Tätowieren: Bilder unter der Haut

Ein Tätowierer verändert das Hautbild dauerhaft. Er geht sensibel auf Menschen ein und besitzt viel Talent zum Zeichnen. Dieser Beruf befindet sich zwischen Kunst und Handwerk. Am besten sollte ein angehender Tätowierer sowohl ein praktischer Handwerker mit einer ruhigen Hand als auch ein kreativer Künstler sein. Gegenüber dem Kunden besitzt er, genauso wie beim Piercing, eine hohe Verantwortung. Die Berufsbezeichnung "Tätowierer" ist nicht geschützt. Praktisch kann sich jeder "Tätowierer" nennen, der auf diesem Gebiet arbeitet.

Tätowieren auf dem Rücken
Bild: darkmoon1968 / pixabay.com

Ausbildung zum Tätowierer

Der Beruf "Tätowierer/in" ist kein anerkannter Lehrberuf. Trotzdem gibt mehrere private Einrichtungen, die eine Ausbildung zum Tätowierer bzw. zur Tätowiererin anbieten. Als Dozent wird ein langjähriger Tätowierer eingesetzt, der über einen Ausbilderschein von der Industrie- und Handelskammer verfügt. Auch ein Zertifikat als Hygienebeauftragter sollte er besitzen. In Kurzlehrgängen werden die Teilnehmer in die Theorie und Praxis des Kunsthandwerkes eingeführt. Für die in Deutschland beheimateten Tätowierer bedeutet das, sich mit den hygienischen und gesetzlichen Bestimmungen für Tätowierer bekannt zu machen. Das ist das A und O eines jeden Berufsstandes, der direkt am Menschen arbeitet.

Weiterhin spielen die Nadelkunde, die Tätowiermaschine und die Schablonenherstellung eine Rolle. Die Lehrgangsteilnehmer beschäftigen sich mit dem Tätowierprozess selbst sowie mit der Nachbehandlung von Tätowierungen im medizinischen Bereich. Sie bekommen Tipps an die Hand, ein selbständiges Gewerbe betreffend, und wie das Studio eingerichtet werden sollte. Mit Hilfe einer künstlichen Haut wird das Tätowieren auch praktisch geübt, bis zum Einsatz am Kunden.

Tattoos in der Gesellschaft

Wenn man zum Friseur geht, hat man in den meisten Fällen eine relativ konkrete Vorstellung von dem gewünschten Haarschnitt. Aber man kann sich auch im Geschäft beraten lassen. Genauso ist es in einem Tattoostudio. Kunden, die sich mit diesem Thema schon eine Weile beschäftigen, bringen in der Regel bereits eine Schablone mit. Andere wiederum sind selbst kreativ und besprechen mit dem Tätowierer ein eigenes Motiv, das ihnen vorschwebt. Das Tattoo ist eine andere Form von Schmuck. Viele Naturvölker verändern ihren Körper heute noch mit Bildern, die sich unter der Haut befinden. In unserer toleranten Gesellschaft wird kaum noch jemand über Tattoos lästern, im Gegenteil. Viele finden Tattoos schön. Aber ein Tattoo, einmal gestochen, wird nicht häufig und nicht so schnell weiteren "Zuwachs" bekommen. Deshalb ist das Kundenklientel für Tätowierer natürlich begrenzt. Und für einen Existenzgründer im Tätowierer- Gewerbe wird es nicht leicht werden, schnell einen großen Kundenstamm zu finden.

Voraussetzungen als Tätowierer

Darüber hinaus sind eine Menge finanzieller Voraussetzungen zu erfüllen. Man kann zwar sein Studio zu Hause eröffnen, aber das empfiehlt sich eher für den nebenberuflichen Beginn. Mit Ladenmiete und allen notwendigen Versicherungen sowie den Kosten, die man selbst zum Überleben braucht,  muss der Jungunternehmer schon mit monatlichen Ausgaben in der Höhe von 5.000 Euro rechnen. Wer kein finanzielles Polster hat, beispielsweise ein Hartz-IV-Empfänger, wird diesen Anforderungen nicht genügen können. Denn es passiert allzu häufig, dass neu gegründete Tattoosstudios nach einigen Monaten bereits pleite sind. 30 - 40 Kunden monatlich sind mindestens notwendig, um überleben zu können. Aber woher nehmen? Die nachfolgenden Artikel dieser Serie werden darauf einige Antworten geben.

