Neue Geschäftsidee: Lebensmittel online kaufen und selber abholen

Ich hatte mal wieder einen Blitzgedanken zu einer guten Geschäftsidee, die ich am liebsten selber umsetzen würde, aus Zeitmangel geht´s aber nicht, daher lasse ich euch daran teilhaben. Vielleicht kann der ein oder andere sie tatsächlich umsetzen und künftig sein Geld verdienen. Amazon macht es mittlerweile, Edeka probiert´s schon lange und lebensmittel.de belieferte als erster Onlinemarkt das Bundesgebiet mit dem kompletten Wochenendeinkauf, inklusive Tiefkühlkost und Frischware. Gourmondo, Dallmayer und Gourvita haben sich den Gourmetsgenüssen, dem Verkauf und dessen Versand verschrieben. Aber eines haben jedoch alle Systeme und Anbieter gemein: Der Kunde wird beliefert, zahlt u.U. Versandkosten und bekommt ein meist beschränktes Produktangebot im Netz zu teilweise überteuerten Preisen. Sämtlicher Service wird auf die Preise umgelegt. Darunter verstehe ich momentan: Versandkosten, Verpackungskosten, zusätzliches Personal etc.

3 Tomaten
Bild: Devanath / pixabay.com

So klappt´s mit dem Lebensmittelhandel im Netz besser

Regional bekannte Verbrauchermärkte, wie bspw. Kaufland oder Rewe, sollten neben Ihrem festen Standort einen Onlineshop betreiben. Ein solcher Onlineshop spricht gerade Käufer mit wenig Zeit an, zu denen Selbständige und Vollzeitbeschäftigte in jedem Fall zählen.

Ablauf einer Onlinebestellung

Der Käufer meldet sich im Online-System des Verbrauchermarktes an. Im Onlineshop findet er alle Waren, die auch im Laden angeboten werden. Der Verbraucher wählt seine Produkte aus und legt sie in den virtuellen Warenkorb. Mit einem zusätzlichen Klick kann er auswählen, ob die einzelnen Produkte auf einer Lieblingsliste erscheinen sollen. Das hat für den Käufer den Vorteil, dass er beim nächsten Einkauf zeitsparend auf seine Lieblingsliste zurückgreifen kann und schon einen Großteil der benötigten Waren auf einen Blick sieht.

Abholen oder Lieferung

Frau mit Lebensmitteln in großen Einkaufstüten aus den USA Standardmäßig wird Kaufland die Abholung der georderten Waren anbieten. Mit Abschluss der Bestellung erhält der Kunde eine Nummer, unter der er sein Warenpaket an der Ausgabestelle abholen kann. Bestimmt der Verbrauchermarkt von vornherein feste Abholzeiten, hat der Kunde einen Bezugspunkt. Bspw. kann bis 14:00 Uhr bestellte Ware zwischen 18:00 und 19:00 Uhr abgeholt werden. Die optimalen Abholzeiten ergeben sich im Laufe der Zeit von selbst. In großen, braunen Tüten - wie aus Amerika bekannt, stehen die Waren zur Abholung bereit.

Die Lieferung der einzelnen Bestellung könnte ebenfalls ein Serviceangebot von Kaufland werden. Eine Auslieferung sollte aber auf Grund der Zusatzkosten nur gegen eine nicht unerhebliche Gebühr erfolgen.

Abwicklung bei Kaufland

Die bei Kaufland auflaufenden Bestellungen müssen von den Mitarbeitern zusammengestellt werden. Vorstellbar wäre zum Einen die Entnahme der Waren direkt aus dem Lager. Zum Anderen könnten die Mitarbeiter auch mit großen Wagen direkt durch den Laden fahren und die Waren unmittelbar aus den Regalen zur Bestellung geben. Anfangs dürfte mit der Einstellung von einigen Aushilfskräften die Abwicklung problemlos zu managen sein. Mit steigendem Bestellvolumen werden automatisch neue Arbeitsplätze entstehen.

Bezahlung der bestellten Waren

Mehrere Bezahlvarianten bieten sich für den Onlineshop von Kaufland an. Der Kunde kann klassisch vor Ort an der Kasse seine Ware bezahlen. Oder er erteilt Kaufland eine Einzugsermächtigung, so dass der Betrag direkt von seinem Konto abgebucht wird. Ebenfalls denkbar ist ein Online-Bezahlsystem wie PayPal. Wichtig für den Verbrauchermärkte ist, dass die Ware bei Abholung in jedem Fall bereits bezahlt wurde. Vorauskasse durch Überweisung auf das Konto von Kaufland ist dann eine Alternative, wenn die Ware erst am Folgetag abgeholt werden soll. Das vom Markt favorisierte Bezahlsystem könnte mit einem Bonus oder Rabatt gefördert werden.

