfassen und sich regelmäßig diese Fragen zu stellen. Dann wird sich nämlich mittelfristig auch Ihr Handeln ändern.
Langfristig versus kurzfristig – Ihre Glaubenssätze

Praktische Maßnahmen langfristig planen

Natürlich sind sowohl das Kontenmodell als auch die Kennzahl der finanziellen Reichweite nur praktische Hilfsmittel. Diese werden immer wieder von den Unternehmern selbst sabotiert, wenn die Glaubenssätze nicht passen. Dann kommt nämlich unter Garantie "eine gaaaanz dringende Ausgabe" (oder gaaaaaanz wundervolle 'Investitionsmöglichkeit'), die alles über den Haufen wirft. Oder "gaaaaaaanz plötzlich" erlauben es die Umsätze nicht mehr. Oder was auch immer für Ausreden gefunden werden. Allerdings haben diese praktischen Mittel einen ganz tollen Vorteil: Sie bieten Ihnen eine Überprüfung Ihrer Glaubenssätze. Halten Sie diese praktischen Maßnahmen über mehrere Jahre durch und haben sogar Freude daran, dann stimmen die Glaubenssätze wohl. Andernfalls wohl eher nicht.

Das heißt nicht, dass Sie die anderen Aufgaben des Unternehmers schlecht ausführen würden. Vielleicht haben Sie ein tolles Händchen für Strategie-Entwicklung oder Mitarbeiterauswahl. Aber es heißt, dass Sie mit Sicherheit keinen langanhaltenden Erfolg haben werden, weil Ihnen die Energie zumindest in ihrer finanziellen Form immer wieder entweichen wird.

Glaubenssätzen liegen bestimmte Motive zugrunde. Beim Umgang mit Geld ist es immer dies: Wer der kurzfristigen Bedürfnisbefriedigung Vorrang vor der langfristigen Entwicklung einräumt, wird nie zu Vermögen kommen. Oder umgekehrt: Für denjenigen, für den der kurzfristige Schmerz des Verzichts auf Dinge größer ist, als der langfristige Schmerz, seine Ziele nicht zu erreichen, der wird immer arm bleiben. Und als Unternehmer nie etwas von Bedeutung schaffen.

Der Haken ist: Was uns am unmittelbarsten zu Handlungen motiviert, ist kurzfristiger Schmerz. Danach kurzfristige Freude, dann langfristiger Schmerz, dann langfristige Freude. Die Preisfrage ist also: Wie können Sie es schaffen, dass die langfristige Freude wichtiger wird als der kurzfristige Schmerz?

Sicher lässt sich über mentales Training einiges erreichen. Sie können die emotionale Bedeutung ihres langfristigen Traums verstärken und Sie können die Bedeutung kurzfristiger Schmerzen oder Ängste reduzieren. Der Weg der Wahl zur Änderung dieser Emotionen ist Storytelling (vgl. auch Unternehmersystem). Aber eines der effektivsten Instrumente ist auch hier: Den Verstoß gegen das, was langfristig die Freude bringen soll mit kurzfristigen Schmerzen zu verbinden. Das ist wie beim Fitness: Die kurzfristigen Schmerzen, durch die mich mein Trainer durchtreibt, bringen langfristigen Erfolg.

Die Strategie des Unternehmens muss stimmen

Durch eine Kombination aus praktischen Maßnahmen und einer Änderung Ihrer Glaubenssätze können Sie einen anderen Umgang mit Geld erlernen. Dies ist wichtig und zentral, führt aber langfristig nur zum Erfolg, wenn auch die Strategie Ihres Unternehmens stimmt. Auch die Entwicklung einer Strategie lässt sich lernen (vgl. Strategie und Positionierung für kleine und mittlere Unternehmen).

Persönlicher Nachtrag von Stefan Merath

In der öffentlichen Diskussion wird viel über Vermögende hergezogen. Mal abgesehen von den Managern (nicht Unternehmern!), die den (finanziellen) Vorschusslorbeeren, die sie bekommen haben, nicht gerecht wurden, handelt es sich meiner Einschätzung nach um eine völlig verfehlte Neid-Debatte.