Wie bekommt man als Tätowierer Kunden?

Zumeist rekrutieren sich die ersten Kunden eines Unternehmensgründers, der sich im Tätowierer- Gewerbe selbständig gemacht hat, aus seiner bisherigen Tätigkeit.

Er war vorher in einem Tattoostudio angestellt oder hat dort zumindest ein Praktikum absolviert. Oder er arbeitete bereits nebenberuflich als Tätowierer und besitzt dadurch bereits einige Kunden. In diesem Gewerbe, wie in vielen anderen auch, ist die Mund-zu-Mund-Propaganda sehr wichtig. Darüber hinaus gelten allgemeine Werbe- und Marketingmaßnahmen, die auch jedes andere Unternehmen nutzen kann.

Spezielle Gruppen ansprechen

Potentielle Kunden rekrutieren sich nicht nur aus der "Szene" größerer Städte, sondern aus allen Schichten der Bevölkerung. Zumeist sind es jedoch Jugendliche oder Junggebliebene. Diese findet man vorrangig in Szenelokalen und Musikveranstaltungen. Im Rahmen dieser Räumlichkeiten und aus Anlass entsprechender Veranstaltungstermine lassen sich Handzettel oder Visitenkarten auslegen. Es gibt lokale Zeitschriften, die besonders Jugendliche ansprechen. Hier bietet sich eine Anzeige in Verbindung mit einem redaktionellen Artikel an. Und es gibt bereits Geschäfte in benachbarten Gewerken, die bereits über einen größeren Kundenkreis verfügen. Dann könnte man, bei gegenseitigem Interesse, eine kleine Kooperation anbahnen. Interessant dafür sind Friseurgeschäfte, Nagelstudios, Kosmetikstudios und spezielle Bekleidungsgeschäfte. Aber auch Piercingstudios, ein ganz ähnliches Gewerbe und Musikgeschäfte sind dafür geeignet.

Den Kunstaspekt unterstreichen

Von, zugegeben, etwas geringerer Wichtigkeit, aber dennoch nicht unbedeutend, ist der künstlerische Aspekt der Tätigkeit eines Tätowierers. Beispielsweise lässt sich in einer geeigneten Räumlichkeit ein Show-Tätowieren veranstalten, ähnlich wie eine Kunstausstellung oder eine Modenschau. Vielleicht sogar in Verbindung mit einer solchen Veranstaltung. Aber dafür muss man auch ein sehr kontaktfreudiger Mensch sein, um öffentlich zu arbeiten und seine Werke zu zeigen. Jedoch auch ein Buch- oder Schablonenverkauf bietet sich in entsprechendem Rahmen an. Eigene Motive, zu Papier gebracht, selbst gebunden oder vom Buchbinder, aber auch über einen Books-on-Demand-Verlag gedruckt, bringen unter Umständen nicht wenig Geld. Insbesondere auf Veranstaltungen lassen sich auch gut Tattoos zum Aufkleben verkaufen. Als Spaßfaktor sozusagen. Oder man bringt seine Motive auf Leinwand und verkauft sie als Grafik. Da ist einiges möglich.

