Frage von Thorsten am 30.01.13

Vorsteuer, Nebengewerbe und Rentenversicherung.

Hallo, ich bin in einem Arbeitsverhältnis und möchte nebenbei mit einem Gewerbeschein für ein Unternehmen als selbstständiger Handelsvertreter Produkte vertreiben. Die wöchentliche Arbeitszeit wird 15 Stunden nicht überschreiten, meine Einkünfte werden sicherlich im ersten Jahr unter 17.500 Euro liegen. Nun meine Fragen. Ich habe gehört, dass dieses Modell auch als *Arbeitnehmerähnliche Person*bezeichnet wird und ich auch bei der Rentenversicherung Beiträge zu entrichten habe. Stimmt das?

Zweitens: Ich müsste eigentlich von der Umsatzsteuer befreit sein, da unter 17.500 Euro Einnahmen. Nun kaufe ich ja Büromaterial und dergleichen und entrichte die Mehrwersteuer bzw. für mich die Vorsteuer. Kann ich diese gegenüber dem FA geltend machen? Ich danke Ihnen für die Antwort.

Antwort von

Hallo,

in der Tat, Ihre Tätigkeit könnte als arbeitnehmerähnliche Selbständigkeit gelten. Voraussetzung ist, dass Sie überwiegend für einen Auftraggeber tätig sind und selbst keine sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen.

Vorsorglich entsprechenden Fragebogen der Deutschen Rentenversicherung ausfüllen, verfügbar auf deren Internetseite.

Wenn Sie die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen bzw. hierauf nicht verzichten, dann besteht kein Recht auf Vorsteuerabzug.

Ob ein Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung vorteilhaft sein kann, ist ein Rechenexempel.

Es ist insbesondere abhängig davon, ob Sie Ihre Waren an nicht vorsteuerabzugsberechtigte Privatpersonen oder vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmer verkaufen und davon, wie hoch die anfallende Vorsteuer aus den Investitionen ist, aber auch von den Umsatzerwartungen der Folgejahre.

Bei einem Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung sind Sie die nächsten fünf Jahre hieran gebunden.

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