Mit einem Onlineshop Geld verdienen, nichts leichter als das
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So gehen scheinbar viele Existenzgründer an das Geld verdienen ran, das haben wir zumindest in unserem Forum bei einigen Gründern bemerkt. Da möchte man dem Arbeitslosengeld entfliehen, ohne Idee, keine Kontakte, noch nicht einmal das Netz nach Konkurrenten abgecheckt. Was machen wir? Weiß nicht, lass uns einen Onlineshop eröffnen. Wir verkaufen irgendwas und werden reich.
Kann man mit einem Onlineshop wirklich über Nacht reich werden?
Mit Sicherheit nicht, hier sollte eher die Frage gestellt werden, ob man mit einem Onlineshop über Nacht Geld verdienen kann? Das schon eher, fraglich ist nun, ob dieses Geld zum Leben reicht, ob es auch nach Gründungszuschuss oder Einstiegsgeld die Existenz sichert. Und dazu gehört eben nicht nur Handy und Zigaretten oder ein Auto. Nein, die Existenz heißt in diesem Sinne Miete, Versicherungen, zumindest eine Krankenversicherung (ca. 300 EUR mtl.), Lebensmittel, Kleidung und die ein oder andere Rücklage. Zusammen gerechnet sind das nach unseren Erfahrungen ca. 1.000,- EUR Gewinn pro Monat, die der Gründer langfristig erwirtschaften muss. Wie viel Umsatz der Existenzgründer dafür erbringen muss, kann leicht mit unserem Onlinerechner zur Rentabilitätsvorschau ermittelt werden. Dazu erst alle kalkulierbaren und bekannten Kosten eingeben zzgl. 1.000,- EUR Gewinn = nötiger Umsatz pro Monat.
Was sollte bei der Existengründung mit einem Onlineshop beachtet werden?
Sowohl im Artikel Geschäftsidee Teil 5 - Geld verdienen mit dem eigenen Onlineshop als auch in der Reihe Der Weg zum eigenen Onlinehandel mit oder ohne eBay haben wir versucht, die wichtigsten Schritte und Vorüberlegungen zu durchdenken und entsprechend an die Sache heranzugehen. Doch einige Posts im Forum haben uns nun dazu veranlasst, diesen Irrglauben aus der Welt zu schaffen. Der Irrglaube: "Onlineshop ins Netz = Geldhahn auf und los geht´s." Auch Peer Wandinger hat zu diesem Thema diverse Artikel geschrieben. Lohnt sich ein Onlineshop noch? ist nur eine der häufigen Fragen in diesem Zusammenhang. Auch Interessant der Artikel Warum neu starten? Kaufen Sie sich einen Onlineshop.
Wie viele Besucher sind viele Besucher?
Das wohl wichtigste vorweg: Ein Onlineshop lebt nur von einer Masse von Besuchern, also nicht etwa 10 oder 50 pro Tag, nein, wir reden hier von 1.000 Besuchern aufwärts, erst dann kann man so viele Bestellungen generieren, das daraus in der Masse ein Gewinn erwirtschaftet wird, von dem man Leben könnte. Denn die Rechnung bei einem Onlineshop geht wie folgt:
1.000 Besucher generieren bei einer durchschnittlichen Bestellrate (Conversionrate) von vielleicht 0,5% ungefähr 5 Bestellungen. Wir rechnen mit einer Stornoquote (Bestellabbrecher, Zurücksender, falsche Adresse, bezahlen nicht, wollten nicht bestellen, wissen von nichts mehr usw.) von ca. 20 % macht also eine Bestellung. Verbleiben noch 4. Bei einem durchschnittlichen Bestellumsatz von 50 EUR und einem Gewinnaufschlag von vielleicht 20%, ermittelt sich ein Rohgewinn pro Bestellung von ca. 8,33 EUR (50 EUR = 120% und 20 % Gewinn ist somit 8,33 EUR). Das sind bei 4 Bestellungen stolze 33,32 EUR pro Tag. Klingt erst mal super. Das Ganze mal 31 Tage, wären 1.032,92 EUR. Davon müssen wir aber noch den Shop bezahlen, die Werbung für die Besucher, Verpackung, Versand und Geld für die privaten Dinge des Lebens brauchen wir ja auch noch. Puh, da sieht´s dann zappenduster aus. Hoffentlich macht einer das Licht wieder an. Also, so geht´s nicht. Wie man sieht, kommt man in unserer Beispielrechnung selbst mit 1.000 Besuchern nicht sehr weit. Nur zur Info, bei Google Adwords zahlen Sie für 1.000 Besucher und einem Klickpreis von minimalen 5 Cent stolze 50 EUR - pro Tag versteht sich.