Allgemeines Marketing

Ist man Mitglied im deutschen Tattooverband „Deutsche Organisierte Tätowierer e.V.“ (DOT), www.dot-ev.de, in der IHK oder der jeweiligen Kammer, kann man diese "Maschinerie" mit für seine eigene Werbung nutzen. In den gängigen Branchenverzeichnissen sollte man als Tätowierer natürlich zumindest mit einem Standard-Eintrag präsent sein. Auch eine ständige Anzeige in einem gängigen Anzeigenblatt einmal wöchentlich oder monatlich muss einfach im Budget liegen. Immer mit dabei sein. So prägt sich das Studio oder der Name ein. Der Erfolg kommt mit diesen Strategien im Laufe der Zeit. Ganz wichtig ist allerdings auch die Schaufenstergestaltung, wenn man über ein Studio verfügt. Die blanke Glasscheibe ist nicht sehr werbewirksam. Hier darf man sich schon etwas einfallen lassen und seine besten Werke ausstellen. Ein Vorbild dafür könnte das Schaufenster eines guten Fotografen sein. Wenn man seinen Kunden einen kleinen Preisnachlass oder ein Honorar gewährt, dann werden die meisten sicher mit ihrem Tattoo nach dem Heilungsprozess gern noch einmal wiederkommen und das eigene Bild unter der Haut porträtieren lassen.

Tattoo-Messen nutzen, um Kunden zu gewinnen

Einen bildhaften Überblick zu dem breiten Spektrum des aktiven Tätowierens bieten die Tattoo-Conventions. Seit etwa zehn Jahren hat sich die Tattoo-Szene ihren Weg in die deutschen Messehallen gebahnt. Die Veranstaltungstermine werden in Fachmagazinen, auf den Webseiten der jeweiligen Veranstalter oder im Internet veröffentlicht. Abwechslungsreich gestaltet, bieten Tattoo-Wettbewerbe innerhalb dieser Conventions eine Menge Publicity, selbst für Neulinge in der Branche. Denn es gibt sogenannte Motivkategorien, sogenannte "Contests", in denen man antreten kann. Messebesucher schauen den Tätowierern "auf die Finger" oder nehmen deren Dienstleistung selbst in Anspruch. Neben den auf Conventions arbeitenden "Stechern" gibt es auch Messestände mit Fachliteratur, technischen Geräten für die Tätowierkunst sowie Verkaufsstände für Accessoires und Schmuck.

Gestaltung der Messestände

Die Tätowierer präparieren ihre Stände selbst mit VorlagenbüchernBannernArbeitsplätzen und ihrem Werkzeug. Vorlagen werden hier auch in größeren Stil verkauft. Das Können eines Tätowierers zeigt sich vor allem in Fotoalben mit bisher "gestochenen" Bildern. Auch veröffentlichte Motive in Fachzeitschriften sind gegenüber dem auf Conventions fremden Publikum eine gute Empfehlung. In den Ständen finden sich bunte, verspielte Motive aus dem Reich der Phantasie, Biker-Träume aus der Welt des Zweirads, Flaggen, Totenköpfe, keltische Zeichnungen, geometrische Figuren oder Südsee-Inspirationen. Tätowierer sind in der Regel auch selbst mit allerlei Bildern verziert und werben damit schon in Eigenregie.

Tattoo-Messen als Kunden-Magnet

Die Teilnahme an Tattoo-Conventions kleinerer und größerer Art gehört zur gängigen Berufspraxis. Hier finden erfahrene und neue Tätowierer weitere Kunden, erwirtschaften im Rahmen der Convention bereits einen größeren Umsatz und können, mit etwas Glück, dort ihre Auftragsbücher für die nächsten Monate auffüllen. Dazu ist die regionale und die Fachpresse anwesend und dient als zusätzlicher Multiplikator in der Kundenwerbung.

Unter

  • www.convention-frankfurt.de (Tattoo-Convention GbR, Nidda)
  • www.tattoo-convention.de (B52 Tattoo & Piercing, Berlin)
  • www.tattoo-convention-dresden.de (Steffi Schulz, Event-One, Eberswalde)
  • www.tattoo-show.de (Wildcat Deutschland GmbH, Gronau)
  • www.tattooconvention-karlsruhe.de (DSI EventS, Karlsruhe)
  • www.tattooconvention-mannheim.com (DSI EventS, Karlsruhe)
  • www.tattooconvention-reutlingen.de (U. M. Promotion)

finden sich einige spezielle Conventions, die zumeist jährlich stattfinden. Dazu kann sich jeder, der das Tätowierergewerbe ausübt oder dafür Produkte erzeugt, anmelden.

