Gesprächstechniken in der Businesswelt

Auf der Suche nach einem Mitgründer stehen irgendwann die Vorstellungsgespräche an. Es handelt sich, ungleich einem Arbeitnehmer-Arbeitgeber Verhältnis, um ein Gespräch auf Augenhöhe, bei dem es um das gegenseitige Kennenlernen und das Einschätzen einer möglichen Geschäftsbeziehung geht. Es spielen dabei nicht nur rein fachliche Kriterien eine Rolle, sondern auch die persönliche Note muss stimmig sein. Im Endeffekt müssen sich die beiden Partner miteinander wohlfühlen und sich eine langfristige Zusammenarbeit vorstellen können. Für das Gespräch müssen Sie die passendste Gesprächstechnik auswählen und vorbereiten.

Das Vorstellungsgespräch

Gesprächstechniken
geralt / pixabay.com

Bei dem Vorstellungsgespräch zwischen den beiden Unternehmern ist es wichtig, dass sich beide Parteien ausreichend vorstellen. Denn nicht nur Sie sollen über die Partnerschaft entscheiden, sondern auch der Bewerber soll sich natürlich mit Ihnen wohlfühlen. Von daher gibt es einige Grundregeln für die Kommunikation zu beachten:

Blickkontakt

Besonders wichtig ist es, auf Blickkontakt zu achten. Meidet Ihr Gegenüber den Blick in die Augen oder sieht er Sie aufmerksam an, strahlt Ehrlichkeit und Interesse aus und folgt dem Gesagten.

Ablenkungen

Es empfiehlt sich, um mögliche Ablenkungen zu vermeiden, einen geschlossenen Raum zu suchen, in dem keine anderen Personen tätig sind, und Kommunikationsgeräte, wie die Mobiltelefone, auszuschalten.

Anstand

Natürlich sollten die beiden Gesprächspartner einander aussprechen lassen. Wenn der potenzielle Mitgründer Ihnen ständig ins Wort fällt, ist es auf jeden Fall ein Kriterium für die Ablehnung der Partnerschaft.

Wiederholung

Nachfragen zu dem Gesagten oder eine Wiederholung, um zu prüfen, ob man es richtig verstanden hat, zeigen Interesse und optimieren die Kommunikation.

Die richtige Gesprächstechnik wählen

Für das bevorstehende Vorstellungsgespräch bietet sich eine Mischung der folgenden Gesprächstechniken an. Die Wahl für oder gegen eine Technik hängt größtenteils von Ihrer Zielsetzung und dem Charakter des Gegenübers ab. Ist er besonders gesprächig und ich muss ihn eher bremsen, oder ist er sehr still und Sie möchten ihn aus der Reserve locken?

1) Der Dialog:

Der Dialog ist eine wechselseitige Kommunikation auf Augenhöhe, mit dem erstrangigen Zweck, Informationen auszutauschen. Er bietet sich daher für das Gespräch mit einem Bewerber an, der offen auf Sie zugeht und auch Eigeninitiative ergreift. Keiner der beiden Gesprächspartner verhält sich dominant oder autoritär.

2) Der Smalltalk:

Für den privateren Teil des Gespräches bietet sich der Smalltalk an, jedoch keinesfalls für das gesamte Vorstellungsgespräch. Denn der Smalltalk wird sehr oberflächlich gehalten und bietet keinen Raum für Kritikpunkte oder kontroverse Themen. Er eignet sich bestens, um erstmal miteinander warm zu werden und die Lebenssituation des Gegenübers abzuklopfen, beispielsweise mit einer Frage nach dem Befinden der Familie.

3) Das partnerschaftlich-autoritäre Gespräch:

Tritt der Bewerber sehr zurückhaltend auf, spricht sehr wenig oder geht sofort auf Streitpunkte über die Unternehmensplanung ein, müssen Sie die Leitung des Gespräches zurückgewinnen und einen autoritäreren Sprachstil wählen, ohne dabei die Ansichten und Argumente meines Gegenübers vollständig zu unterdrücken. Diese Technik erfordert ein gutes Gespür für die perfekte Mischung aus autoritär und partnerschaftlich.

