Am von Ruben in Urteile geschrieben
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Alle Jahre wieder

Wichtig für Gründer: Aktuelle Gesetzesänderungen und Beispiele

Wer ein Unternehmen gründet, muss sich zwangsläufig auch mit vielen rechtlichen Aspekten auseinandersetzen. Dies kostet Zeit und Geld, ist aber zwingend notwendig, um schwerwiegende Folgen zu vermeiden. Im Folgenden deswegen aktuelle Beispiele und die Bedeutung für Gründer.

Gesetzesänderungen für Unternehmer
Immer wieder müssen sich Unternehmer mit Gesetzesänderungen herumplagen.
© fizkes / istock.com

Berlin, 11. Januar 2018 - Schon bei der offiziellen Eintragung der Gesellschaftsform führt kein Weg an juristischen Themen vorbei. Im laufenden Betrieb geht es genauso weiter, denn zusätzlich zu den bestehenden Gesetzen kommt es regelmäßig zu wichtigen Änderungen, häufig ausgelöst durch Präzedenzfälle.

Wichtig ist für angehende (und bereits aktive) Gründer deshalb der Blick auf aktuelle Themen und neue Entwicklungen. Dazu einige Tipps und Beispiele:

  • Wer ein Produkt oder eine Dienstleistung online mit „Jetzt gratis bestellen“ bewirbt, muss dies auch tatsächlich kostenlos zur Verfügung stellen. Auf diese Weise sollen Verbraucher vor irreführenden Kostenfallen geschützt werden.
  • Unternehmen, bei denen Nachtarbeit stattfindet, müssen diese auf Basis des Mindestlohns berechnen.
  • Kündigungen auf Basis von Verdachtsmomenten sind weiterhin unzulässig, auch wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit vorliegt, dass sich die Vermutung bewahrheitet.
  • Die Entgelttransparenz nach § 3 ist weiterhin ein wichtiges Thema und verhindert Gehaltsbenachteiligungen aufgrund des Geschlechts.

Wohlgemerkt stammen diese Entscheidungen allesamt aus vergangenen Monaten. Über das eine oder andere Urteil hatten wir bereits berichtet. Daraus lässt sich ableiten, dass umfassende Änderungen keine Seltenheit sind. Nicht zuletzt durch die neuen, komplexen Geschäftsfelder im digitalen Bereich hat auch die Rechtsprechung eine Beschleunigung erfahren, die Unternehmen aller Branchen betrifft.

Innovative Geschäftsideen lohnen sich weiterhin

Doch diese Hürden und Herausforderungen sollten nicht als abschreckend verstanden werden. Schließlich gibt es genügend Beispiele von Gründern, die trotz all dieser Vorgaben beeindruckende Erfolgsgeschichten vorweisen können. Ein bekanntes deutsches Beispiel dafür ist mr-smoke.de, ein Fachhändler für E-Zigaretten aus Hamburg. Die Idee der Gründer Dustin und Dennis Dahlmann entstand 2010 in Miami und kurz darauf wurden E-Zigaretten auch hierzulande zum Trend – ein ideales Timing also, um in einem wachsenden Markt von Anfang an zu den führenden Playern zu gehören. Inzwischen ist Mr-Smoke einer der größten Großhändler im D/A/CH-Gebiet. Die Expansion erfolgt auch offline, derzeit gibt es bereits unter dem Namen Innocigs gleich fünf Stores in Hamburg. Die Mitarbeiterzahl hat sich entsprechend auf 80 Mitarbeiter erhöht. Die große Nachfrage sorgte dafür, dass inzwischen ein 2000 Quadratmeter großes Logistikzentrum entstanden ist, wohingegen zu Anfangszeiten die Unternehmer noch selbst Pakete packten.

Doch gerade der E-Zigarettenmarkt hat in den letzten zwei Jahren mit neuen Gesetzen zu kämpfen gehabt. Die neue Tabakrichtlinie TPD2 erschwert Herstellern wie Händlern das Leben und hat neue Rahmenbedingungen geschaffen. So haben E-Zigaretten in der deutschen Gesetzgebung mittlerweile einen eigenen Abschnitt erhalten, da sie als verwandte Erzeugnisse von Tabakprodukten eingestuft werden. Unabhängig davon ist die Nachfrage nach den „Dampfern“ jedoch nicht kleiner geworden, sodass sich der Markt trotz der schwierigen Umstände behaupten konnte.

Das Werbeverbot, mit dem vor allem Jugendliche von den nikotinhaltigen Produkten ferngehalten werden sollen, macht die Neukundengewinnung teilweise schwieriger, aber nicht unmöglich. Auch die strengeren Regulierungen bei der Entwicklung neuer Produkte erleichtern die Situation nicht, konnten den Markt aber bislang nicht verlangsamen. Ganz im Gegenteil, zeigt die Wachstumskurve weiterhin nach oben.

Gründer-Geschichten wie die von Mr-Smoke dürfen also gerne als Vorbild dafür dienen, dass ein gut durchdachtes Geschäftskonzept auch in schwierigen Gewässern durchaus überleben und funktionieren können. Wichtig ist ein schlüssiges Business-Konzept, gute Personalentscheidungen, eine solide Finanzplanung sowie der Blick auf den rechtlichen Rahmen. Unter diesen Bedingungen bietet die Wirtschaft von heute größere Chancen als je zuvor und ambitionierte Gründe dürfen motiviert an die Sache herangehen.

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