Freischaffender Künstler?

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Hallo,

ich möchte gern meine selbstgemalten Bilder zum Verkauf anbieten. Ich möcht gern eine eigene Homepage haben und dort meine Bilder präsentieren. Keine Preise angeben, sondern wer Interesse hat, soll mich einfach kontaktieren.

Trotzdem ein Gewerbe anmelden und muss ich dann trotzdem Steuern zahlen? Gibt es da nicht eine besondere Regelung?

Danke euch schonmal im Voraus für eure Hilfe.

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Antworten

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    Als Künstler ist man Freiberufler, du mußt also kein Gewerbe anmelden, aber dir vom Finanzamt eine Steuernummer holen. Und ja du mußt auf Verkäufe Steuern zahlen. Aber mit der kleinunternehmerregelung dürfte das kein großer aufwand sein.

    Allerdings solang es einen Gewissen Rahmen nciht sprengt, kannst du auch Privatverkauf machen, dennoch ist aber die Einkommenssteuer am Jahresende mit den daraus erzielten Einnahmen zu machen.. Es kommt halt auf den Umfang der Verkäufe an und auch auf deine Werbung. Sobald du Werbung machst ist es nicht mehr Privat!!


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    Wenn irgendetwas gegen Entgelt verkaufst, egal ob bei eBay oder im eigenen Onlineshop, hast Du die Absicht Einnahmen zu erzielen und letztlich auch Gewinn. Daher musst Du entweder ein Gewerbe eröffnen oder wenn du dem Finanzamt nachweist, dass du unter die Freiberuflers selbst, eine freiberufliche Tätigkeit anmelden. die Preise nicht zu veröffentlichen, verstößt gegen die Preisauszeichnungsverordnung, denn Du musst den Leuten mitteilen, was du verlangst. Wir sind ja schließlich nicht auf einem türkischen oder orientalischen Basar.

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    ok. Danke.

    Hatte das nur bei anderen Künstlern gesehen, dass die das so gemacht haben und keine Preise veröffentlicht haben. Von daher dachte ich, dass es da eine andere Regelung gibt. Möchte das natürlich richtig machen.


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    @Thorsten

    Bei Künstlern ist das ein wenig anders, der Verkauf von Kunst ist nicht immer zur Gewinnerzielung gedacht, solange keine Galerie o.ä. zwischengeschaltet ist.

    Sonst müßte ja jeder Hobbykünstler der mal was verkauft, und davon gibt es viele, gleich Gewerbe anmelden.

    Oft mals geht es rein um Kostendeckung und/oder um das gesehen werden, während der Gewinn unter den Teppich fällt...

    Es fällt dann unter Privatveräußerung und ist nur Einkommenssteuerpflichtig.

    Allerdings gibt es da gewisse Grenzen die Einzuhalten sind...

    Und da man bei diesen Grenzen mitunter auch auf den Good Will des beamten angewiesen ist, empfiehlt es sich in jedem Fall eine Steuernummer beim Finanzamt als Freiberufler zu beantragen.


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    Hallo KollegIn,

     

    nein, für die Bildende Kunst bedarf es keiner Gewerbeanmeldung, denn die Kunst ist gewerbefrei.

    Steuern musst du nur zahlen, wenn du über einen gewissen Satz erdienst, also über 7500 € Gewinn (Einnahmen minus Ausgaben) muss Mwst abgeführt werden. Neuerdings 7% wenn du selber aus dem Atelier verkaufst und wenn eine Galerie für dich verkauft, 19 % Mwst, was natürlich nur dooof ist für die Galerien.....da wissen momentan noch nicht einmal die Leute vom Finanzamt Bescheid!!!!

    Unter 7.500 € Gewinn im Jahr bist du KleinunternehmerIn. musst nur Steuerabrechnung mit dem allseits beliebten elster machen....

     

    Ab 17.500 € Gewinn (glaube ich) gibt es dann Einkommenssteuer zu bezahlen. 

     

    Also: male und verkaufe und rechne: schreib dir jede Tube Farbe auf bzw sammel die Belege und mache monatliche Aufstellung...Ausgaben gegen Einnahmen...merke: die Finanzbeamten wollen Gewinnerzielungsabsicht sehen.....ansonsten ist es Hobby und das ist schlecht für dich und deinen Beruf.....

    sollte es aber nur Hobby sein, musst du gar nichts deklarieren....zB wenn die Einnahmen höher als die Ausgaben und du sonstige Einnahmen hast, von denen du leben kannst...


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      Sehr geehrte Leser, ich möchte an dieser Stelle darauf hinweisen, das keine der bisherigen Antworten von einem Steuerberater geschrieben wurden. Die Frage dagegen dringend von einem Steuerberater beantwortet werden sollte.

