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Stromkosten

Ab 2017: Neue Stromzähler Pflicht

“Smart Meter” - so heißen die neuen intelligenten Stromzähler, die ab 2017 die herkömmlichen Stromzähler ersetzen sollen. Unternehmer, die jährlich mehr als 10.000 kWh verbrauchen, sind bereits nächstes Jahr betroffen. Für den Umbau ist zwar der Netzversorger verantwortlich, doch die Kosten dafür, trägt der Unternehmer.

Stromzähler Smart Meter
© geralt / pixabay.com

Berlin, 16. Dezember 2016 - Das Stromnetz in Deutschland bzw. die Stromversorgung soll in Zukunft noch mehr durch sogenannte erneuerbare Energien versorgt werden. Da erneuerbare Energie, wie Wind oder Sonne, allerdings sehr stark vom Wetter abhängen, werden intelligente und vor allem dezentrale Stromzähler benötigt: Smart Meter. Ab 2017 sind alle Unternehmer betroffen, sofern sie mehr als 10.000 kWh pro Jahr verbrauchen. Das gilt übrigens auch für diejenigen, die selbst mindestens 7 kW Strom pro Jahr erzeugen.

Unternehmen muss Kosten tragen

Da der Umbau in ganz Deutschland erfolgt, heißt das nicht, dass jeder Unternehmer gleich im Januar nächsten Jahres Besuch vom Netzbetreiber bekommt. Experten rechnen damit, dass der gesamte Umbau circa 8 Jahre dauert. Abhängig ist das auch, wo der Unternehmer seinen Sitz hat und wie viele Umbauten der Netzbetreiber durchführen muss. Wer keine 10.000 kWh pro Jahr verbraucht, kann sich zunächst entspannt zurücklehnen. Hier wird der Netzbetreiber frühestens 2020 aktiv. Zwar braucht sich der Unternehmer nicht um den Einbau kümmern, das erledigt der Netzversorger. Doch die Kosten dafür muss er selbst tragen. Die Gebühren, die der Netzbetreiber in Rechnung stellen darf, sind jedoch nach oben hin gedeckelt. “Der Steuerzahler” beschreibt in seiner Ausgabe 11/16 diese Staffelung:

  • 10.000 - 20.000 kWh: 130 Euro
  • 20.000 - 50.000 kWh: 170 Euro
  • 50.000 - 100.000 kWh: 200 Euro
  • Mehr als 100.000 kWh: Keine Deckelung

Die oben genannten Kosten sind pro Jahr zu tragen, also nicht einmalig.

Unternehmer kann Umbau nicht verhindern

Sofern der Unternehmer in die oben genannten Kategorien fällt, und der Vermieter bzw. der Netzbetreiber den Smart Meter einbauen möchte, muss der Stromkunde dies dulden.

Kosten als Betriebsausgabe absetzen

Die Kosten für den Ein- bzw. Umbau darf der Unternehmer als Betriebsausgabe absetzen, sofern der Stromzähler für das Unternehmen genutzt wird. Ob sich der Umbau auf den Smart Meter lohnt, bleibt abzuwarten. Zwar haben diese eine Reihe von Vorteilen. So können Smart Meter beispielsweise variable Stromtarife nutzen und Strom vor allem dann beziehen, wenn er im Augenblick günstig ist. Doch Unternehmer haben selten die Möglichkeit, ihre Tätigkeit nach Stromtarifen zu richten. Häufig ist Strom nachts günstiger. Doch die unternehmerische Tätigkeit oder Produktionszeiten kann wahrscheinlich nicht mitten in die Nacht hinein verlagert werden.

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Ärztin darf hauseigenes Behandlungszimmer nicht als Betriebsausgaben absetzen

Eine Augenärztin im Zuständigkeitsbereich des Finanzgerichts Münster musste eine herbe juristische Niederlage einstecken. Die Richter verwehrten ihr die steuerrechtliche Absetzbarkeit eines im Keller ihres Wohnhauses eingerichtigen Behandlungsraumes für Notfälle.

GWG Grenze wird auf 800 € angehoben

Seit 1964 liegt die GWG Grenze (geringwertige Wirtschaftsgüter) nahezu unverändert bei 410 Euro netto. Nach über 50 Jahren ist jetzt eine Anhebung für 2018 in Sicht. Bisher war nur einer "Planung" die Rede, die GWG Grenze auf 800 Euro anzuheben. Doch im Gesetz zur Einführung der Lizenzschranke, wurde dieses Vorhaben auch tatsächlich umgesetzt. AB 2018 gilt die GWG Grenze von 800 Euro.

Arbeitszimmer darf nicht der größte Raum der Wohnung sein

So manch ein Unternehmer macht es sich dann doch zu einfach. Der größte und angenehmste Raum, z.B. das Wohnzimmer, wird einfach als Arbeitszimmer deklariert und schon können die Kosten dafür als Betriebsausgabe angesetzt werden. Aber ganz so einfach ist das Ganze doch nicht. Wenn ein Selbstständiger dann nur 20 Tage im Jahr dort verbringt, muss sich ja regelrecht der Verdacht aufdrängen, dass es sich hier nicht nur um ein Arbeitszimmer handelt.