Beitragsentwicklung in der privaten Krankenversicherung
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Die Entscheidung in eine private Krankenversicherung zu wechseln, ist eine Entscheidung, die für das ganze Leben getroffen wird. Nach einem Wechsel in eine private Krankenversicherung ist der Weg zurück in die gesetzliche Krankenversicherung eher schwierig und man verliert dazu auch noch Geld, da Altersrückstellungen gebildet werden. Mit den Altersrückstellungen versuchen die privaten Krankenversicherungen, die Beiträge im Alter konstant zu halten. Allerdings steigen die Beiträge in der privaten Krankenversicherung, genauso wie in der gesetzlichen Krankenversicherung an. Dies hat mit neuen technischen Standards, dem steigenden Alter in der Bevölkerung und auch mit den ständigen Reformen im Gesundheitssystem zu tun.
Die Versicherungsnehmer werden bei der privaten Krankenversicherung in Risikogruppe eingeteilt. Dabei werden ständig neue Tarife für die jüngere Zielgruppe aufgelegt. Mit fortschreitendem Alter steigt das Durchschnittsalter in der Gruppe und es werden mehr Leistungen in Anspruch genommen. Dies führt dazu, dass die Beiträge für diese Gruppe erhöht werden müssen, damit die Ausgaben finanziert werden können. Als Beispiel kann ein 35 jähriger Neukunden genommen werden. Nach 30 Jahren Mitgliedschaft in der PKV ist davon auszugehen, dass sich seine Beiträge in dieser Zeit verdreifachen werden. Ein Selbstständiger, der einen Tarif mit einem Beitrag von 274 Euro im Monat und einer Selbstbeteiligung von 550 Euro abschließt, kommt auf eine maximale Belastung von 320 Euro im Monat. Dies bedeutet, dass seine monatliche Belastung bis zum Rentenalter auf 960 Euro im Monat ansteigen wird. Nun hört sich dies natürlich wahnsinnig viel an, aber man muss dabei auch einen Vergleich mit den Beiträgen für die GKV anstellen, um zu sehen, ob sich dies für den Versicherungsnehmer am Ende rechnet oder nicht. Zusätzlich sollte man aber auch nicht vergessen, dass man von besseren Leistungen profitiert und diese über die komplette Zeit fest vereinbart werden.
Nun zurück zum Beispiel. Wenn ein Versicherungsnehmer von der GKV in die PKV wechselt, wird er in jungen Jahren einen geringeren Beitrag in der PKV zahlen, als in der GKV fällig werden würde. Diese Ersparnis ist für das Modell entscheidend. Ein Wechsel in eine PKV lohnt sich dann, wenn sie so hoch ist, dass man mit ihr im Rentenalter 2/3 der Beiträge bezahlen kann. 2/3 deswegen, weil der Versicherungsnehmer im Alter ja auch Beiträge für die GKV bezahlen müsste. Der Versicherungsnehmer muss sich also für das Alter einen Kapitalstock aufbauen. Das Kapital, welches notwendig ist, lässt sich berechnen, indem angenommen wird, dass wie bereits erwähnt 2/3 des Beitrags im Alter, also 640 Euro, finanziert werden müssen. Bei 25 Jahren bedeutet dies insgesamt 128.965 Euro. Dies Kapital muss über dreißig Jahre angespart werden. Wenn ein durchschnittlicher Zinssatz von 3,5 % über 30 Jahre angenommen wird, bedeutet dies eine monatliche Sparleistung von 204 Euro. Mit anderen Worten muss die Beitragsersparnis bei einem Wechsel von einer gesetzlichen Krankenversicherung in eine private Krankenversicherung bei 204 Euro im Monat liegen. Ist dies der Fall, wird sich ein Wechsel in eine private Krankenversicherung definitiv lohnen. Für den Abschluss einer privaten Krankenversicherung sollte darauf geachtet werden, dass mindestens die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse enthalten sind und darüber hinaus noch einige zusätzliche Leistungen geboten werden, die den individuellen Ansprüchen Rechnung tragen.
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