Gute Azubis trotz schlechter Noten – so finden Sie sie

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Die besten Auszubildenden sind nicht unbedingt die, die hervorragende Zeugnisnoten mitbringen – hier können tatsächlich die „inneren Werte“ wichtiger sein.

Praktiker oder Theoretiker?

In meiner früheren Tätigkeit als Personalreferentin war ich auch mit der Auswahl und Einstellung der gewerblichen Auszubildenden zuständig. Dabei habe ich festgestellt, dass man grundsätzlich drei Typen von Auszubildenden unterscheiden kann:

  • Theoretiker: Der Theoretiker hat sehr gute Noten, hat aber seine Stärken nicht unbedingt im handwerklichen Bereich – hier kann er nur mit durchschnittlichen Leistungen aufwarten.
  • Praktiker: Der Praktiker kann im schulischen Bereich nicht punkten und kämpft nicht selten mit Problemen wie Prüfungs- und Versagensängsten. Er stellt sich dafür als handwerkliches Ass heraus.
  • Durchschnitt: Die Noten sind durchschnittlich, ebenso wie die handwerklichen Leistungen.

Welchen dieser drei Typen würden Sie sich aussuchen? Der Durchschnittsazubi schafft es durch die Prüfung und wird Ihnen wahrscheinlich treu bleiben, allerdings nie herausragende Leistungen bringen. Auch den Praktiker können Sie nach der Ausbildungproblemlos übernehmen. Allerdings bereitet er Ihnen während der Ausbildungszeit mehr Sorgen und verursacht einen größeren Aufwand. Den Theoretiker bringen Sie problemlos durch die Ausbildung. Allerdings wird er sich danach relativ schnell „abseilen“ und eine Schule besuchen. Tut er dies nicht, wird er es im handwerklichen Bereich wie der Durchschnittsazubi nie zu überragenden Leistungen schaffen.

Für Ihren Fachkräfte-Nachwuchs im Unternehmen würde Ihnen der Praktiker am meisten bringen – und ihn können Sie durchaus auch bei den weniger fähigen Bewerbern finden.

Praktika anbieten

Bieten Sie Praktika für Bewerber an, die Sie auf den ersten Blick noch nicht überzeugen konnten. Lassen Sie die Praktikanten während ihrer Anwesenheit im Betrieb gerne auch einmal verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen – so können Sie sich am einfachsten ein Bild darüber verschaffen, ob er nicht nur bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, sondern auch gerne leistungsbereit und diszipliniert an die Arbeit geht.

Übrigens muss es sich dabei nicht unbedingt um die typischen einwöchigen Schnupperlehren handeln, zu denen Schüler der achten und neunten Jahrgangsstufen gewöhnlich antreten. Sie können Praktikumsstellen beispielsweise auch für ausbildungssuchende Schulabgänger anbieten. Sie haben dann die Möglichkeit, individuelle Förderprogramme der Arbeitsagentur in Anspruch zu nehmen und längerfristige Praktika anzubieten. Sie bieten die Möglichkeit, einen noch tiefergehenden Einblick in die Persönlichkeit des Bewerbers zu erhalten. Wenn Sie feststellen, dass er für den Beruf geeignet ist, können Sie ihn direkt in ein Ausbildungsverhältnis übernommen. Sollte keine Eignung vorliegen, kann das Praktikumsverhältnis jederzeit beendet werden.


Quelle:
Eigene Erfahrungen

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Über den Autor Xing_icon

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  • Sabine Hutter
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