Historiker - mit Archivrecherchen in die Selbständigkeit
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Teil 2 von 7 aus der Serie:
Gründergeschichten
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- Historiker - mit Archivrecherchen in die Selbständigkeit
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Alles nahm an der Universität seinen Anfang.
Für Geisteswissenschaftler und insbesondere für Historiker ist es schwierig, nach der Universität einen Arbeitsplatz zu finden, wenn sie keinen Lehramtsabschluss haben. Deshalb werden die Studierenden an der Universität darauf regelrecht gedrillt, so viele Praktika wie möglich zu absolvieren, als HiWi (studentische Hilfskraft für die Wissenschaft) zu arbeiten und bereits frühzeitig ein Netzwerk von Bezugspersonen in den Geisteswissenschaften zu errichten. Häufig werden Studenten all diesen Anforderungen gerecht. Neben dem Studium der Geschichte (sowie beispielsweise der Archäologie) arbeiten sie als HiWi, verdienen Geld als Fremdenführer und absolvieren zahlreiche Praktika. Sie kennen die Archive der Umgebung nicht selten besser als ihre Dozenten.
Der erste Job: Zum Leben zu wenig...
Aber auch sie haben mit den Fallstricken ihres Berufsfelds zu kämpfen. An der Universität würden sie ihre Vorgesetzten gern nach dem Abschluss behalten, doch offene Stellen sind Mangelware. So
bleiben ihnen nur Aushilfsjobs (zum Beispiel bei Ausgrabungen) und viele Stunden vor dem Computer, in denen sie Bewerbungen schreiben. Nach zahllosen Absagen kommen irgendwann die ersten Einladungen. In der Regel sprechen Museen diese aus, die Volontariate anbieten. Werden die Studenten eingestellt, folgt der Schock. Der monatliche Lohn im ersten Jahr beträgt 810 Euro. Das Geld reicht nicht. Manchmal hilft die ihnen die Vergangenheit. Immer wieder treten Personen an Universitäten heran, die den Wunsch haben, etwas in Archiven recherchieren zu lassen. Die Dozenten an der Hochschule reichen diese bezahlten Aufträge mit Vorliebe an die Ex-Studenten weiter, von denen sie wissen, dass diese kompetent sind und Geld benötigen. Eine solche Recherche wird mit einem Stundenlohn zwischen 15 und 20 Euro vergütet.
Aus dem Zufall wird eine Existenzgründergeschichte
Das Modell ist durchaus erfolgreich. Viele der ehemaligen Studenten werden mit immer weiteren Aufträgen bedacht, erwerben sich einen guten Ruf in der Szene (dazu gehört das Verbreiten von Flyern an der Universität, der regelmäßige Kontakt mit Universitätsdozenten und die Existenz einer eigenen Homepage, um die eigenen Dienste bekannt zu machen) und können so ihre Einkünfte vervielfachen. Nicht wenigen gelingt auf diese Weise der Schritt in die Selbstständigkeit. Der Bedarf an den Fähigkeiten der Historiker ist vorhanden, doch müssen Kunde und Geisteswissenschaftler erst einmal erfolgreich zusammengebracht werden. Viele der Historiker, die alleine angefangen haben, sehen ihren Kundenstamm so sehr wachsen, dass sie schon bald weitere Personen einstellen können.
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Über den Autor

- Evelyn Brandies
- Mein Name ist Evelyn Brandies, ich schreibe als Redakteurin u.a. für das Gründerlexikon. Weiterhin unterstütze ich als gelernte Bilanzbuchhalterin Existenzgründer beim Aufbau ihrer Buchhaltung.