4) Das nondirektive Gespräch:

Die beste Wahl für ein Vorstellungsgespräch des potenziellen Mitgründers ist ein sogenanntes nondirektives Gespräch. Hierbei treten Sie bestimmt und als der Leiter der Kommunikation auf und stelle gezielte Fragen. Den Antworten des Bewerbers müssen Sie anschließend aktiv zuhören, um daraus resultierende weitere Fragen stellen zu können. Somit lässt sich die Kommunikation besonders zielführend gestalten und bietet Raum für wichtige Problematiken, individuelle Ansichten und einen Austausch von Argumenten. Diese Art von Gespräch erfordert ein hohes Maß an Verständnis und verbietet Kritik oder Zurückweisung des Gegenübers. Dadurch gestaltet sich eine außergewöhnlich konstruktive Art des Gesprächs.

Körpersprache

Körpersprache App auf dem iPhone dargestellt
Bild: Gründerlexikon

Ein letzter, sehr wichtiger Aspekt der Kommunikation, ist die Körpersprache. Wer Ihnen aufmerksam zuhört nimmt meist eine vorgebeugte Körperhaltung ein, sucht den Blickkontakt und bestätigt das Gesagte durch leichtes Kopfnicken. Verschränkte Arme und Beine hingegen sind eine Abwehrposition. Die Mimik und Gestik sind wertvolle Indikatoren für die Beziehung zu Ihrem Bewerber. Ein lebhafter und offener Gesichtsausdruck spiegelt Interesse wider. Körpersprache läuft weitestgehend unbewusst ab und wird von unserem Gehirn automatisch wahrgenommen und interpretiert. Sie muss daher stimmig zur Gesprächstechnik sein und darf keinen Widerspruch hervorrufen. Alles in allem sollte ein Vorstellungsgespräch für einen Mitgründer Ihrerseits gut vorbereitet, aber dennoch flexibel gehalten werden. Sie sollten sich für etwa drei möglich Gesprächstechniken entscheiden, die Sie je nach Situation dann an das jeweilige Gespräch anpassen können.

Selbstverständlich können Sie zu dem Thema Körpersprache auch die vom Gründerlexikon entwickelte App im AppStore downloaden und kostenlos auf ihrem Mobilfunkgerät nutzen. Probieren Sie es mal aus, es macht wirklich Spaß, die Körpersprache anderer zu lesen.

passfoto torsten montag
E-Book: Erfolgreicher mit der richtigen Körpersprache

Die richtige Körperhaltung während eines Gesprächs einzunehmen, vermittelt dem Gesprächspartner vielfältige Informationen, anhand derer er das Gesagte prüfen kann. Wir vermitteln mit unserer Körperhaltung unsere Einstellung zum Gespräch, zum Gesprächspartner, eine Reihe von Charaktereigenschaften sowie mögliche Probleme, die wir gerade mit uns herumschleppen.

Dementsprechend ist es sehr wichtig, sich vor wichtigen Gesprächen derart zu programmieren, dass der Sinn des Treffens gewahrt wird und zu einem Ergebnis führt. Mit Hilfe eines Spiegels und indem man sich öfter einmal selbst kontrolliert in seinem Verhalten, der Sitzhaltung, der Gestik und Mimik, lässt sich ungleich mehr erreichen als bisher. Das E-Book "Erfolgreicher mit der richtigen Körpersprache" informiert auf zwölf interessanten Seiten über diese Möglichkeiten, mehr Erfolg im Business zu erreichen.

Die Art der Begrüßung - welche Körperhaltung nehme ich ein und wie verhalte ich mich hier - ist wichtiger als eine gute Visitenkarte. Sie bildet die Grundlage für das nachfolgende Gespräch und dessen Ergebnis. Mit der eigenen Körperhaltung sowie der Art der Gesprächsführung initiiert man - bewusst oder unbewusst - das "Echo" im Gesprächspartner und kann so über das Gelingen der Präsentation oder des Vortrages entscheidend mitbestimmen. Lesen Sie, wie man mit dem Körper kommuniziert!

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