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Online-Recht

ePrivacy Verordnung, wann kommt sie denn nun?

Zu Beginn hieß es 2018, die E-Privacy- Verordnung, sollte die Datenschutz-Grundverordnung ergänzen und in vielen Teilen spezialisieren, später sprach man von Beginn 2019, doch aktuell ist eine Umsetzung vor 2020 nicht mehr zu erwarten. Doch was ist die E-Privacy-Verordnung, kurz epV, eigentlich und was erwartet uns nach dessen Einführung?

cookie essender Mann mit Schlips und Hemd
An der ePrivacy Verordnung haben wir die nächsten Jahre noch zu knabbern.
© RyanMcGuire / pixabay.com

Grundlegend befasst sie sich mit dem Bereich der elektronischen Kommunikation und dessen Datenschutz, genauer mit dem Informationsaustausch und dessen Kommunikationswegen. Sie regelt, welche Informationen der User freigibt, bzw. freigeben möchte, welche er empfängt und angezeigt bekommt. Große Themengebiete hierbei sind Cookies, Metadaten,  Adblocker und im Zusammenhang mit dem Datenschutz das Kopplungsverbot. Das Zauberwort hier, „Einwilligung“. Künftig soll der Nutzer selbst entscheiden können, was er wie angezeigt bekommt. Doch was bedeutet das genau?

Cookies

Sprich Daten, welche von genutzten Seiten gespeichert und wiederverwendet werden, wie email-Adressen und Suchkreterin.  Dürfen weiterhin von den Anbietern verwendet werden, werden jedoch nicht angezeigt, bzw. die Browser sperren diese, solange keine ausdrückliche  Zustimmung vom Nutzer vorliegt. Zukünftig sind Netzwerkbetreiber für das Einholen einer solchen Einwilligung zuständig. Ein Hinweis muss beim  ersten Seitenbesuch ersichtlich und auswählbar sein, zudem muss man in der Lage sein können seine Zustimmung jederzeit zu wiederrufen. Dadurch soll die aktuelle „Cookie-Richtlinie“, welche derzeit in der EU Anwendung findet abgelöst werden.

Metadaten

Sprich Informationen, welche im Hintergrund über den Nutzer übermittelt werden, darunter die Uhrzeit, Standortdaten oder Informationen über die Netzwerkverbindung. Da solche Daten für Cyberkriminalität, von Behörden und natürlich Unternehmen gern genutzt werden, sind auch in diesem Bereich Schranken durch die E-Privacy-Verordnung vorgesehen. Eine hundertprozentige Aussage über diesen Inhalt kann erst bei Veröffentlichung getroffen werden. Aktuell ist der Stand jedoch der Selbige wie im Bereich Cookie, eine Einwilligung zur Nutzung muss gegeben werden.

Adblocker

Sprich Programme, welche im Hintergrund des eigenen Systems ablaufen und gezielt Werbeanzeigen,  Pop- Ups oder ähnliche Inhalte gezielt unterbinden und nicht anzeigen. Wollen Unternehmen herausfinden, ob solche Adblocker Anwendung finden, um diese zu umgehen, sind Daten erforderlich. Dabei schließt sich der Kreis zu den Metadaten, welche erforderlich sind, um solche Informationen abzugreifen. Da jedoch Werbeinhalte auf den verschiedensten Plattformen einen großen Teil am Umsatz der Unternehmen ausmachen, will die Gesetzgebung gewisse Spielräume einbinden, um die Erkennung von Adblockern zu ermöglichen

Kopplungsverbot

Sprich eine Einwilligung, ohne die die Einsicht in jegliche Inhalte einer Seite verweigert wird, oder die Kopplung bei einem Kaufabschluss, an die Zustimmung  eines wöchentlichen Newsletters. Dies soll verboten werden, da Informationen oder Kundendaten für Marketingzwecke in Bezug auf eigene Interessen verwendet werden.

Also zurück zu meiner einleitenden Frage, was erwartet uns?!

Der eigene Datenschutz des Users wird erhöht, kann selbst gesteuert und individuell angepasst werden, jedoch verbunden mit stetig nervig aufpoppenden Einwilligungskästchen. Die Unternehmen müssen jedoch bangen, vor allem kleine Firmen im Onlinebereich werden durch eine Vielzahl an Einschränkungen um ihre Existenz kämpfen müssen. Aber Einbußen werden auch Großunternehmen hinzunehmen  haben, was auf einen simplen Punkt zurückzuführen ist. Ohne Werbung, keine Einnahmen.

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