Eine größere Übersicht zu zahlreichen Conventions ist beispielweise unter

aufgeführt.

Motiv-Design und Stilrichtungen von Tattoos

Tätowierer werden mit sehr unterschiedlichen Motivwünschen konfrontiert. Dabei können Tätowierungen durchaus auch Funktionalität besitzen. Beispielsweise gibt es Mitgliedszeichen sowie rituelle oder sakrale Symbole. Eigene sexuelle Einstellungen und Vorlieben werden gern tätowiert, genauso wie der Name des oder der Angebeteten. 

International haben sich heute folgende Stilrichtungen durchgesetzt:

  • Newschool
  • Oldschool
  • Fantasy
  • Asia
  • Biomechanik
  • Tribal
  • Schriften (Lettering)
  • Fauna (Tiere)
  • Flora (Pflanzen)
  • Realistic (Realistik).

Die fertigen Motive, gut fotografiert, gesammelt und in einem kostbaren Bildband vorgestellt, können über den Verkauf des Buches eine hübsche Summe Geld einspielen. Bei den Größten der Branche dürfen das auch einmal Bücher im Wert von ca. 100 EUR sein. Diese Fotos dienen anderen Tätowierern oder deren Kunden als Idee oder Vorlage. Beispielsweise findet man unter www.sina-shop.de zahlreiche Tattoo-Bücher mit Motiven aller Genres. Die Bücher wurden über Verlage gedruckt oder sind im Selbstverlag hergestellt. Gelistet werden sie nicht nur in Insider-Shops wie bei SINA LANDERS, sondern ebenso bei Amazon oder Weltbild.

Tattoo-Bücher

Während der Weltbild-Verlag einige hochwertige bis gute Tattoo-Büchern von bekannten "Stechern" führt, die ihren Preis sicher auch wert sind, bekommt man bei Amazon bereits gebrauchte Exemplare unter einem Euro. Nur vom Genre her sind es spezielle Bücher - Tattoo-Bücher eben. Außer in der Thematik unterscheiden sie sich durch nichts von anderen Bildbänden oder stark bebilderter Lektüre. Was es bisher scheinbar noch nicht zu kaufen gibt, sind fertige Schablonen mit Motiven, die gestandene Tätowierer entwickelt haben. In den Lehrgängen lernen Tätowierer zwar, wie man eine Schablone herstellt. Aber es ist gängige Praxis, dass viele der Tätowierer mit einer Blaupause arbeiten.

Tattoo-Schablonen

In einschlägigen Fachgeschäften gibt es Schablonen für die Airbrush-Technik zum Aufmalen, und das in nicht gerade zahlreicher Auswahl. Hier könnten sich Tätowierer als Designer tummeln und neue Motive entwerfen, speziell für Tätowierer. Hergestellt werden Schablonen über ein geeignetes Grafikprogramm im Computer. Dabei lassen sich auch die einzelnen Farben trennen und daraus Detail-Dateien fertigen. Diese Grafiken werden dann mit Hilfe eines geeigneten Plotters aus haltbarer Folie oder Kunststoff ausgestanzt und können vielfach Verwendung finden. Einen solchen Plotter findet man in Druckshops oder bei einigen Werbeagenturen, die damit ihre Folienwerbung fertigen.

Wer natürlich lieber freihändig und flexibel arbeitet, nutzt das Papier eines Thermokopierers als "Schablone". Das Motiv wird einfach per Hand gezeichnet und dann zusammen mit dem Thermopapier auf der betreffenden Körperstelle des Kunden, möglichst rutschfest, platziert. Dann lässt sich das Motiv durch Nachzeichnen auf die Haut bringen und dem Kunden quasi als Anprobe vorführen. In diesem Entwicklungsstand sind immer noch Änderungen möglich. Dann gelingt das Tattoo garantiert.

