Das Geschäftsmodell: Ein eigener Onlineshop

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Im 1. Teil der Serie „Das Gründerlexikon begleitet einen Onlineshop für ein Jahr“ wurde der Modeschmuck Onlineshop Glitzerladen, das grundsätzliche Konzept sowie das Gründerteam vorgestellt. Im zweiten Teil soll das eigentliche Geschäftsmodell näher beleuchtet werden. Neben den Ideen und der Zielsetzung werden auch die Rahmenbedingungen und die angepeilten Wettbewerbsvorteile näher erläutert.

Idee & Zielsetzung

Wie jedes gute Projekt startete auch der Glitzerladen mit einer sehr konkreten Zielstellung. In einem Zeitraum von zwei Jahren sollte mit dem neuen Geschäft genug Geld erwirtschaftet werden, um das ursprüngliche Gewerbe der Geschäftsführung, ein Solarium in einer Kleinstadt, ersetzen zu können. Darüber hinaus sollte das Projekt den Teammitgliedern auch ermöglichen, Erfahrungen auf dem Gebiet desE-Commerce sowie im Bereich des Online-Marketings zu sammeln.

Die Idee bestand darin, einen reinen Onlineshop für Modeschmuck ins Leben zu rufen und nur über diesen als Händler den Schmuck an Endkunden zu vertreiben. Erste Marktanalysen ergaben, dass in diesem Bereich durchaus Potenzial vorhanden ist. Zwar waren schon sehr viele andere Onlineshops in diesem Sortimentsbereich aktiv, allerdings ließen die Shops in Design, Produktpräsentation, Nutzerführung und Leistung deutliche Schwächen erkennen.

Genau in diesen Punkten sollte der Glitzerladen einiges besser machen.Der Name für den Shop und die damit verbundene Suche nach einer freien Domain war an einem Nachmittag erledigt. Der Glitzerladen war geboren. 

Wettbewerbsvorteile / Alleinstellungsmerkmale

Neben der Zielsetzung und dem Namen des Shops muss man sich bei der Gründung eines solchen Geschäftsmodells natürlich auch die Frage stellen: „Warum soll der Kunde im Glitzerladen einkaufen?“. Die Frage nach den Wettbewerbsvorteilen bzw. der Unique Selling Proposition (USP) ist für ein neues Geschäft essenziel: „Was hab ich, was andere nicht haben?“.
Es ist nicht einfach, sich online zu differenzieren, also vom Wettbewerb abzuheben. Dennoch konnte das Gründerteam einige Lücken im Wettbewerb entdecken, die der Glitzerladen möglichst schnell schließen sollte.

Wie bereits erwähnt, sollte der Glitzerladen mit einem professionellen Design und einer leichten und angenehmen Nutzerführung aufwarten. Online Modeschmuck einkaufen soll Spaß machen und einfach von der Hand gehen. Keine komplizierte Sortimentsnavigation, kein unverständlicher Bestellvorgang. Der Kunde soll von Anfang an das Gefühl haben, dass er das Einkaufen jederzeit selbst unter Kontrolle hat.

Außerdem sollten die Produkte so präsentiert werden, dass der Kunde vor dem Kauf weiß, was Ihn zu Hause erwartet. Daher sollten keine Hersteller- oder Lieferantenbilder verwendet werden, sondern alle Produkte werdenprofessionell fotografiert. Das ist natürlich mit einem entsprechenden Aufwand verbunden, der sich ebenso je Produkt rechnen muss.

Während fast alle Onlineshops für Modeschmuck noch immer z.T. recht hohe Versandkosten erheben, entschied sich der Glitzerladen von Anfang an für einen kostenfreien Versand innerhalb Deutschlands sowie ein verlängertes Rückgaberecht von 30 Tagen. Der Kunde steht hier also im Mittelpunkt und kann sich die Ware auch gern anschauen und ohne Bedenken bei Nichtgefallen zurückschicken.