Die Frage ist nun, wo man diese vielen Besucher herbekommt?
Die 5 wichtigsten Möglichkeiten, um Besucher zu bekommen
(nicht relevanzsortiert)
- Textanzeigen mit Google AdWords, Bezahlung pro Klick - kostenaufwendig, zeitsparend, effizient.
- SEO (Suchmaschinenoptimierung), Bezahlung nach Aufwand oder Erfolg - zeit- oder/und kostenaufwendig, effizient, u.U. risikoreich. Hier derGrundkurs SEO
- Eigene Aktivität in fremden Foren, Blogs und Communities, um so den eigenen Shop zubewerben, mehr dazu im Shopmarketing - zeitaufwendig, kostenminimal.
- Werbung in fremden Newslettern - hier ein Verzeichnis für Newsletter - kostenaufwendig, zeitsparend, u.U. Besucherüberlastungsgefahr für Shop.
- Starten Sie eine Weblog, um zu einem bestimmten Thema regelmäßig zu schreiben, um so die Aufmerksamkeit der Zielgruppe zu erregen - zeitaufwendig, effizient.
- Bannerwerbung in Werbenetzwerken, Agenturen oder auf bestimmten Seiten mit Ihrer Zielgruppe schalten - kostenaufwendig, risikoreich, nicht unbedingt erfolgssicher.
Bei einigen der Möglichkeiten kommen Sie um einen Berater oder einen sachverständigen Fachmann nicht herum, es sei denn, Sie kennen sich mit sämtlichen hier beschriebenen Möglichkeiten aus.
Die 10 wichtigsten Schritte vor der Entscheidung, mit einem Onlineshop Geld verdienen zu wollen
- Konkurrenz beobachten - wer ist da, in welchem Umfang wird verkauft, zu welchen Preisen, wie lange wird schon verkauft?
- Wie viele Seiten und Textanzeigen gibt es zum wichtigsten Stichwort Ihres Shops bei Google?
- Kann ich das Produkt auch in 5 Jahren noch verkaufen oder handelt es sich um ein Trendprodukt oder um einen Hype?
- Zu welchen Preisen bekomme ich meine Waren oder kann ich diese selbst herstellen?
- Bin ich mit Gewinnaufschlag und meinen Gemeinkosten noch konkurenzfähig?
- Wie bekomme ich Besucher in meinen Shop?
- Wie lange kann ich eine finanzielle Durststrecke überbrücken?
- Welche Alternativen habe ich zur Existenzgründung mit dem Onlineshop?
- Wie effizient oder risikoanfällig sind diese Alternativen im Gegensatz zum Onlineshop?
- Habe ich Unterstützung oder kenne ich Berater in Sachen PHP-Programmierung, Grafik und SEO (Suchmaschinenoptimierung) bzw. Onlinemarketing allgemein?
Sie müssen alle Fragen exact beantworten können und einen Konzept diesbezüglich haben, erst dann lohnt es sich, weiter über das Projekt nachzudenken und ggf. Berater hinzuzuziehen.
Ein Beispiel für die obigen 10 Punkte:
Im Forum wurde zur Online Handel mit Hundezubehör auch die Existenzgründung mit Onlneshop in Erwägung gezogen. Wir gehen nun Schritt für Schritt exemplarisch durch:
Hier das Googlesuchergebnis für Hundezubehör.
- In den ersten 10 Suchergebnissen allein 9 Onlineshops mit passenden Domainnamen. Ohne auf die Seiten zu sehen, erkennt man hier, das Hundezubehör verkauft wird. Die ältesten Shop verkaufen bereits seit 1999 (gute 10 Jahre) - sind also alte Hasen in dem Geschäft. Preise haben wir nicht geprüft, bei der Fülle an Wettbewerbern gehen wir jedoch von einem wahren Preiskampf aus.
- Seiten: 237.000 und Textanzeigen derzeit ca. 71 (Stand 04.05.09) - damit wird das Wort Hundezubehör sehr stark beworben. Das kann übrigens mit dem kostenlosen Keywordtool von Google AdWords geprüft werden.
- Hundezubehör kann eigentlich immer verkauft werden, es ist kein Trend oder eine Modeerscheinung.
- Das sollte der Gründer mittels Kostenvoranschlägen im Vorfeld prüfen. Im Falle der Eigenherstellung sollte der Stückpreis der Herstellung ermittelt werden.