Tattoo Artists als Gasttätowierer

Die Arbeit als Gasttätowierer ist in der Tattoo-Szene aus zwei Richtungen bekannt und beliebt. Einmal ist es ein größeres Highlight, vielleicht nicht nur unter den Tattoo-Begeisterten, wenn internationale Tattoo Artists für einige Tage in einem Tattoo-Studio vor Ort gastieren. Tätowierer und ihr Kundenstamm haben dann die Gelegenheit, den vielleicht bereits bekannten Stil und die Motive des Professionals zu bewundern.

Internationale Tattoo Artists

Regelmäßig ist dieses Thema mehr als nur eine kleine Nachricht in der Regionalpresse wert. Und wieder erreicht der ansässige Tätowierer damit auch ein kleines Stückchen Werbung für sich selbst. Für den bekannten Tattoo-Künstler wird sich die Reise, vielleicht eine ganze Tournee, auch lohnen, denn schließlich hat er seine Preise und kann vielleicht auch einige Bücher verkaufen. Die Termine der internationalen Tattoo-Künstler werden für Interessenten auf der Homepage veröffentlicht. Aber sicher sind auch Zeitungen und Zeitschriften bereit, unter den Veranstaltungen einen Hinweis darauf abzudrucken.

Die Offerte an das Kundenklientel auf der Homepage lautet dann beispielsweise so:

Folgende Gasttätowierer sind 2012 bei uns - Termine bekommt ihr über die jeweilige Homepage.

20-27.03 Indio www.tatuajesdereyes.com - Mexico
03.-05.04 Andrea www.afferniandrea.com - Italien
23.-28.07 Eva Schatz www.evaschatz.com  - Österreich
22.-31.10 Khan www.khantattoo.com  - Japan


Tätowierer auf Reisen

Die andere Möglichkeit, die für erfahrene Fortgeschrittene in der Branche gilt, ist die, dass Tattoo-Studios immer wieder nach Gast-Tätowierern suchen. Sie sollen das Team unterstützen und mit ihrem eigenen Stil bereichern. Denn nicht jeder Tätowierer kann jedes Motiv-Design gleichermaßen beherrschen. Allerdings sind dafür einige Jahre Erfahrungen und auch Referenzen notwendig. Aber gut für die eigene Karriere ist es sicherlich, in anderen Tattoo-Studios Erfahrungen als Gasttätowierer zu sammeln. In diesem Falle eignet sich die Arbeit auch vorrangig für bereits gestandene Tätowierer, die noch über kein eigenes Tattoo-Studio verfügen. Manche tätowieren auch nur auf dieser Basis und sind das ganze Jahr unterwegs. Diese Jobs werden auf der Homepage des suchenden Tattoo-Studios ausgeschrieben. Vorab lässt sich einfach in einem Studio einmal anfragen, ob man als Gasttätowierer dort arbeiten kann.

Beispielsweise könnte hier ein Jobangebot so formuliert sein:

Gasttätowierer gesucht!

Wir suchen derzeit dringend Verstärkung für unser Studio. Da uns die Termine über den Kopf wachsen und wir noch Platz für einen Tätowierer haben, suchen wir noch Unterstützung.

Wir bieten fähigen und interessierten Tätowierern professionell ausgebaute Arbeitsplätze, einen großen Kundenstamm und eine nettes Team. Wenn Du also über die nötigen Skills verfügst und gern eine Zeit als Gasttätowierer bei uns arbeiten möchtest, freuen wir uns über Deine Anfrage. (Quelle: black-line.de/aktuelles/news-detailanzeige/eintrag/22/)

