Welche Kosten kommen monatlich auf einen Existenzgründer zu?
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Diese Frage ist oft gestellt worden und wird mit sich von jedem Berater anders antwortet. Zunächst einmal kommt es darauf an, in welcher Branche der Gründer tätig wird, was er selbst für Ansprüche an sich und seinen Leben stellt und welchen Lebensstandard er bisher hatte. Wir möchten an dieser Stelle einen kurzen Überblick über die monatlich verpflichtenden Ausgaben des Existenzgründers sowie die sinnvollen zusätzlichen Belastungen geben.
Pflichtausgaben der Existenzgründung
Unter dem Stichwort Pflichtausgaben, fassen wir alle Aufwendungen, Kosten und Ausgaben zusammen, die der Existenzgründer und künftig monatlich aufbringen muss und welche sich gleichzeitig nicht vermeiden lassen. Dabei kann es sich um gesetzliche Vorschriften oder um existenziell wichtige Ausgaben handeln.
Krankenversicherung
Der Existenzgründer und Unternehmer ist seit dem 1.1.2009 verpflichtet eineKrankenversicherung im Rahmen seiner hauptberuflichen Selbständigkeit abzuschließen. Dies kann entweder eine gesetzliche Versicherungen oder eine private Krankenversicherung sein. Wir haben bereits den Unterschied von gesetzlicher und privater Krankenversicherung erläutert. Der Beitrag derprivaten Krankenversicherung kann an dieser Stelle nicht eindeutig beziffert werden, da er vom persönlichen Gesundheitszustand, vom gewählten Tarif der Krankenversicherung und anderen Parametern abhängig ist. Bei dergesetzlichen Versicherung wird derzeit mit einem Beitragssatz von 14,9%* gerechnet, so dass ein monatlicher Krankenversicherungsbeitrag von ca. 199,08 EUR (14,9% zzgl. 0,9% Sonderbeitrag) zuzüglich Pflegeversicherung von 27,72 EUR (1,95% von 1.260 EUR, bei kinderlosem Existenzgründer), so dass insgesamt circa 230 € monatlich für die gesetzliche Krankenversicherung zu zahlen sind.
* Für Existenzgründer mit Gründungszuschuss wird auf die ermäßigte Beitragsbemessungsgrundlage von 1.260 EUR der Krankenversicherungsbeitrag berechnet. Diese Beitragsbemessungsgrenze und damit auch der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung steigt nach Wegfall desGründungszuschusses.
Für wen eine private Krankenversicherung günstiger sein kann, als einer gesetzliche Krankenversicherung haben wir in unserem Artikel zum Thema gesetzliche oder private Krankenversicherung tabellarisch dargestellt.
Zusatzausgaben der Existenzgründung
Unter den Zusatzausgaben bei einer Existenzgründung verstehen wir alle privaten oder betrieblichen Ausgaben, die nicht vom Gesetzgeber vorgeschrieben wurden, jedoch im Rahmen der Existenzgründung sinnvoll oder notwendig sind. Diese Ausgaben können von Gründer zu Gründer variieren und im Zweifel auch reduziert oder gänzlich weggelassen werden.
Rentenversicherung
Abhängig von der Branche müssen einige Existenzgründer auch Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlen. Der Großteil der Gründer jedoch, es ist davon befreit und kann freiwillig der gesetzlichen Rentenversicherung beitreten oder eineprivate Rentenversicherung abschließen. Der Beitrag der gesetzlichen Rentenversicherung beläuft sich auf mindestens 79,60 EUR und kann variabel bis maximal 1.054,70 EUR monatlich gestaltet werden. Die meisten Existenzgründer jedoch verzichten in den ersten Monaten und Jahren auf eine freiwillige Rentenversicherung und kümmern sich erst bei einem gesicherten Einkommen um eine Altersvorsorge. Lesen Sie zum Thema Rentenversicherungspflicht bei Unternehmern dazu auch unseren umfassenden Artikel.