- Das ist das Resultat aus Nr. 4 und den zu ermittelnden Gemeinkosten plus Gewinnaufschlag. Hier könnte ggf. ein Berater befragt oder zu Hilfe genommen werden.
- Dazu gibt es mehrere Varianten: a) Eine ist, auch AdWords Werbung neben den bereits bestehenden 71 Anzeigen zu schalten, äußerst fragwürdig, ob das noch was bringt. b) Suchmaschinenoptimierung, um mit dem Begriff Hundezubehör unter die TOP 3 bei Google zu kommen, noch schwerer als a) oder c) Werbung auf anderen Seiten für seinen Shop kaufen, sehr teuer. Langfristig würde hier vielleicht eine eigene Community, ein Forum oder ein Blog zum Thema was bingen, ist aber sehr zeitaufwendig und mit Sicherheit innerhalb des Gründungszuschusses nicht zu bewältigen.
- Beim Stichwort Hundezubehör sollte man eine Zeit von mindestens 2 bis 3 Jahren einplanen.
- Individuell, z.B. die selbst hergestellten Hundeleinen usw. auf Märkten oder im Kreise seines Hobbies verkaufen, an Vereinsmitgleider usw.
- Diese Alternative ist weniger risikoanfällig und kapitalintensiv. Man kann sofort verkaufen und muss nicht erst den Shop startklar machen.
- In diesem Fall sollte man zumindest jemanden haben, der sich mit SEO oder Onlinemarketing auskennt. Auch ein Unternehmensberater, der die Kalkulationen im Vorfeld durchführt ist hier sehr angebracht.
Fazit
Ein Onlineshop ist mehr als nur Artikel in einem kostenlosen oder auch kostenpflichtigen Internetshop und nicht jeder Shop hält auch das was er verspricht. Ein Shop geht nicht von allein gut, er muss regelmäßig gepflegt, beworben und interessant gemacht werden. Besucher kommen nur dann, wenn Google der Meinung ist, dass die Seite zu einem bestimmten Schlagwort wie Hundezubehör relevanter ist als andere Seiten. Das hängt von verschiedenen Faktoren ab. Unter anderem vom Alter der Konkrenzseite.
Viele Anbieter werben damit, Ihnen für den Preis von mtl. 9,95 EUR den Shop und zusätzlich noch Werbung, Marketing und SEO samt Besuchern zu verschaffen - SO ETWAS GIBT ES NICHT - zumindest nicht für den Preis. Was kostet SEO wirklich, das könnte der Beitrag vonJohannes Beus verraten.
Also, reich kann man werden, nicht über Nacht und nicht mit Sachen wie Hundezubehör, da sind leider schon andere früher reich mit geworden. Es muss schon was Ausgefallenes, was Extravagantes, noch nicht dagewesenes, einfach ein neuer Artikel, ein total überarbeiteter Artikel oder eine super Eigenherstellung zu einem wahnsinns Verkausfpreis mit identischer Qualität sein, dann könnte es was werden. Dabei wünschen wir viel Erfolg.
Noch ein Tipp zum Schluss: Sehr häufig wird gefragt, ab wann man für seine Website ein Gewerbe anmelden muss. Ist gar nicht so schwer, einfach mal lesen.
Video dazu im GründerlexikonTV
Quelle:
Eigene ErfahrungenBenutzer die diesen Artikel gelesen haben, haben auch folgende Artikel gelesen:
-
E-Books
- Online erfolgreich Geld verdienen mit unseren 20 Regeln (Download nur für Registrierte Benutzer)
-
Lexikon
- Einstiegsgeld
- Gründungszuschuss
- Beitrag
- Umsatz
- SEO
-
Magazin
- Ab wann muss man für eine Internetseite ein Gewerbe anmelden? FAQ 32
- Geschäftsidee Teil 5 - Geld verdienen mit dem eigenen Onlineshop
- Der Weg zum eigenen Onlinehandel mit oder ohne eBay
- Marketing für eBay und Onlineshop
- Tipps für Dropshipping, Direktversand und Restpostenhändler
-
Online Rechner
- Rentabilitätsvorschau
-
Ratgeber Fragen
- Geld verdienen ohne Risiko
- Online Handel mit Hundezubehör
- kredit für existenzgründer?
- ich suche jemanden für einen Geschäftsaufbau
- Zielgruppe Soldat
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- Torsten Montag
- Ich bin Dipl. Betriebswirt, zugelassener eCommerce-Berater der KfW-Bank und Experte im Bereich Suchmaschinenoptimierung sowie Geld verdienen im Internet.