Das Tatoo-Studio im Internet

Eine eigene Internetseite ist für ein Tätowier-Studio ein Muss. Denn der Kundenstamm rekrutiert sich nicht aus einem Laufgeschäft wie im Bäckerhandwerk. Sicher lebt ein Studio zum großen Teil von Empfehlungen. Aber auch die neuen Interessenten möchten sich gern vor dem Besuch im Studio eine eigene Vorstellung von dem machen, was dann auf sie zukommt. Je mehr ein potentieller Kunde über das Tätowier-Studio weiß, das er aufsuchen möchte, desto unkomplizierter verläuft die Kommunikation dann vor Ort. Er kann sich ein Bild von den Techniken des Tätowierers sowie seinen Erfahrungen machen und findet durch eine Anfahrtskizze vielleicht den Weg etwas einfacher.

Anforderungen an die Homepage

Daraus resultiert die Anforderung an die Homepage, das Geschäft und das darin arbeitende Team kurz vorzustellen. Die meisten Homepages im Internet gehen hier sehr sparsam mit Informationen um. Potentielle Kunden interessiert schon eine Art von Vita, die den betreffenden Tattoo Artist beschreibt. Aber Tattoo-Künstler scheinen schweigsame Menschen zu sein, die nicht gern über sich selbst reden. In möglicherweise auf den Homepages veröffentlichten Presseartikeln erfährt man ein wenig mehr über sie. Aber die Grundinformationen daraus gehören einfach in eine Homepage hinein. Auch andere Künstler oder Dienstleister allgemein müssen sich mit Firmengeschichte, Historie oder zumindest einer Vita bzw. Lebenslauf o. ä. darin vorstellen. Sonst würde eine Homepage nicht viel mehr als eine Gallery oder ein Foto vom Geschäft nebst Adresse aussagen.

Auf die Homepage gehören natürlich die Öffnungszeiten und die Kontaktmöglichkeiten. Ob nun nebenberuflich oder nicht, sollte der Tattoo Artist darin seine Arbeitsweise beschreiben. Bilder als einziges "Aushängeschild" genügen hier nicht mehr, da die Tätigkeit eines Tätowierers nicht unbedingt zum Allgemeinwissen gehört. Daneben können die Messe- und Veranstaltungstermine, auch als Historie, veröffentlicht werden. Und ob der jeweilige Tätowierer Mitglied im Berufsverband ist, wäre nur eine werbewirksame Information mehr, die für ihn spricht, nicht gegen ihn. So dunkel und mysteriös auch das jeweilige Motiv-Design sein mag, muss doch die Homepage nicht immer ebenfalls in dunklen Farben gestaltet werden. Mit einem Tattoo will man zumeist einen neuen Schmuck anlegen und diesen der Welt präsentieren. Etwas mehr Lebensfreude oder einige hellere Bereiche wären in der farblichen Gestaltung schon wünschenswert.

Gimmicks in der Homepagegestaltung

Warum soll einem nicht etwas Neues einfallen, was die Kollegen auf ihrer Homepage vermissen lassen? Ideal für den telefonischen Kontakt oder den Kontakt über Internet wäre ein öffentlicher Terminkalender, wie ihn viele Pensionen im Internet vorweisen können. Anhand dessen sucht sich der Kontaktsuchende bereits einen Tag heraus und muss während des Gesprächs nicht erst überlegen. Möglicherweise wäre es auch leichter für Vorbereitung der Sitzung, wenn der Kunde eine Motividee per Image-Upload gleich im Formular mitschicken könnte. Vielleicht wären einige Preisinformationen zur Orientierung auch nicht verkehrt. Dass man seine Mitbewerber nicht gern über seine Kosten informieren möchte, ist klar. Aber die meisten Unternehmen verwenden die Preisorientierung heutzutage. Auch das erleichtert in der nächsten Kommunikationsstufe die Verständigung. Also hier könnte in diesem Gewerbe noch viel getan werden, um interessanter für potentielle Kunden zu werden.

