Frage von Carsten am 19.04.13

Weiterarbeiten nach Geschäftsaufgabe?

Guten Tag,

ich arbeite selbständig und nebenberuflich in den Bereichen Reisejournalismus, Diashows und künstlerische Fotografie. In den vergangenen Jahren hatte ich in der nebenberuflichen Tätigkeit durchgängig Verluste. Einen (deutlichen) Gewinn hatte ich lediglich in einem Jahr, in dem ich mich von dem Nicht-Selbständigen Hauptberuf beurlauben ließ, also mich voll auf den Reisejournalismus konzentrierte. Bis vor kurzem war die Selbständigkeit eine wesentliche berufliche Alternative, da zu befürchten war, dass ich den Hauptberuf verlieren würde. Daher hatte ich trotz der Verluste die selbständige Tätigkeit fortgesetzt. Inzwischen ist der Hauptberuf gesichert.

In der selbständigen Tätigkeit gibt es neue Chancen, aber keine Sicherheit: Angesichts der mit einem kürzlich gewonnen Preis verbundenen Anerkennung hätte ich Hoffnung ab dem übernächsten Jahr positive Überschüsse zu erzielen, in diesem Jahr eher wieder einen Verlust. Von einem Totalgewinn bin ich weit entfernt. (Trotz der berechtigten Hoffnung, ab 2014 positive Überschüsse zu erzielen - jedoch erst in fernerer Zukunft einen Totalgewinn)

Es erscheint es mir schwer, dem Finanzamt gegenüber eine Gewinnerzielungsabsicht glaubhaft zu machen, wenn ich auch im nächsten Jahr einen Verlust erwirtschafte. Daher tendiere ich dazu, die selbständige Tätigkeit offiziell einzustellen. Andererseits habe ich z.B. selbstgedruckte Bücher, großformatige Drucke sowie die Plakate und Ausrüstung für Profi-Diashows. Gibt es eine Möglichkeit, auch nach der offiziellen Geschäftsaufgabe weiter Einnahmen zu erzielen?

Vielen Dank für die Antwort(en)!

 

 

Antwort von

Schwer, da durch die Geschäftsaufgabe die Tätigkeit bzw. das Gewerbe ja offiziell abgemeldet ist. Sofern man trotzdem weitere Umsätze aus der gerade abgemeldeten Selbständigkeit erwirtschaftet, gelangt man genau wieder zu dieser zurück und man muss die Umsätze in der Einnahmenüberschussrechnung beim Finanzamt angeben, um die entsprechenden Einkünfte zu versteuern. Alles andere wäre definitiv Schwarzarbeit und auch entsprechend gesetzeswidrig und strafbar. Immer wenn Einnahmen außerhalb des Angestelltenverhältnisses erzielt werden, handelt es sich entweder um Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, Einnahmen aus Kapitalvermögen (Zinsen), Einnahmen aus Gewerbebetrieb oder Einnahmen aus selbstständiger Tätigkeit (Freiberuflichkeit). 

Das deutsche Steuerrecht kennt nur sieben Einkunftsarten, die siebte Einkunftsart (sonstige Einkünfte) sind auch fest definierte Einkünfte, da fallen beispielsweise Renten (Altersrente) darunter. Es gibt also kein Schlupfloch oder eine Möglichkeit, etwas abzumelden und trotzdem zunebenher zu verdienen.

Da es sich in diesem Fall um eine Gestaltung des Steuerrechts handelt, höre ich auch auf zu schreiben, denn ich bin kein Steuerberater. Sie sollten einen Rat unbedingt von einem Steuerberater einholen, wenn Sie weitere Ideen oder Möglichkeiten hören wollen, um steuerlich zu gestalten oder steuerliche Schlupflöcher zu nutzen.

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