Selbstständig machen im Haustier-Bereich - Hier gibt es Chancen

Die Deutschen gehören zu den tierfreundlichsten Menschen weltweit. Deshalb geben Haustierbesitzer für das Wohl ihrer Tiere ein kleines Vermögen aus. Im letzten Jahr waren es unglaubliche 3,8 Milliarden Euro, die für Tierfutter, bei Hundefriseuren und Ladengeschäften und Onlineshops für Haustierzubehör in Umlauf gebracht wurden. Bei derartigen Umsätzen liegt es nahe, sich beim Ziel „Selbstständigkeit“ mit dem Gedanken anzufreunden, ein eigenes Geschäft zu eröffnen.

Marktvolumen für Heimtierbedarf in Deutschland
Bild: ZZF / Statista.de

Mit Hunden arbeiten

Eine Hundeschule ist nur eine von vielen Möglichkeiten, sich im Haustier-Bereich selbstständig zu machen. Hier lernen nicht nur die Tiere auf Kommandos zu hören. Oft sind es die Besitzer selbst, die in einer guten Schule mit dem "Aha-Effekt" nach Hause gehen, weil auch sie in die Ausbildung ihres Tieres mit einbezogen wurden. Um Hundetrainer zu werden, benötigen auch Sie natürlich eine umfassende Ausbildung und viel Erfahrung im Umgang mit Tieren. Diese Ausbildung und die ersten Schritte in der Praxis können durchaus die Basis für eine eigene Hundeschule sein. Da es jedoch meist einige Jahre dauert, bis Sie stabile Einkünfte haben, sollten Sie hier über eine sinnvolle Verknüpfung nachdenken. So könnte die Hundeschule auch in Kombination mit einer Hundepension eröffnet werden.

Beachten Sie die gesetzlichen Vorschriften!

Um einen solchen Weg zu gehen, benötigen Sie die erforderlichen Genehmigungen, die Sie bei den zuständigen Behörden bekommen. Die Auflagen können in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich sein. Vor allem sollten Sie sich bei den Regularien für die Haltung bzw. den Umgang mit Listenhunden auskennen und etwaige Auflagen umsetzen können.

Mit dem Hund zum Friseur - direkt zu Ihnen

Wenn Sie gern mit Tieren arbeiten, dann ist auch der Hundefriseur eine Alternative für den Weg in die Selbstständigkeit. Eines sei vorneweg gesagt: Der Hundefriseur wird in der Regel auch Groomer genannt. Der Begriff leitet sich vom englischen Wort „groom“ ab, das übersetzt „pflegen“ bedeutet. Der Beruf sowie seine Bezeichnung sind in Deutschland nicht geschützt. Insofern könnten Sie theoretisch sofort beginnen. Dennoch: Gerade Hundehalter legen größten Wert auf eine professionelle Behandlung ihrer Lieblinge. Auch eine gesetzlich geregelte Ausbildung gibt es nicht.

Ihr Wissen können Sie sich dennoch an privaten Akademien oder Schulen aneignen. Und genau das sollten Sie lange vor der Eröffnung Ihres Privatsalons für Hunde tun: Lernen Sie, wie die unterschiedlichen Rassen geschnitten bzw. getrimmt werden. Beim Waschen und Schneiden kann es zu kleinen Verletzungen kommen. Hier sollten Sie wissen, wie die Wundbehandlung durchgeführt wird. Mit Sicherheit werden Ihre Kunden Professionalität zu schätzen wissen, wenn es darum geht, Hautkrankheiten oder Wunden zu erkennen. Insofern wird zu Ihrer Ausbildung zum Hundefriseur auch ein Praktikum bei einem Tierarzt für Ihre berufliche Zukunft sehr hilfreich sein.

Als Hundefriseur mit einem eigenen Geschäft liegt es nahe, auch Zubehör zu verkaufen. Dies beginnt bei verschiedenen Bürsten. Auch hier ist wieder Fachwissen verlangt, denn die Fellart und Länge des Haarkleides verlangen unterschiedliche Pflegeprodukte. Damit haben Sie bereits das weit umfassende Thema „Verkauf“ erreicht. Haustierzubehör reicht von einfachen Schlafplätzen für Hunde, über Halsbänder bis hin zu luxuriösen Futternäpfen und delikaten Snacks. Als Neueinsteiger müssen Sie sich ein Profil erschaffen und wissen, welche Kunden Ihre Zielgruppe sind.

Vom Verkauf zum Onlineshop

Neben dem Ladengeschäft liegt die Eröffnung eines Onlineshops für Tierfutter und Zubehör nahe. Sofern Sie eigenes Wissen zur Erstellung eines Onlineshops mitbringen, kann ein solches Geschäft eine gute Nebeneinnahmequelle sein. Sollten Sie jedoch einen Webdesigner benötigen, kann die Eröffnung sehr kostenintensiv werden. Sofern Sie täglich zwei Stunden aufbringen können, um Bestellungen abzuwickeln und neue Beiträge einzustellen, um Ihren Onlineshop potenziellen Kunden bekannt zu machen, ist der Gedanke nahe liegend. Für einen gut laufenden Onlineshop werden Sie besonders in der Anfangszeit viel Zeit aufwenden müssen bis regelmäßig Bestellungen eintreffen.

Hautnah mit den Tieren arbeiten - als Tierheilpraktiker

In Deutschland ist der Beruf des Tierheilpraktikers nicht geschützt und verlangt keine tierärztliche Approbation. Doch auch hier werden Sie ohne professionelles Wissen nicht erfolgreich werden. Dennoch ist die Handhabung in Deutschland verschieden. Einige Bundesländer verlangen mindestens einen Sachkundenachweis. Für eine gute Ausbildung können Sie ein Fernstudium an einer privaten Schule abschließen. Hier erlernen Sie das notwendige Fachwissen in Bereichen der Anatomie, Tierpsychologie und natürlichen Heilverfahren wie Homöopathie oder Akupunktur. Die Kosten für die Ausbildung tragen Sie in der Regel selbst. Eine grundlegende Ausbildung zeigt Ihre Verantwortung und schafft das Vertrauen zu Haustierbesitzern.

Letztendlich gilt ...

Neben den gesetzlichen Formalitäten wird Ihre Tierliebe die wichtigste Basis Ihrer Arbeit sein. Ob Sie sich am Ende für eine Tierpension entscheiden oder sich zum Tierheilpraktiker entwickeln. In jedem Falle wird Ihre Professionalität der ausschlaggebende Faktor für den Erfolg sein. Bevor Sie sich für diesen Weg entscheiden, sind diverse Praktika hilfreich auf der Suche nach der richtigen Entscheidung. Letztendlich reagieren auch die Tiere auf einen Menschen und fühlen, wer ihnen wohlgesonnen ist.

 

Autorin: Edith Obermaier, freie Journalistin, hat viele Jahre als Berufsberaterin gearbeitet.  Als Autorin spezialisierte sie sich auf die Bereiche Wirtschaft, Natur und Erziehung. Derzeit gehört sie zum Redaktionsteam auf Hunde.de.

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