Jugendliche ohne Ausbildungsreife: Gravierende Mängel bei den Schulabgängern

Im Dezember 2004 berichtete „Die Welt“ über den damals frisch gegründeten Ausbildungspakt, der aus Regierung, Kammern und Arbeitsagenturen gebildet wurde, um mehr jungen Menschen die Chance zu geben, eine Berufsausbildung zu absolvieren. Im Rahmen ihrer Bemühungen wurden die „Übriggebliebenen“ zum Kompetenzcheck geladen, der zeigen sollte, ob sie überhaupt ausbildungsreif wären. Die Bilanz war niederschmetternd: Gerade einmal rund die Hälfte der Teilnehmer erwies sich als ausbildungsreif. Die restlichen Teilnehmer wurden anschließend in Praktika oder andere berufsvorbereitende Maßnahmen vermittelt. Doch wie sieht es inzwischen aus, gut sieben Jahre nach der Gründung des Ausbildungspaktes?

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Wie sich die mangelnde Ausbildungsreife äußern kann

Wenn Sie schon einmal einen Ausbildungsplatz ausgeschrieben haben, werden Sie die Problematik wahrscheinlich auch schon am eigenen Leib kennengelernt haben. Die Anzahl der Bewerber sinkt kontinuierlich von Jahr zu Jahr. Unter den verbleibenden Bewerbern befinden sich immer weniger, die auf Anhieb geeignet wirken, eine Berufsausbildung bis zum Ende durchzuziehen. Mängel bei der AusbildungsreifeDie DIHK führte im Februar 2011 eine Befragung unter 14.299 Unternehmen durch. Thema war, welche Mängel sie bei der Ausbildungsreife der Schulabgänger feststellen. Die am häufigsten kritisierten Bereiche waren:

  • Ausdrucksvermögen
  • Leistungsbereitschaft
  • Disziplin
  • Rechnen
  • Belastbarkeit
  • Umgangsformen
  • Interesse am Beruf

Mit mangelnden Umgangsformen könnte man vielleicht gerade noch leben. Doch wie bringen Sie einem jungen Menschen neue Fähigkeiten bei, der überhaupt kein Interesse daran zeigt? Wie soll ein Schüler mit ohnehin schon schlechten Noten die Abschlussprüfung schaffen, wenn er weder leistungsbereit ist, noch Disziplin an den Tag legt? Wie soll ein Auszubildender heute durch die Ausbildung kommen, wenn er selbst die einfachsten Berechnungen nicht beherrscht? Eines ist klar: Eine „normale“ Berufsausbildung wie früher ist unter diesen Voraussetzungen kaum mehr möglich.

Lösungsansätze?

Nach Lösungsansätzen sucht man schon lange. Der Ausbildungspakt ergreift dahingehend Maßnahmen, dass die jungen Menschen, die sich als nicht ausbildungsreif erweisen, in Praktika zur Berufsorientierung und Weiterbildung gesteckt werden. Wenn sich kein passendes Praktikum findet, gibt es auch noch weitere Maßnahmen der Förderung, beispielsweise Weiterbildungsmaßnahmen, Berufsvorbereitungsjahre, Bewerbungstrainings. Doch ob dies wirklich Sinn und Zweck der Sache ist?! In den folgenden Teilen dieser Serie wollen wir etwas eingehender beleuchten, wie Unternehmer mit der Problematik der fehlenden Ausbildungsreife umgehen können und welche Lösungsansätze sich ihnen unabhängig von staatlichen Institutionen bieten.

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