Thüringer Webmaster sollen ihre Texte abgeben

Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Erfurt. (tlz/mar) Kosten ohne Ende sowohl bei Thüringer Unternehmen wie auch bei den Thüringer Bibliotheken fürchtet der Bund der Steuerzahler. Denn im neuen Thüringer Bibliotheksgesetz ist festgelegt, dass künftig sämtliche öffentlich zugängliche Internet-Seiten, einschließlich möglicher Aktualisierungen, an die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek abzugeben sind. "Soweit wir das interpretieren, hat nunmehr jeder Betreiber einer Internet-Seite, der seinen Sitz, eine Betriebsstätte oder den Hauptwohnsitz in Thüringen hat, sämtliche Inhalte seiner Homepage abzuliefern", so der Geschäftsführer der Steuerzahler- Organisation, Wolfgang Marhrle. Er schätzt den Arbeits- und Kostenaufwand als "unverhältnismäßig hoch" im Vergleich zum Nutzen ein. Andererseits erhält auch die Landes- und Universitätsbibliothek einen solchen Datenwust, dass ihr unweigerlich zusätzliche Kosten entstehen. "Es verwundert daher, dass angesichts der Verschuldung des Freistaates an eine so kostenintensive neue Aufgabe gedacht wird", erklärt Mahrle. Und ebenso verwunderlich findet er es, dass im Gesetzentwurf vermerkt ist: es entstehen keine Kosten.

 

Quelle: Thüringische Landeszeitung (TLZ) vom 11.06.2008, Seite 1



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