Tätowieren: Bilder unter der Haut

Ein Tätowierer verändert das Hautbild dauerhaft. Er geht sensibel auf Menschen ein und besitzt viel Talent zum Zeichnen. Dieser Beruf befindet sich zwischen Kunst und Handwerk. Am besten sollte ein angehender Tätowierer sowohl ein praktischer Handwerker mit einer ruhigen Hand als auch ein kreativer Künstler sein. Gegenüber dem Kunden besitzt er, genauso wie beim Piercing, eine hohe Verantwortung. Die Berufsbezeichnung "Tätowierer" ist nicht geschützt. Praktisch kann sich jeder "Tätowierer" nennen, der auf diesem Gebiet arbeitet.

Bild: darkmoon1968 / pixabay.com

Ausbildung zum Tätowierer

Der Beruf "Tätowierer/in" ist kein anerkannter Lehrberuf. Trotzdem gibt mehrere private Einrichtungen, die eine Ausbildung zum Tätowierer bzw. zur Tätowiererin anbieten. Als Dozent wird ein langjähriger Tätowierer eingesetzt, der über einen Ausbilderschein von der Industrie- und Handelskammer verfügt. Auch ein Zertifikat als Hygienebeauftragter sollte er besitzen. In Kurzlehrgängen werden die Teilnehmer in die Theorie und Praxis des Kunsthandwerkes eingeführt. Für die in Deutschland beheimateten Tätowierer bedeutet das, sich mit den hygienischen und gesetzlichen Bestimmungen für Tätowierer bekannt zu machen. Das ist das A und O eines jeden Berufsstandes, der direkt am Menschen arbeitet.

Weiterhin spielen die Nadelkunde, die Tätowiermaschine und die Schablonenherstellung eine Rolle. Die Lehrgangsteilnehmer beschäftigen sich mit dem Tätowierprozess selbst sowie mit der Nachbehandlung von Tätowierungen im medizinischen Bereich. Sie bekommen Tipps an die Hand, ein selbständiges Gewerbe betreffend, und wie das Studio eingerichtet werden sollte. Mit Hilfe einer künstlichen Haut wird das Tätowieren auch praktisch geübt, bis zum Einsatz am Kunden.

Tattoos in der Gesellschaft

Wenn man zum Friseur geht, hat man in den meisten Fällen eine relativ konkrete Vorstellung von dem gewünschten Haarschnitt. Aber man kann sich auch im Geschäft beraten lassen. Genauso ist es in einem Tattoostudio. Kunden, die sich mit diesem Thema schon eine Weile beschäftigen, bringen in der Regel bereits eine Schablone mit. Andere wiederum sind selbst kreativ und besprechen mit dem Tätowierer ein eigenes Motiv, das ihnen vorschwebt. Das Tattoo ist eine andere Form von Schmuck. Viele Naturvölker verändern ihren Körper heute noch mit Bildern, die sich unter der Haut befinden. In unserer toleranten Gesellschaft wird kaum noch jemand über Tattoos lästern, im Gegenteil. Viele finden Tattoos schön. Aber ein Tattoo, einmal gestochen, wird nicht häufig und nicht so schnell weiteren "Zuwachs" bekommen. Deshalb ist das Kundenklientel für Tätowierer natürlich begrenzt. Und für einen Existenzgründer im Tätowierer- Gewerbe wird es nicht leicht werden, schnell einen großen Kundenstamm zu finden.

Voraussetzungen als Tätowierer

Darüber hinaus sind eine Menge finanzieller Voraussetzungen zu erfüllen. Man kann zwar sein Studio zu Hause eröffnen, aber das empfiehlt sich eher für den nebenberuflichen Beginn. Mit Ladenmiete und allen notwendigen Versicherungen sowie den Kosten, die man selbst zum Überleben braucht,  muss der Jungunternehmer schon mit monatlichen Ausgaben in der Höhe von 5.000 Euro rechnen. Wer kein finanzielles Polster hat, beispielsweise ein Hartz-IV-Empfänger, wird diesen Anforderungen nicht genügen können. Denn es passiert allzu häufig, dass neu gegründete Tattoosstudios nach einigen Monaten bereits pleite sind. 30 - 40 Kunden monatlich sind mindestens notwendig, um überleben zu können. Aber woher nehmen? Die nachfolgenden Artikel dieser Serie werden darauf einige Antworten geben.

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