Berufsgenossenschaft schockt Jagdpächter mit Verdreifachung des Beitrages

Bild: elljay / pixabay.com

Die ehemalige Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft Mittel- und Ostdeutschland (LBG MOD), die zum 01.01.2013 in die neu gegründete Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau eingegliedert wurde, hat den Beitragssatz für 2012 gegenüber dem Vorjahr um bis zu 200% erhöht. Die Beitragsbescheide gingen den Jagdpächtern und den Besitzern von Eigenjagden Anfang Februar 2013 zu, da die Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung immer rückwirkend erhoben werden.

Schon 2010 gab es eine Verdoppelung des Beitragssatzes

Diese Anhebung der Beiträge wirkt bedenklich, wenn man bedenkt, dass schon zwei Jahre zuvor für das Jahr 2010 der Beitrag im Vergleich zum Vorjahr um gut 100% erhöht wurde. Eine solch massive Anhebung der Beiträge ist natürlich nicht einfach zu verkraften. Man muss sich dabei vor Augen halten, dass es sich bei den meisten Jagdpächtern um Menschen handelt, die damit keinen Gewinn machen, sondern die Jagd und Hege aus eigener Tasche bezahlen.

Jagdpächter und Besitzer von Eigenjagden sind gesetzlich pflichtversichert

Dennoch sind die Jagdpächter in der Berufsgenossenschaft gesetzlich pflichtversichert und müssen nach § 2 SGB VII Beiträge an die zuständige Berufsgenossenschaft entrichten. Die Höhe der Beiträge pro Revier liegt dabei in vielen Revieren schon bei ca. € 1.500,-. Das ist schon eine Summe, bei der für viele Jagdpächter, die noch ehrenamtlich im Naturschutz tätig sind, die Schmerzgrenze erreicht ist. Es steht allerdings die Befürchtung im Raum, dass das nicht die letzte Anhebung des Beitragssatzes ist, da ab 2014 ein bundeseinheitlicher Beitragssatz erhoben werden soll. Erfahrungsgemäß kommen bei solchen Umstellungen Beitragssenkungen eher selten vor.

Das kann das Aus für viele Jagdpächter sein

Diese massive Anhebung der Beiträge hat langfristig vermutlich gravierende Auswirkungen.
Zum Einen dürfte es für die Grundeigentümer schwieriger werden, Jagdpächter zu finden, weil viele sich die Kosten einfach nicht mehr leisten können.

Zum Anderen müssen dann die Aufgaben, die nicht mehr von den Jagdpächtern erledigt werden, von staatlichen Berufsjägern geleistet werden, was zusätzliche Ausgaben für die Staatskasse bedeutet.

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