Geld erhält man für seinen Beitrag zur Gemeinschaft – oder für den erwarteten Beitrag. Vor diesem Hintergrund ist es geradezu pervers, wenn Politiker und andere Grüppchen, die mit Geld nicht umgehen können, davon sprechen, die Wohlhabenden müssten der Gemeinschaft etwas "zurück geben". Als ob diese unterwegs etwas geschenkt bekommen hätten. Diejenigen, die wohlhabend geworden sind, haben ihren Wohlstand zumeist gerade dadurch erreicht, dass sie umgekehrt der Gemeinschaft etwas gegeben haben. Unternehmer, die der Gemeinschaft nämlich nichts geben, werden in der Regel ziemlich schnell mit der Pleite bestraft.

In Wahrheit gehören die, die wohlhabend wurden, zu den wenigen, die ihre Mittel in die Zukunft investieren, statt sie sofort zu konsumieren.

Und viele davon spenden auch gerne und viel. Nur nicht dem bürokratischen Filz. Nur nicht da hin, wo 90 Prozent der Ausgaben in Konsumtion (=kurzfristige Freude oder Schmerzvermeidung) fließen wie in unserem Staatshaushalt.

Will man eine psychische Ursache für den Niedergang großer Reiche ausmachen, so liegt sie immer darin, dass die Konsumtion im Vergleich zur Investition immer weiter zunahm. Die Menschen haben nicht nur ihre langfristige Vision verloren, sondern auch nichts mehr dafür getan (sprich nichts mehr investiert).

Aus dem Buch von Stefan Merath: "Der Weg zum erfolgreichen Unternehmer"

Zur Verfügung gestellt von: unternehmercoach.com

Wer sich mit einem Franchise-System selbstständig machen möchte hat die Qual der Wahl: In fast allen Branchen der deutschen Wirtschaft finden sich mittlerweile auch erfolgreiche Franchise-Systeme. Dabei kann man sich mit einem System nicht nur im Vollerwerb selbstständig machen, sondern oftmals auch im Nebenerwerb. Die Form der nebenberuflichen Selbstständigkeit wurde von überraschenden 80 % der Befragten einer Studie aus dem November 2009 als attraktivste Form gewählt. Warum ist das so?
 
Ein wichtiger Punkt ist sicherlich das minimierte finanzielle Risiko: Zum einen ist eine Gründung im Nebenerwerb oftmals von Natur aus kostenarm, da sich Unternehmen im Nebenerwerb meist auf Tätigkeiten im Home Office beschränken. Zum Anderen bleibt man als Arbeitnehmer finanziell abgesichert, auch wenn die Nebentätigkeit zunächst kein Einkommen generiert. Wer zum Beispiel eine Familie zu ernähren hat, legt darauf besonderen Wert.
 
Im Nebenerwerb gründen können aber nicht ausschließlich Angestellte, sondern zum Beispiel auch Hausfrauen, die beruflich noch einmal durchstarten wollen. Bleiben wir beim ersten Fall: Was sagt denn eigentlich mein Arbeitgeber zu meiner nebenberuflichen Selbstständigkeit? Kann er mir das verbieten? Generell gilt: In Deutschland haben wir das Recht der freien Berufswahl.
 
Allerdings sollte der Arbeitnehmer seine Arbeit als Angestellter nicht wegen seiner Selbstständigkeit vernachlässigen. Dass man zudem seinem Arbeitgeber keine Konkurrenz machen darf, sollte sich von selbst verstehen. Die genauen Regelungen können Sie unter der Rubrik Zielgruppen „Nebenberufliche Existenzgründung im Franchising“ auf dem FranchisePORTAL nachlesen.
 
Wer zudem im Franchising nebenberuflich gründet, ist quasi doppelt abgesichert. Vor allem wer in erster Linie an einem finanziellen Zubrot interessiert ist und dafür möglichst wenig Zeit investieren will, ist mit dieser Art der Gründung gut beraten. Die unterstützenden Merkmale des Franchisings zahlen sich nämlich bei einer solchen Gründung besonders aus: Die etablierte Marke, das nötige Know-how und die Unterstützung durch eine Systemzentrale in Marketing und Kundengewinnung ermöglichen dem Franchise-Partner im wirklichen Kerngeschäft tätig zu sein.