NEU: Mein Videocast
Ich betreibe seit kurzem unter GründerlexikonTV auf youtube einen Channel. Dort werden nicht nur fachliche Videos zu sehen sein, sondern auch unregelmäßig ein Videocast zum eCommerce und Geld verdienen im Internet von mir veröffentlicht. Sei dabei, mach mit und lerne von meinen Fehlern und Erfahrungen.
Weitere interessante Webprojekte:
Lexikon der Betriebsausgaben
Betriebswirtschaft satt
kommentiert von Gast am 10. Mai 2009
Mit dem Geld verdienen ist das so eine Sache, viele Glauben das es einfach ist eine Webseite zu entwickeln und diese online zu stellen und die Besucher kommen automatisch. Das wäre schön wenns so wäre, besonders in Branchen wie Reiseanbieter oder ähnliche Themen ist es besonders schwer aktraktiv zu sein, da es tausende gibt die solchen Content anbieten. Man muss schon eine sehr gute Idee haben, die extrem vermarkten und auch noch die Webseite mit guten Content bilden und dann vielleicht klappt es. Ist jedoch das Budget zu gering, kann es Jahre dauern bis man genügent Kunden hat. Spezialiesierung ist hier auch das Schlagwort oder auch besondere Angebote können locken. Ich glaube man kann viel über das Thema schreiben, aber eigentlich sollte jeder mit seinem eigenen Verstand sich hier vorab einig sein ob die Idee das Konzept realistisch ist und vorab prüfen in wie weit es hier Konkurenz gibt.
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kommentiert von Gast am 14. April 2010
Hört sich nicht sonderlich leicht an, viel Geld mit einem Shop zu verdienen. Da steckt, wie eigentlich immer, harte Arbeit hinter.
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kommentiert von Gast am 15. April 2010
Dies ist ein sehr Ausführlicher Blogbeitrag! Ich kann es nur bestätigen was hier geschrieben wird. Einfach ist was anderes. In erster Linie sollte man sich ernsthaft Gedanken machen, ob man überhaupt mindestens 3 Jahre mit einem sehr geringen Gewinn auskommt! Ab dem 5 Jahr, wenn man alles richtig gemacht hat, kann man sagen das man mit einem Online-Shop einen guten Gewinn erwirtschaften kann und sich dann auch bisschen Luxus leisten kann. Vorher heißt es 80 Stunden Woche ohne Urlaub! (80 Stundenwoche kann manchmal richtig hart werden, jedoch wenn man etwas erreichen will, ist das fast schon ein MUSS, außer man hat wirklich schon im Vorfeld Geld bzw. eine Marktlücke entdeckt.) Grüße aus Bayer.
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kommentiert von ponntag am 13. Juni 2011
Das hört sich hart an! Ohne Fleiß kein Preis. Da scheint ja ein Einstieg nur als Rentner möglich zu sein. Man kassiert seine Rente (sicheres passives Einkommen) und hat genug Zeit seinen Onlineshop ohne Geldsorgen entwickeln bis er die Renteneinkünfte übersteigt und man dann die Rente sozusagen als Nebeneinküfte hat, ungefähr so zu sehen wie das Fixum bei Versicherungsvertretern die Versicherungen auf Povision verkaufen. Werden viele Versicheruungen verkauft, wofür sie aktiv und werbewirksam tätig sein müssen, läuft auch das Geschäft mit den Verkaufsabschlüssen gut und sollte es mal schlecht laufen, bleibt das Fixum als Existenzminimum als eine Art Rente als passives Einkommen.
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kommentiert von Gast am 30. September 2010
Hi, ich finde es gut den Leuten klar zu machen, daß ein Shop keine Million über Nacht bringt. Aber die bsp. Rechnung geht nicht ganz auf. Wer sich mit potentiellen Lieferanten beschäftigt erreicht eine deutlich höhere Marge als die angesprochenen 20% und auch die CR von 0,5% ist mit ein wenig Beschäftigung mit dem Thema unrealistisch. Meiner Erfahrung nach benötigt ein Onlineshop eine Vorlaufzeit von 2-3 Jahren um mehr als nur eine Existenzgrundlage darzustellen. Also sollte der Schritt natürlich gut überlegt sein. Jedoch kann man innerhalb eines Jahres in der Regel davon leben. Wer aus der Arbeitslosigkeit startet kann durch eine optimale Ausnutzung der Fördermittel hier professionelle Hilfe erhalten. Andererseits kenne ich natürlich auch Shops die mit einer CR von 0,1% laufen. Hier fehlt es aber zumeist am Willen der Betreiber sich mit den Grundlagen des Internemarketings zu beschäftigen ;)
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