Wie Sie das verstaubte Konzept des Antiquariats in neuem Glanz erstrahlen lassen können

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Antiquariate werden immer seltener – kein Wunder, denn diesem Geschäftskonzept haftet ein etwas verstaubter Ruf an. Doch was spricht eigentlich dagegen, diese Geschäftsidee auf das Internet zu adaptieren und somit wieder zu einem zeitgemäßen Geschäftskonzept zu machen? Eigentlich nichts, doch lassen Sie uns zunächst die Details ansehen.

Was ist ein Antiquariat?

Unter einem Antiquariat versteht man eine Buchhandlung, die keine neuen Bücher vertreibt, sondern stattdessen alte und gebrauchte Bücher. Bücher sind jedoch nur die Hauptsteckenpferde eines Antiquariats, auch damit verbundene Medien wie Zeitungen, Postkarten oder Landkarten können in einem Antiquariat gehandelt werden. Allerdings gibt es hier keine „normalen“ Antiquitäten wie alte Möbel, Porzellan oder Dekorationsgegenstände.

Die Idee vom Online-Antiquariat 

Wer hat eigentlich gesagt, dass ein Antiquariat zwingend ein Ladengeschäft beinhalten muss? Ein Antiquariat kann ebenso als Online-Antiquariat aufgebaut werden. Dafür benötigen Sie allerdings auch etwas Gespür dafür, was die Leute interessiert. Der Frauen-Roman von vor zehn Jahren besitzt im Regelfall keinen hohen Wert und genießt auch kein großes Interesse. Interessanter sind hingegen Bücher von historischem Ansehen, hochwertige Erstausgaben oder Sammlerstücke. Betreiben Sie zunächst etwas Marktforschung, nehmen Sie ruhig auch andere Antiquariate unter die Lupe.

Woher die Ware kommt

Für ein Online-Antiquariat benötigen Sie logischerweise Bücher. Diese kaufen Sie natürlich nicht im herkömmlichen Buchladen, denn Sie brauchen ja gebrauchte und antiquarische Bücher. Eine gute Bezugsquelle für solche Bücher sind Flohmärkte und Bazare, denn dort finden Sie häufig wertvolle Bücher zu absoluten Schnäppchenpreisen. Auch bei Dachbodenauflösungen können Sie durchaus fündig werden. Wichtig ist nur, dass Sie früher oder später ein gewisses Gespür dafür entwickeln, welche Bücher für Sie und ihre Kunden von Wert sind und welche Ihnen letzten Endes nur den Platz rauben.

Die Preisfindung

In der Preisfindung sind Sie letzten Endes nicht frei – Sie müssen sich an den Marktpreisen orientieren. Dies gilt ganz besonders für Antiquariate, die im Internet tätig sind, denn die Konsumenten können problemlos die Preise vergleichen und günstigere Angebote finden. Ihre Gewinnspanne wird also in erster Linie über die Einkaufspreise realisiert werden – an den Preisen können Sie kaum schrauben. Für Sammlerstücke gibt es Verzeichnisse, in denen die hierfür zu realisierenden Verkaufspreise aufgelistet sind.

Der Kundenkreis

Die Kunden sind natürlich in einem Online-Antiquariat nicht dieselben wie beispielsweise in einem herkömmlichen Buchgeschäft. Hier geht es nicht darum, möglichst viel Buch in möglichst wenig Preis zu packen. Stattdessen geht es Ihren Kunden vielmehr darum, begehrte Sammlerstücke oder spezielle Sonderausgaben zu besitzen. Sie sehen ein Buch nicht als Papier mit Buchstaben darauf an, sondern als einen Gegenstand von Wert. Deshalb sind sie auch bereit, für eine Erstausgabe das Vielfache des eigentlichen Buchwertes zu bezahlen, obwohl sich darin auch nichts anderes findet als in derselben Variante, die für 5 Euro das Stück verkauft wird.
 
Diese Kunden müssen allerdings auch auf eine andere Weise angesprochen werden, denn die „Bestellen Sie drei Bücher und sparen Sie die Versandkosten“-Methode zieht bei ihnen nicht. In einem Online-Antiquariat müssen Sie für Flair und Atmosphäre sorgen – und das ist sicherlich auch das größte Problem, das Sie beim Aufbau dieser Geschäftsidee haben könnten. Richtige Antiquariate leben unter anderem auch davon, dass die Leute dorthin gehen und in aller Ruhe stöbern können. Schaffen Sie also auch in Ihrem Onlineshop eine Atmosphäre, die zum Dableiben und Stöbern einlädt.

Quelle:
Eigene Erfahrungen

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  • Ich stelle mal die Behauptung in den Raum, dass die Eröffnung eines Online-Antiquariats das verstaubte Konzept ist. Warum? Weil in den letzten Jahren einfach zu viele Gebrauchtbuch-Händler oder Antiquariate ihr Glück im Internet gesucht haben und täglich strömen weitere auf den Online- Markt und versuchen die Bücherberge der vergangenen Jahrzehnte an den Mann/Frau zu bringen.

    Am Beispiel der Bücherplattform booklooker.de konnte man das sehr gut verfolgen, da dieser Anbieter sein Angebot an Gebrauchtbüchern auf der Einstiegsseite nennt. Waren im Jahre 2005 gerade mal 5-6 Millionen gebrauchte Bücher gelistet, befinden sich am heutigen Tage knapp 20 Millionen in den virtuellen Regalen.

    Es kann davon ausgegangen werden, dass das Angebot gebrauchter Bücher auf den anderen Bücherplattformen wie z. B. Amazon oder deren aufgekauften Unternehmen äquivalent zunahm.

    Bereits heute dürfte es mehr Online-Antiquariate als Leser geben und die Zahl der jährlich allein in Deutschland veröffentlichten Neuerscheinungen liegt seit einiger Zeit bei über 100.000 Büchern, wobei die Neuauflagen von bereits erschienen Werken mit nur 25% zu Buche schlagen.

    Von daher stimme ich der Aussage, dass es ohne Spezialisierung auf ein bestimmtes Themengebiet der Literatur und dass finden und ausbauen einer Nische darin eine entscheidende Rolle. Auch eine ständige Beobachtung des Marktes und der sich laufend ändernden Preisentwicklung ist Voraussetzung für ein Überleben im Online-Antiquariat.

    Das eigentliche Antiquariat mit entsprechender Spezialisierung und Ladenlokal in standortgerechter Lage wird auf Grund der Tatsache, dass es eben bereits zu viele Anbieter im Netz gibt, in Zukunft wieder eine entscheidende Rolle spielen und wahrscheinlich mehr Bücher verkaufen, als den Bücherplattformen lieb ist.

     

    Gruß Uwe

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    • Danke für die Zahlen, es ist aber auch nur eine Anregung, was jeder daraus macht ist was anderes. Man sollte sich sicherlich spezialisieren und dabei spielt eben das Konzet eine Rolle. Ob man dann noch davon leben kann? Eben: Fragen über Fragen und wir haben nur eine Idee geliefert.

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