Preisgestaltung

Muss der Verbrauchermarkt die Preise im Onlineshop nach oben oder nach unten anpassen? Der Verbraucher hat sogenannte Barrierenpreise, über die er nicht hinausgeht. Ein Päckchen Kaffee darf bspw. nicht mehr als 3,- Euro kosten oder eine Kasten Bier nicht mehr als 10,- Euro. Werden die Preise darüber hinaus erhöht, geht der Umsatz signifikant zurück. Die Verkaufspreise zu mindern ist meines Erachtens nicht nötig. Für den Nutzer überwiegt beim Onlineshop die eingesparte Zeit. Günstig für die Entwicklung des Onlineshops wären identische Preise zum Ladengeschäft. Angebote und Aktionen müssen im Onlineshop ebenso weitergegeben werden.

Kann mit dem Onlineshop ein höherer Gewinn erzielt werden?

Allein mit Lebensmitteln ist eine Gewinnmaximierung kaum durchführbar. Als Vollsortiments-Verbrauchermarkt bietet Kaufland darüber hinaus ein vielfältiges Produktsortiment an. Ein höherer Gewinn lässt sich nur durch den Onlineverkauf aller Sortimente erreichen.

Die Gewinnermittlung lässt sich vereinfacht auf die folgende Formel reduzieren:

Gewinn = Menge x Preis – Kosten

Preis

An den Preisen drehen die Märkte in den letzten Monaten hauptsächlich nach unten. Daher werden sich Preiserhöhungen im Shop eher negativ auswirken.

Kosten

Unter der Annahme, dass Anfangs nur Kunden im Shop einkaufen, die zuvor bei Kaufland direkt im Laden eingekauft haben kann es zu einer Kosteneinsparung kommen. So können die Kosten für die Shopmitarbeiter gegenüber den Angestellten im Markt reduziert werden. Hier sind nur wenige ausgebildete Kräfte für die Systempflege von Nöten. Das Zusammenpacken der Waren ist durch Aushilfskräfte oder Lagerarbeiter sehr gut zu realisieren.

Menge

Die größte Stellschraube der Formel ist die Menge. Durch den Betrieb des Onlineshops kommt es innerhalb kürzester Zeit zu einer Umsatzerhöhung. Kunden, die sowieso häufiger am PC arbeiten, werden den Komfort der Onlinebestellung schnell für sich entdecken und nutzen. Eine Abwanderung von zahlungskräftigen Verbrauchern von den ansässigen Verbrauchermärkten zu Kaufland hin ist einleuchtend

Weiterführende Seiten zum Thema Preisgestaltung von Verbrauchermärkten

Eine Gemeinschaftsstudie von GfK und SAP Preisoptimierung im deutschen Lebensmitteleinzelhandel 

Greenpeace www.greenpeace-magazin.de/index.php

Wie verhalten sich Umsatz, Gewinn und Kosten?

Wir haben einen typischen Warenkorb (PDF, 28 KB) zusammengestellt. Der Nettoverkaufspreis dieses Warenkorbs beträgt rund 100,- Euro.

Für unsere Rentabilitätsvorschau (PDF, 19 KB) sind wir von anfänglich 3 Verkäufen a 100,- Euro pro Tag ausgegangen. Bei 26 Verkaufstagen (30 Tage - 4 Sonntage) ergibt sich ein Anfangsumsatz von 7.800 Euro im Monat. Die Verkäufe steigern sich innerhalb von 3 Jahren auf 10 pro Tag. Neben den betrieblichen Kosten, wie Shopgebühren, Einrichtung und Administration des Shops, eventuellen Raumkosten, Bürobedarf, Telefon, Beratungskosten und Abschreibungen haben wir auch die zusätzliche Werbung berücksichtigt. Personalkosten fallen im Rahmen von Minijobs an.

So erstellen Sie Ihre Rentabilitätsvorschau oder Ertragsvorschau kostenlos

Unsere Annahme von anfangs nur 3 und nach 2 Jahren 10 Verkäufen pro Tag ist sehr vorsichtig gewählt. Trotzdem erreicht der Shop in der Zeit von September bis Dezember 2010 einen Gesamtumsatz von rund 50.000 Euro. Abzüglich des Materialeinsatzes und der laufenden Kosten wird zum Jahresende ein kleiner Gewinn von gut 1000 Euro erzielt. Nach unserer vorsichtigen Berechnung müsste der Shop im Jahr 2012 bereits einen Gewinn von über 50.000 Euro einbringen.

Fazit

Ein Onlineshop ist für Kaufland nicht nur ein Mittel zur Kundengewinnung und Kundenbindung. Allein dieses wäre für Kaufland schon ein Markting- und Wettbewerbsvorteil. Wie unser vereinfachtes Rechenbeispiel zeigt, erzielt der Onlineshop darüber hinaus auch noch Gewinn.

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