Am von Torsten in kurz notiert geschrieben und am 23.05.2020 um 12:19 aktualisiert
Das müssen Selbstständige beachten

Gesetzliche Änderungen 2020

Das neue Jahr bringt wieder einige Gesetzesänderungen und Neuheiten mit sich. Egal ob die Post ihr Porto erhöht, sich Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung oder andere steuerliche Grenzen ändern. Hierbei können Selbstständige schnell den Überblick verlieren. Besonders als Jungunternehmer fehlt oft die Zeit, sich ausreichend mit den Neuerungen auseinanderzusetzen.

römische Statue der Gerechtigkeit
Diese Änderungen sollten Unternehmer 2020 beachten
© WilliamCho / pixabay

Anhebung der Kleinunternehmergrenze

Hier handelt es sich um eine sehr wichtige Zahl für Kleinunternehmer. Denn ab dem Jahr 2020 steigt die Kleinunternehmergrenze von 17.500 Euro auf 22.000 Euro (weiterführende Informationen gibt es in dem Artikel "Kleinunternehmer 2020"). Die neue Kleinunternehmergrenze gilt damit erstmals für Umsätze aus dem Jahr 2019. Die Grenze von 50.000 Euro für das laufende Jahr bleibt dagegen bestehen. 

Mindestlohn steigt 2020

Was Angestellten vielleicht freut, ist für Unternehmer, gerade mit Hinblick auf die ausgezahlten Gehälter, wichtig zu wissen. Auch 2020 wird der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn wieder um eine Stufe angehoben. Dieser Artikel fasst die Entwicklung der Lohnuntergrenze übersichtlich zusammen. So liegt die Gehaltsschwelle seit dem 1. Januar 2020 bei 9,35 Euro pro Stunde. Das sind 16 Cent mehr als noch 2019. Mit der Anhebung der Untergrenze im Zwei-Jahres-Turnus soll das Ungleichgewicht unter den Arbeitnehmern langsam ausgemerzt werden. Ebenfalls wichtig für sind bei diesem Thema:

  • Bestimmte tarifgebundene Verträge sind jetzt ebenfalls von dieser Erhöhung betroffen.
  • Die Übergangsfrist für diese Anstellungsverhältnisse wurde gekürzt.

Steuerliche Beitragsänderungen für Unternehmer

  • Arbeitslosenversicherung: Hier sinkt der Beitrag um 0,1 % auf 2,4 %. Allerdings soll er ggf. in späteren Jahren wieder steigen.
  • Krankenkassen: Hier bleibt zunächst fast alles beim Alten. Der generelle Prozentsatz für Krankenkassenbeiträge liegt im Jahr 2020 bei 14,6 %. Arbeitgeber und -nehmer teilen sich die Beiträge jeweils zur Hälfte. Hinzu kommt noch der Zusatzbeitrag. Da aufgrund der Coronakrise die Krankenkassen ein größeres Defizit erwarten, dürfte der Zusatzbeitrag in der nächsten Zeit weiter steigen.

Qualifizierungschancengesetz

Hierbei handelt es sich um ein Gesetz, das gezielt die Weiterbildung der Mitarbeiter fördert. Wenn das Unternehmen noch sehr jung ist, dann fehlen leider oft die nötigen Gelder für eine qualifizierte und fachgerechte Wissenserweiterung der Angestellten. Sofern das der Fall ist, können Unternehmen seit 2019 finanzielle Unterstützung zu Weiterbildungen von Arbeitnehmern beantragen. Ab dem Jahr 2020 tritt nun zusätzlich der Artikel 2 in Kraft, der in erster Linie einen verbesserten Schutz in der Arbeitslosenversicherung bietet.

Verpackungsgesetz tritt in Kraft

Nachdem das Verpackungsgesetz im Jahr 2019 in Kraft getreten war, sind nun alle betroffenen Unternehmen in diesem Jahr erstmalig verpflichtet, bei der Zentralen Stelle für Verpackungsregister Nachweise über die im vergangenen Jahr in Umlauf gebrachten Verpackungen zur erbringen. Ziel dieser Neuerung ist eine nachhaltigere Recycling-Quote. Unternehmen, die in 2020 erstmalig Verpackungen in Umlauf bringen, müssen sich ebenfalls bei der Zentralen Stelle für Verpackungsregister anmelden. Sie erhalten eine Registernummer, die die Materialien zertifiziert. Außerdem müssen Unternehmer jährlich den Verbrauch ihrer Firma anmelden. Das Register ist öffentlich einsehbar.

Möglichkeiten diese Änderungen umzusetzen

Besonders zum Jahresanfang türmen sich die einzelnen Neuerungen auf dem Schreibtisch auf. Wer sich zeitig informiert, ist klar im Vorteil. Dennoch, bei der Umsetzung treffen Start-ups und junge Unternehmen oft auf Schwierigkeiten. Die meisten Änderungen betreffen verschiedene Bereiche der Firma, die auf den ersten Blick gar nicht ersichtlich sind. Wer auf Nummer sicher gehen und bei der Umsetzung der Gesetzesinhalte im Unternehmensalltag nicht zu viel Zeit verschwenden möchten, sollte auf eine auf die Firma zugeschnittene ERP-Software setzen.

ERP-Softwares erleichtern das Einpflegen von Neuerungen

Sogenannte ERP-Lösungen (Enterprise-Resource-Planning Systeme) helfen dabei alle Arbeitsabläufe in einer Firma zu strukturieren und zu automatisieren. Dadurch werden viele Prozesse vereinfacht. Die Programme werden nach den jeweiligen Bedürfnissen des Unternehmens angepasst. Sie umfassen in der Regel diese Bereiche:

  • Materialwirtschaft
  • Sales & Marketing
  • Finanzen & Buchhaltung
  • Personalverwaltung
  • Produktion & Materialbeschaffung
  • Controlling

Mit ein paar Klicks können Änderungen eingepflegt werden – so ist auch ein junges Unternehmen in kürzester Zeit auf dem neusten Stand. Zudem wird die Wettbewerbsfähigkeit des Betriebes gewinnbringend optimiert.

Fazit

Auch 2020 gibt es wieder viele Veränderungen. Egal ob Kleinunternehmergrenze, Lohn, Krankenkasse oder Weiterbildungen, in den ersten Jahren einer Firma sind insbesondere die steuerlichen Grenzen eine Herausforderung.

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