In welchem Bundesland sind die meisten Gründer?

Viele Menschen beschäftigen sich mit dem Gedanken an die eigene Existenzgründung und somit mit der eigenen Selbstständigkeit. Je nach Bundesland sieht die Selbstständigenquote, das ist der Anteil der Selbstständigen an allen Erwerbstätigen, jedoch sehr unterschiedlich aus. In der Regel spielen verschiedene Faktoren, wie beispielsweise Fördermöglichkeiten, Unterstützungen, Gründerhilfen, Kreditmöglichkeiten, Zinssätze, zinslose Darlehen, Zuschüsse oder ähnliches, bei der Existenzgründung eine große Rolle, sich für oder gegen die eigene Selbstständigkeit zu entscheiden.

Bild: Statistische Ämter des Bundes und der Länder

Diese Faktoren können unter Umständen je nach Bundesland von Bedeutung sein und somit den Ausschlag geben, sich selbstständig zu machen, oder eben nicht. Sehr deutlich wird dies am unten beschriebenen Beispiel von Berlin.

Generelles bezogen auf die Selbstständigenquote

Im Vergleich der sechzehn Deutschen Bundesländer nimmt Bremen im Jahr 2010 mit 6,7 Prozent Selbstständigenquote den letzten Platz ein. Über doppelt soviel Anteil erreicht das Land Berlin. Mit 14,2 Prozent gehört es erneut zu den Spitzenländern mit dem höchsten Anteil an selbstständigen Existenzgründern. Berlin belegt (wieder einmal) den ersten Platz. Die Länder Bayern, Brandenburg und Schleswig-Holstein folgen mit erheblichem Abstand von 12,6, 12,3 und 12,1 Prozent auf Platz zwei, drei und vier. Rheinland-Pfalz, Thüringen und Sachsen belegen mit 11,2 beziehungsweise je 11 Prozent die Plätze fünf, sechs und sieben. Die bisher genannten Bundesländer liegen über dem Bundesdurchschnitt von 10,9 Prozent. Somit sind sieben Bundesländer die beliebtesten für die eigene Selbstständigkeit.

Im Mittelfeld folgen auf Platz acht, neun, zehn, elf und zwölf die Bundesländer Hessen, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg, mit Werten zwischen 10,9 und 10,2 Prozent Selbstständigenquote. Mit 9,7, 9 und 8,4 Prozent bilden Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und das Saarland Platz dreizehn, vierzehn und fünfzehn im Ranking. Das Schlusslicht bildet, wie bereits dargestellt, das Bundesland Bremen, mit einer bescheidenen Quote von 6,7 Prozent.

Ein genereller Ost-West Trend ist nicht erkennbar. So liegen drei von fünf der neuen Bundesländer mit einer Selbstständigenquote von 12,1 Prozent (Brandenburg), sowie je 11 Prozent (Thüringen und Sachsen) über dem Bundesdurchschnitt von 10,9 Prozent. Brandenburg erzielte dabei das drittbeste Ergebnis. ........ Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt liegen mit 10,3 beziehungsweise 9 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt, wobei Sachsen-Anhalt das drittschlechteste Ergebnis erreichte.

Die Gründe für ein gutes oder schlechtes Ranking können, wie oben bereits genannt, vielerlei Faktoren haben und regional sehr unterschiedlich ausfallen.

Spezielles bezogen auf die Selbstständigenquote

Eine ganz klare Ausnahmestellung, die immer wieder zu Spitzenwerten im Bundesländervergleich der Selbstständigenquote führt, bietet das Land Berlin. Bereits im Jahr 2004 lag Berlin mit über 14 Prozent Anteil der Selbstständigen an allen Erwerbstätigen an erster Stelle des Ländervergleichs. Im Jahr 2009 betrug die Selbstständigenquote Berlins über 16 Prozent. 2010 beträgt die Quote noch deutlich über 14 Prozent und damit weit über dem Bundesdurchschnitt von knapp 11 Prozent. Damit ist Berlin im wahrsten Sinne des Wortes eine Gründerstadt.

Gründe für die Spitzenstellung

Nach dem Mauerfall 1989 herrschte vor allen Dingen in den östlichen Landesteilen von Berlin ein enormer Nachholbedarf an der eigenen Selbstständigkeit, die man zuvor nicht kannte. Lag die Selbstständigenquote in den östlichen Bereichen im Jahr 1990 nur bei circa 2 Prozent, stieg die Zahl auf etwa 12 Prozent bis zum Jahr 2000 an. Sie lag damit deutlich über dem damaligen Bundesdurchschnitt von circa 10 Prozent.

Angesichts dieser arbeitsmarktpolitischen Bedeutung Berlins, können Existenzgründer und Jungunternehmer auch heute noch, auf ein breit gefächertes Angebot von Gründungshilfen oder Zuschüssen zurück greifen. Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang zinsgünstige und langfristige Kredite, sowie unterstützende Hilfsmaßnahmen und weitreichende Informationen. Beispielsweise haben sich 1999 mit der sogenannten Meistergründungsprämie, einem teilweise rückzahlbaren Zuschuss zur eigenen Existenzgründung, etwa 320 Handwerker selbstständig gemacht. Zudem hat das Land Berlin Arbeitslosen Existenzgründern mit zinslosen Darlehen den Weg in die Selbstständigkeit geebnet. Ferner wurden durch diverse, sogenannte Gründerzentren preiswerte Räumlichkeiten angeboten, oder umfassende unentgeltliche Beratungsgespräche geführt.

Fazit

Das Land Berlin wird sich voraussichtlich aufgrund seines vorbildlichen Einsatzes und seinen nahezu perfekten Gründerhilfen für Selbstständige, noch jahrelang auf einem Spitzenplatz in den Selbstständigenquoten der Bundesländer behaupten können. 



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