freiwillige Arbeitslosenversicherung
Dieser Versicherung zählt ebenso zu den Zusatzausgaben, da sie vom Gesetzgeber nicht für Existenzgründer verpflichtend abzuschließen ist. Obwohl sie eine äußerst sinnvolle und gute Absicherung für den Gründer darstellt, wird sie bei weitem nicht von jedem Existenzgründer genutzt. Die freiwilligeArbeitslosenversicherung schlägt derzeit mit monatlich 17,64 EUR (Ost 14,95 EUR) zu Buche und sichert den Existenzgründer im Falle der Geschäftsaufgabe in Sachen Arbeitslosengeld ab. Dieses bleibt durch die freiwillige Arbeitslosenversicherung bestehen und kann nach der Gewerbeabmeldung wieder genutzt werden. So wird eine Abhängigkeit vom Arbeitslosengeld II oder Hartz IV vermieden.
Betriebsausgaben
Betriebsausgaben sind bei jedem Unternehmer individuell und abhängig von der Branche sowie der Unternehmensgröße. Dienstleistungsunternehmen haben wenig Materialeinsatz, viel Bürobedarf und Telefonkosten und weniger Reisekosten oder Kfz Kosten. Handwerker dagegen haben höhere Reisekosten,Personalkosten oder Materialkosten, dagegen weniger Bürobedarf oder Verpackungsmaterial usw. Was alles genau zu den Betriebsausgaben zählt, kann man im Lexikon der Betriebsausgaben nachlesen. Darüberhinaus sollte der Existenzgründer mit unserem kostenlosen Onlinerechner seinenKapitalbedarf ermitteln. In diesem Kapitalbedarf wird sowohl der private (private Lebenshaltungskosten) als auch der betriebliche Kapitalbedarf (die Betriebsausgaben) zusammengefasst. Bei diesen Kosten kann der Existenzgründer in schwierigen Zeiten sparen, so zum Beispiel billiger und weniger telefonieren, effizienter arbeiten oder die Fahrtkosten senken durch sinnvolle Routenplanung. WelcheVersicherungen eine Existenzgründer benötigt ist ebenso relativ zu sehen wie die Frage nach dem besten Berater zur Existenzgründung.
private Lebenshaltungskosten
Die Kosten der privaten Lebensführung oder Lebenshaltungskosten sind zwar steuerlich gesehen nicht absetzbar, jedoch müssen sie vom erwirtschafteten Geld (Gewinn) bezahlt und getragen werden. Daher müssen diese Kosten auch bei den regelmäßigen Ausgaben des Existenzgründers berücksichtigt werden. Ebenso wie die Betriebsausgaben können auch die Kosten der privaten Lebenshaltung Kapitalbedarf zusammengefasst werden. Dazu dient wieder unser kostenloser Onlinerechner.
Weitere Kosten
Die von uns oben genannten Kosten sind nur die wichtigsten und zugleich die Kosten, die die meisten Existenzgründer haben. Selbstverständlich können individuell weitere Kosten wie Ratenkredite, Unterhaltszahlungen oder andere Verpflichtungen das Budget der Existenzgründung belasten. Gerne können Sie weitere Kosten oder anfallende finanzielle Belastungen hinsichtlich der Existenzgründung aufführen und kommentieren.
Quelle:
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Lexikon
- Gründungszuschuss
- Kosten
- Kosten der privaten Lebensführung
- Beitragsbemessungsgrenze
- Arbeitslosenversicherung
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Magazin
- Wann sollte der Existenzgründer sich privat oder gesetzliche krankenversichern
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- Private oder gesetzliche Krankenversicherung?
- Welcher Berater kann bei der Existenzgründung helfen? FAQ 27
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Über den Autor

- Torsten Montag
- Ich bin Dipl. Betriebswirt, zugelassener eCommerce-Berater der KfW-Bank und Experte im Bereich Suchmaschinenoptimierung sowie Geld verdienen im Internet.
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