Tattoo entfernen: Ich hab´s doch gleich gewusst, Verfahren und Methoden

Nicht immer ist der Kunde ein Leben lang glücklich mit seinem Tattoo. Selbstverständlich gibt es Verfahren, um eine Tätowierung auch wieder zu entfernen. Die jeweilige Prozedur ist jedoch in der Regel sehr zeitaufwendig und in manchen Fällen auch nicht ganz ungefährlich.

1. Die Entfernung mit Laserstrahlen

Bei der Entfernung einer Tätowierung mit Laserstrahlen werden der Nd:YAG-Laser und der Rubinlaser verwendet. Mit der Wellenlänge, die auch das Farbpigment in der Haut besitzt, werden die körpereigenen Verkapselungen der Farbpigmente aufgebrochen. Dadurch kann zumindest ein Teil der jeweiligen Farbe pro Sitzung entfernt werden. Insgesamt rechnet man mit zwei bis zehn Behandlungen je Farbe. Ältere Tätowierungen lassen sich unter Umständen mit einem Laser gar nicht entfernen. Das bleibt daher auszuprobieren. Als Kunde zahlt man für die Entfernung eines Tattoos durch die Laserentfernung daher 250 bis 1.000 EUR.

2. Alternative Methoden

Eine Alternative zur aufwendigen Laserbehandlung sind Verfahren mit flüssigen Tattoo-Entfernern. Diese enthalten etwa 40 Prozent links- oder rechtsdrehende Milchsäuren. Das Entfernungsmittel wird mit einer Nadel wie beim Tätowieren unter die Haut gespritzt. Dadurch beginnt der Körper, die eingebauten Farbpigmente wieder abzustoßen. In einer so hohen Konzentration der Milchsäure sind allerdings Entzündungsreaktionen der Haut möglich, wobei auch Narben entstehen können. Hier sind noch wissenschaftliche Untersuchungen notwendig, um dieses Verfahren zu optimieren. Die Diathermie scheint eine effektivere Methode zu sein, um Tattoos zu entfernen. Mit Hilfe von Mikrowellen werden umliegende Hautzellen zerstört und mit den Farbpigmenten abgebaut. Entsprechend fein dosiert sollte nicht einmal eine Narbe zurückbleiben.

Neuartige Farben zum Tätowieren werden heute teilweise schon auf Kunststoffbasis hergestellt. Die Haltbarkeit und die Farbbrillanz soll sich genauso wie bei traditionellen Farben verhalten. Allerdings lassen sich diese Farben leichter entfernen, verspricht der Hersteller. Die Ursache liegt darin, dass in der Kunststofffarbe wesentlich kleinere Farbpartikel enthalten sind, die nach dem Zertrümmern der Ummantelung mit dem Laser schneller abgebaut werden können. In der Diskussion sind noch Farben auf Wasserbasis, die allerdings biologisch nicht stabil sind. Bisher darin verwendete Konservierungsmittel sind nach der Resolution des Europarates nicht mehr einsetzbar und müssen durch andere ersetzt werden.

Es ist durchaus nicht selten, dass eine dermatologische Praxis gemeinsam mit einem Tattoo Artist, einem Piercing-Studio sowie einem Schmuckgeschäft unter einem Dach arbeitet. Damit werden die Kunden in jedem einzelnen Bereich zugleich auch medizinisch betreut.

Gesundheitliche Probleme

Beim Entfernen von Tattoos kann es durchaus zu Entzündungen der Haut kommen, die mit kortisonhaltiger Salbe behandelt wird. Deshalb sollten zwischen jeder weiteren Behandlung mehrere Monate an Zeit verstreichen, damit sich die Haut regenerieren kann. Sonnenbäder in jeglicher Form sind für diesen Zeitraum ausgeschlossen, da sie die Haut zusätzlich schädigen würden. Die Farbpartikel werden durch das Immunsystem abtransportiert und zumindest teilweise in den Lymphknoten und der Leber gespeichert. Deshalb könnten nach der vollständigen Entfernung des Tattoos eine Leberreinigung und eine Schwermetallausleitung sinnvoll sein.

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