Frage von Exxe am 19.11.09

Wie lauten die Buchungssätze, um den Gewinn für die Vorabrechnung beim Jahresabschluss niedrig zu halten?

Wenn man am Ende eines Jahres eine Vorabrechnung erstellt, was kann man machen, damit diese nicht den Gewinn der Firma hochschraubt? Die Leistung wird erst im nächsten Jahr erbracht, somit sollte die Rechnung doch auch erst im nächsten Jahr erfolgswirksam werden, oder?

Nur die Buchung im alten Jahr ist wegen der Umsatzsteuer ja notwendig ( Soll-Besteuerung).

Wer kann mir helfen, am besten (aber nicht unbedingt) mit einem (oder mehreren) Buchungssätzen für die Buchhaltung

Antwort von

Hallo, es kommt darauf an, ob man bilanziert oder ob man ein nicht bilanzierende Unternehmer ist. Die Sollbesteuerung verursacht bereits im alten Jahr die Abführung der Umsatzsteuer auf die Rechnung, die vom Kunden noch nicht bezahlt wurde. Daher müsste auch der Gewinn durch die einbuchen der Rechnung erhöht werden, obwohl das Geld noch nicht geflossen ist. Der Buchungssatz sieht dann wie folgt aus:

Forderungen an Umsatzerlöse und Umsatzsteuer

Im neuen Jahr wird wie folgt gebucht:

Bank an Forderungen

mehr kann ich leider dazu auch nicht sagen, würde diesbezüglich auf jeden Fall mal mit einem Steuerberater sprechen.

vergleiche meine Signatur.

Antwort von

Hallo,

die Umsatzsteuer ist im Normalfall (= Sollversteuerung) erst fällig, wenn der Umsatz ausgeführt ist, in Ihrem Fall also 2010. Sie können somit im alten Jahr 2009 keine Rechnung i.S.d. § 14 UStG erstellen. Sollten Sie es dennoch tun (was nicht korrekt wäre und nicht den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht), so ist die Umsatzsteuer noch für 2009 zu erfassen, ebenso der Gewinn.

Viele Grüße

Antwort von

Das versteh ich jetzt nicht. Es ist doch üblich Vorabrechnungen zu erstellen, oder?

In dem Beispiel geht es darum, dass der Kunde VOR Beginn der Arbeiten die Rechnung benötigt, die er erst nach Abschluss zahlt (Großkonzern, der das fordert). So wie es auch Telefongesellschaften ... machen, die VOR dem Monat die Grundgebühr in Rechnung stellen. Wenn das nicht möglich wäre, kenne ich einige große Firmen, die das falsch machen ...

Prinzipiell stört das ja auch nicht, nur das in dem Fall eben die Rechnung im alten Jahr als Umsatz gilt - nicht aber als Gewinn. Das ist meines Wissens durchaus denkbar, sonst wäre passive Rechnungsabgrenzungen auch überflüssig (die sind ja gerade dafür da).

Mein Problem ist nur das, dass die USt. aus dem Umsatz und nicht aus dem Gewinn (der dann natürlich erst im nächsten Jahr relevant wird) berechnet wird. Würde ich jetzt den Umsatz aus dem alten Jahr rausnehmen, würden die Bilanz und die UStErklärung zwei verschiedene Werte aufweisen, was nur zu Fragen führt ...

Antwort von

@Hacke

die Umsatzsteuer ist im Normalfall (= Sollversteuerung) erst fällig, wenn der Umsatz ausgeführt ist,



Falsch, Sollversteuerung heißt, die Umsatzsteuer ist bereits mit Rechnungslegung fällig. Was du beschrieben hast heißt Istversteuerung.

Sie können somit im alten Jahr 2009 keine Rechnung i.S.d. § 14 UStG erstellen.



Wieso denn das nciht, sie können doch Rechnungen schrieben wann immer sie wollen. Ob der Kunde sie bezahlt ist dabei eine andere Sache. Auch wann diese Umsätze versteuert werden müssen.

Sollten Sie es dennoch tun (was nicht korrekt wäre und nicht den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung entspricht),



Auch das stimmt nciht.

Antwort von

Hallo,

Anzahlungen sind immer ein Sonderfall. Es ist so, das bei Anzahlung die Umsatzsteuer mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums entsteht, in welchem die Anzahlung vereinnahmt worden ist.

Sie ist bis zum 10. des darauffolgenden Monats an das Finanzamt abzuführen. Dies gilt sowohl für die Umsatzversteuerung nach vereinbarten, wie nach vereinnahmten Entgelten (§ 13 Abs. 1 Nr. 1a Satz 4 UStG, § 13 Abs. 1 Nr. 1b UStG).

Anzuwenden ist das auch für Anzahlungen auf Dienstleistungen (z. B. Architektenhonorar) bzw. für Teilleistungen (Bauabschnitte, Lieferung in mehreren Tranchen).

Demzufolge müssen Sie die Umsatzsteuer auf die Anzahlung erst abführen, wenn die Rechnung beglichen wurde.

Einnahmen vor dem Abschlussstichtag/ Ertrag nach dem Abschlussstichtag = passiver Rechnungsabgrenzungsposten.

Buchung bei Zahlung

Bank/Erlöse

Buchung zum Jahresende

Erlöse an passive Rechnungsabgrenzung

Antwort von

Hallo,

also in § 13 Abs 1 Nr. 1a UStG steht zur Entstehung der USt folgendes:

Die Steuer entsteht für Lieferungen und sonstige Leistungen bei der Berechnung der Steuer nach vereinbarten Entgelten mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Leistungen ausgeführt worden sind. Da steht nichts davon, dass die Leistungen in Rechnung gestellt sein müssen. Danach ist die USt auch bereits dann fällig, wenn zwar die Leistung erbracht aber noch gar keine Rechnung geschrieben worden ist.
Istversteuerung heißt lediglich, dass die USt erst dann entsteht, wenn der Rechnungsbetrag vereinnahmt wurde.

§ 14 UStG geht grundsätzlich davon aus, dass eine Rechnung erst dann erstellt wird sobald die Leistung ausgeführt worden ist. Aber keine Regel ohne Ausnahme: Der Unternehmer kann für Vorauszahlungen auf noch zu erbringende Leistungen oder für Anzahlungen auf eine Teilleistung eine Rechnung erstellen, muss aber in der Rechnung darauf hinweisen.

Die USt auf diese Vorauszahlung/Teilleistung ist aber erst mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums fällig, in dem sie gezahlt wurde (§ 13 Abs 1 Nr. 1a Satz 4 UStG).

Wenn Sie bilanzieren, müssten Sie bei einer echten Vorauszahlung Bilanzkonto „Forderungen“ an Bilanzkonto „Berechnete noch nicht erhaltene Vorauszahlungen“ buchen, weil die Vorauszahlung weder ustlich noch gewinnmäßig ins alte Jahr gehört. Im neuen Jahr buchen Sie bei Zahlungseingang Bank an Erlöse und Bilanzkonto „Berechnete noch nicht erhaltene Vorauszahlungen“ an Bilanzkonto „Forderungen“.

Sollten Sie Ihren Gewinn durch Einnahmeüberschussrechnung ermitteln, brauchen Sie im alten Jahr gar nichts und im neuen Jahr lediglich den Zahlungseingang zu buchen (Bank an Erlöse).

Viele Grüße

Antwort von

@Hacke

danke für die Ausführung

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