Frage von Trading am 12.02.15

UG für Internethandel.. nicht sinnvoll?

Hallo,

 

ich plane derzeit die Selbständigkeit neben meinem Studium und habe bislang mit der UG geliebäugelt, da ich mein Privatkapital nicht riskieren möchte und Sorge vor Patentverletzung usw. habe.

Nun habe ich jedoch gelesen, dass eine UG nicht sinnvoll sei, solang man als einzelne Person gründet.

In meiner Schulzeit und im Studium hatte ich zwar schon Rechnungswesen/Accounting/Controlling, jedoch kann ich jene überhaupt nicht leiden. Auf Grund der doppelten Buchungsführung würde ich also höhere Schwierigkeiten erwarten, als bei der Gbr. Ist die einfache Buchhalten, denn dann ein 'Kinderspiel' oder unterscheiden sich beide im Aufwand nicht wirklich? Sollte ich bei der UG bleiben habe ich schon über ein Outsourcen der Buchhaltung gedacht.

 

Außerdem habe ich mehrfach von einer Buchführungsbefreiung gelesen bei der Umsatzerlöse nicht mehr als 500k€ und der Jahresüberschuss nicht mehr als 50k€ betragen darf (in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren). Da ich Anfangs sicherlich keine riesen Umsätze erzielen werde wäre ich demnach erstmal davon befreit? 

 

Es geht im gesamten, um einen Webshop auf dem ich Produkte günstig einkaufen, branden/designen lassen möchte und diese dann natürlich mit einer höheren Gewinnsmarge verkaufen möchte.

 

 

Antwort von

 

Zunächst bringen Sie die Haftung und das Risiko einer Unternehmung mit der Buchführungspflicht durcheinander. Was die Haftung und die Vorteile der Unternehmergesellschaft einer GbR gegenüber angeht, sollten sie sich tatsächlich von einem Rechtsanwalt beraten lassen. Die Haftung ist jedoch nicht alles bei der richtigen Auswahl der Rechtsform, das muss gut überlegt sein und am besten im Vorfeld mit einer Art eigenen Checkliste vorbereitet werden, wo sie genau das eintragen, was sie überhaupt wollen, was für Sie wichtig ist und was eher unwichtig ist. Wo Sie einen Anwalt finden, hab ich in folgendem Artikel zusammengefasst:

 

 

 

 

 

Was die Buchführungspflicht angeht, so unterscheidet sich die doppelte von der einfachen Buchführung, indem sie bei der doppelten Buchführung eine Bilanz aufstellen müssen. An sich ist die Erstellung einer Bilanz bei einem Onlineshop und gerade als Existenzgründer etwas zu viel des Guten, wäre aber bei der Rechtsform Unternehmer Gesellschaft zwingend notwendig. Wenn Sie zu einem Steuerberater gehen würden, wurde auch der Steuerberater für eine Bilanz wesentlich mehr Geld berechnen, als für die einfache Buchführung, welcher am Jahresende lediglich eine Einnahmenüberschussrechnung folgt. Auch in diesem Fall empfehle ich eine Beratung bei einem örtlichen Steuerberater oder zumindest bei folgendem online Steuerberater, dazu lesen Sie sich bitte diesen Artikel durch:

 

 

 

 

 

 

 

Die Buchführungsbefreiung mit den von Ihnen angesprochenen Umsatzgrenzen ist lediglich die Befreiung von der doppelten Buchführung, also von der Erstellung der Bilanz. Die einfache Buchführung müssen Sie trotzdem machen. Vielleicht ist es für sie auch sinnvoll, ein Existenzgründerseminar zu besuchen, auch wenn Sie bereits während dem Studium einige Vorlesungen gehört haben, die weit über dem Niveau des Existenzgründerseminars liegen, so haben sie einfach keine Erfahrungen aus der Praxis. Genau das könnte meinen einem Existenzgründerseminar den Dozenten entlocken. Vielleicht ist doch eine Beratung bei einem Existenzgründungsberater nicht verkehrt. Ein paar Euro zu investieren, um in Zukunft keine Fehler zu machen (oder weniger Fehler) ist mit Sicherheit auch eine gute Idee.

 

 

 

 

 

PS.: Ich kann gar nicht glauben, dass sie im Studium die oben beschriebenen Seminare besucht haben, bei dem was sie hier von sich gegeben haben, ist das eher unwahrscheinlich?!? ^^

 

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