       

      Insbesondere die Antwort von Evelyn Wisbar ist fachlich und sachlich mehr als unvollständig und inkorrekt. Es tut mir leid, dies mit dieser Deutlichkeit zu sagen, doch bevor man etwas falsches veröffentlicht, sollte man lieber gar nicht schreiben. Für all diejenigen, die die Antwort gerne haben möchten: ich werde Sie an Steuerberater Kexel weiterleiten, vielleicht haben wir Glück und er stellt einiges klar. Für alle anderen, die auch glauben, sie können das deutsche Steuerrecht im Schlaf und bei 40 Fieber bewältigen: man muss nicht umsonst mehr als drei Jahre einen Beruf erlernen und eine Abschlussprüfung ablegen, das gilt auch im Steuerrecht.

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    Hallo an alle Interessierte,

     

    wie Herr Montag schon richtig schreibt, sollte die Frage von einem Steuerberater beantwortet werden, daher melde ich mich als Steuerberater zu Wort.

     

    Ihnen, teufelchen78, kann ich nur empfehlen sich direkt an einen solchen zu wenden, denn nur guter Rat vorher schont das Vermögen.

     

    Nun zur Rechtslage:

     

    Wichtig ist, dass man die diversen, möglicherweise betroffenen, Steuerarten (Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Umsatzseuer) getrennt beurteilt und dabei nichts vermischt.  "Sie rühren ja auch nicht den Nachtisch in die Vorspeisen-Suppe."

    Hinzu kommt noch ggf. die Beachtung des Gewerberechts.

    Sie merken wahrscheinlich jetzt schon, warum die Empfehlung "Steuerberater" ausgesprochen wurde.

     

    Einkommensteuer:

    Eine selbständig ausgeübte künstlerische Tätigkeit gehört zu den sogenannten freiberuflichen, nicht gewerblichen, Tätigkeiten. Die Abgrenzung zwischen Kunst und Gewerbe ist dabei sehr fließend und immer einzelfallabhängig.

    Wird die künstlerische Tätigkeit mit der Absicht Gewinn zu erzielen ausgeübt, unterliegt sie der Einkommensteuer. Die Tätigkeit ist beim zuständigen Finanzamt, mittels amtlichem Vordruck, anzumelden - Empfehlung "Steuerberater".

    Ob tatsächlich Einkommensteuer festzusetzen ist, hängt von vielen weiteren Faktoren ab, z. B. anderem Einkommen, Familienstand, Einkommen des Ehegatten, höhe privater Versicherungsbeiträge. Um also genauere Aussagen mach zu können, benötigt man genauere, vollständigere Angaben - Empfehlung "Steuerberater".

     

    Gewerbesteuer:

    Wenn eine freiberufliche Tätigkeit vorliegt besteht keine Gewerbesteuerpflicht.

     

    Umsatzsteuer:

    Hier genügt, im Gegensatz zur Einkommensteuer, die Absicht nachhaltig tätig zu sein und Einnahmen zu erzielen, eine Gewinnerzielungsabsicht ist nicht erforderlich. Auch wer als Künslter dauerhaft Verluste erzielt, die einkommensteuerlich nicht anerkannt werden, hat - unter weiteren Voraussetzungen - Umsazsteuer zu zahlen.

    Umsatzsteuerlich - und nur umsatzsteuerlich, nicht einkommensteuerlich - gibt es den gesetzlichen Begriff des Kleinunternehmers. Und auch nur in der Umsatzsteuer gibt es eine Wertgrenze. Als Kleinunternehmer werden sochle Unternehmer (dazu zählen auch selbständige Künstler) bezeichnet, die in einem Kalenderjahr nicht mehr als 17.500 EUR Umsatz (= Einnahmen) erzielen. Diese Kleinunternehmer unterliegen nicht der Umsatzsteuer. Können allerdings freiwillig hierzu optieren - Empfehlung "Steuerberater".

    Wer mehr als 17.500 EUR Einnahmen im Kalenderjahr hat, dessen Umsätze sind in voller Höhe umsatzsteuerpflichtig. Ab wann? - Empfehlung "Steuerberater". Ob die Einnahmen mit 19 % oder dem ermäßigten Steuersatz von 7 % zu versteuern sind, ist von weiteren Faktoren abhängig - Empfehlung "Steuerberater".

    Eigene Bilder ("Werke der persönlichen Schöpfung") unterliegen in der Regel dem ermäßigten Steuersatz von 7 %. Aber auch hier gibt es Abgrenzungsprobleme und zahlreiche erläuternde Schreiben diverser Oberfinanzdirektionen - Empfehlung "Steuerberater".

     

    Gewerberecht/Gewerbeanmeldung:

    Wenn eine freiberufliche Tätigkeit vorliegt, findet die Gewerbeordnung keine Anwendung und somit ist auch kein Gewerbe bei der Gemeinde anzumelden.