Finanzierung und Rahmenbedingungen

Dem Glitzerladen standen von Anfang an keine nennenswerten finanziellen Mittel zur Verfügung. Die drei Gründer arbeiten nebenberuflich an diesem Projekt und bringen hauptsächliche Ihre Arbeitszeit ein. Von Anfang an galt die Prämisse, dass neben dem Wareneinsatz so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig investiert werden sollte. In der Konsequenz musste also der Onlineshop, das Design, die Umsetzung und das komplette Marketing durch Eigenleistung abgedeckt werden. Durch die beruflichen Erfahrungen der Gründer (Produktmanager Onlineshop, Mediengestalter/Fotograf, Betriebswirt) erschien das aber durchaus realistisch.

Für Gründer, die diese Erfahrungen nicht mitbringen, entstehen von Anfang an ein höheres finanzielles Risiko und somit auch ein höherer Erfolgsdruck. Wenn man beispielsweise ein Shopsystem mieten oder die Umsetzung eines solchen beauftragen muss, kommen schnell Investitionen zusammen, die sich ohne entsprechendes Marketing- Budget und vor allem ohne entsprechenden USP nur mühsam amortisieren.Für den Glitzerladen reichte daher ein kleiner Betrag, um die ersten 100 Produkte des Onlineshops in ausreichender Menge zu beschaffen, und geringe Kosten (z.B. Hosting, bestimmte Plugins für das Shopsystem) zu decken.

Eigener Onlineshop anstatt Ebay & Co.

Relativ schnell war klar, dass der Vertrieb der Ware über einen eigenen Onlineshop erfolgen sollte. Der Shop sollte in Design, Technik und Weiterentwicklung im kompletten Einflussbereich der Gründer liegen. Nur so, würde sich das angepeilteGeschäftsmodell inkl. der Wettbewerbsvorteile umsetzen lassen. Ein weiterer Grund für einen eigenen Onlineshop ergibt sich auch aus den Zielen. Das Gründerteam wollte neben dem wirtschaftlichen Ziel auch Erfahrungen mit dem Aufbau und dem Betreiben eines eigenen Onlineshops sammeln.

Das wirtschaftliche Ziel ließe sich sicherlich auch mit dem Verkauf von Modeschmuck über verschiedene Händlerplattformen wie Amazon, ebay oder Yatego erreichen. Da jedoch die Inszenierung der Produkte durch eigene Fotografie sowie die Optimierung des Einkaufserlebnisses für den Kunden bei den Gründern im Vordergrund steht, entschieden sie sich gegen diese Marktplätze. Dort herrsche häufig ein sehr unangenehmer Preiskampf, den man bei den Ambitionen der frisch gebackenen Shopbetreiber und bei den kaum vorhandenen finanziellen Möglichkeiten vermutlich nicht lange durchgehalten hätte. Der eigene Onlineshop sollte als mittel- bis langfristiges Projekt aufgebaut und immer weiter verbessert werden. Auch wenn die Reichweiten und Verkaufszahlen in den ersten Monaten und vielleicht sogar Jahren im Vergleich zu Verkäuferplattformen  verschwindend gering ausfallen würden, so investiere man in eine Plattform, die langfristig an Wert gewinnt und ein hoch profitables Geschäft ermöglichen kann.

Fazit und Ausblick

Mit wenig finanziellen Mitteln aber einem klaren Ziel vor Augen startete das Gründerteam in das Projekt „Glitzerladen.“ Ein eigener Onlineshop sollte mit möglichst wenig finanziellem Aufwand erstellt und bekannt gemacht werden. Dabei soll der Glitzerladen viele Dinge besser machen als bestehende Wettbewerber. Was fast unmöglich klingt, sollte in einem Zeitraum von knapp einem halben Jahr Wirklichkeit werden.

Lesen Sie im nächsten Teil der Serie, wieso sich das Gründerteam für das Sortiment Modeschmuck entschieden hat und welche Vor- und Nachteile die Wahl mit sich gebracht hat.

Quelle:
Glitzerladen.de

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Über den Autor Xing_icon

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  • Evelyn Brandies
  • Mein Name ist Evelyn Brandies, ich schreibe als Redakteurin u.a. für das Gründerlexikon. Weiterhin unterstütze ich als gelernte Bilanzbuchhalterin Existenzgründer beim Aufbau ihrer Buchhaltung.