Frage von Psy am 23.09.09

Privates Konto und Geschäftskonto, wer kann mir helfen?

Hallo,

ich bin in einer Ausbildung, habe vor 3 Monaten ein Gewerbe angemeldet und habe noch ein paar Fragen:

Erstmal ein paar Fakten:

Ich habe ein privates und ein Geschäftskonto. Das Geschäftskonto ist nicht als Geschäftskonto deklariert, sondern war ursprünglich mein Zweitkonto, welches ich jetzt als Geschäftskonto nutze.

Ich bin in einer Ausbildung und zahle keine Lohnsteuer, da ich nicht über dem Freibetrag bin.

Ich zahle Unterhalt.

Ich habe Fahrtkosten wegen meiner Ausbildung.

Ich bin Einzelunternehmer.

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Jetzt möchte ich folgendes wissen:

Ich habe jetzt letzten Monat 2380€ Brutto verdient, Netto waren es 2000€. Nächsten Monat zahle ich dann die 380€ (19% MwSt. des Betrags) ans Finanzamt.

Ich habe aber auch Ausgaben, und schon alles fertig für den Steuerberater ausgedruckt und das wird ja dann mit den 380€ gegengerechnet. Jetzt wollte ich wissen, ob diese 19% die ich zahle irgendwas am Ende des Jahres mit der Einkommenssteuererklärung zu tun haben?

Dann würde ich gerne wissen, ob die an mein Privat Konto gehen, sprich: Wenn ich z.b. 6500€ in meiner Ausbildung verdiene und jetzt die 2000€ Netto übers Geschäft verdient habe, muss ich nur die 2500€ mit dem Prozentsatz von 35-40% (wieviel sind das eigentlich genau [nicht verheiratet]) zahlen oder wird das dann mit meiner Ausbildung auch verrechnet?

Ich habe nämlich gerade ein ziemlich mieses Gefühl, dass das Finanzamt dann alles will D.h. z.B. 35-40% von den 8000€? Weil ich ja früher nie Lohnsteuer gezahlt habe. Das ist mir ein wenig schleierhaft, weil ich am Ende des Jahres nicht pleite sein möchte

Wieviel sollte ich ungefähr auf dem Konto lassen für das Ende des Jahres?

Antwort von

Moin belobar,

Ich habe ein privates und ein Geschäftskonto. Das Geschäftskonto ist nicht als Geschäftskonto deklariert, sondern war ursprünglich mein Zweitkonto, welches ich jetzt als Geschäftskonto nutze.



so weit so gut, dagegen kann man nichts einwenden.

Ich bin Einzelunternehmer.



Ich gehe davon aus, dass es sich hier um eine eben berufliche gewerbliche Tätigkeit handelt. Insofern stimmt die Bezeichnung Einzelunternehmer, dieses Einzelunternehmen wird jedoch nur maximal 15 Stunden pro Woche betrieben, so dass es aus Sicht der Krankenkassen keine Probleme mit dem Ausbildungsverhältnis gibt.

Ich habe jetzt letzten Monat 2380€ Brutto verdient, Netto waren es 2000€. Nächsten Monat zahle ich dann die 380€ (19% MwSt. des Betrags) ans Finanzamt.



so weit auch in Ordnung, klingt aber nun nicht mehr nach einem Nebengewerbe. Umsatzsteuerpflicht und ein monatlicher Gewinn von 2000 €, das ist schon recht ordentlich und führt mit Sicherheit hinzukommt zu einer Steigerung der Krankenversicherungsbeiträge. Oder meinst du etwa denUmsatz?

Zur Erläuterung:
Umsatz = Betriebseinnahme
Gewinn = Umsatz - Betriebsausgaben

Jetzt wollte ich wissen, ob diese 19% die ich zahle irgendwas am Ende des Jahres mit der Einkommenssteuererklärung zu tun haben?



Nein, die Umsatzsteuer (19%) betreffen nicht dieEinkommensteuererklärung, die ist separat in der Umsatzsteuererklärung dem Finanzamt zu erklären und abzugeben. Das sollte aber derSteuerberater wissen und auch machen.

Dann würde ich gerne wissen, ob die an mein Privat Konto gehen, sprich: Wenn ich z.b. 6500€ in meiner Ausbildung verdiene und jetzt die 2000€ Netto übers Geschäft verdient habe, muss ich nur die 2500€ mit dem Prozentsatz von 35-40% (wieviel sind das eigentlich genau [nicht verheiratet]) zahlen oder wird das dann mit meiner Ausbildung auch verrechnet?



Nein, deine Ausbildungsvergütung brutto pro Jahr wird als Einkommen in der Einkommensteuererklärung angegeben, außer den der Gewinn (siehe oben) nicht das Geld, was du dir von deinem Geschäftskonto auf dein Privatkonto überweist. Das nennt man dannPrivatentnahme und die anderen bekanntlich nicht den Gewinn.

Mehr zum Thema Privatentnahmen in der Buchführung:

Teil 5 Buchführung - Wenn das Geld nicht reicht, Privateinlagen und Privatentnahmen

mit dem Prozentsatz von 35-40% (wieviel sind das eigentlich genau [nicht verheiratet])



Du meinst sicher den Steuersatz - das kann man pauschal nicht sagen, das hängt von deinem Zu versteuerndes Einkommen ab. Dieses zu versteuernde Einkommen ermittelt sich aus der Summe deinerEinkünfte (Ausbildungsvergütung abzüglich Werbungskosten, gewinnen). Davon ziehst du deinen nach einer bestimmten Berechnungsmethode, daher bitte einenSteuerberater nehmen, weil Leute wie du in der Regel so etwas nicht können, Sonderausgaben, Versicherungen und ähnliche Abzugsbeträge ab. So kommst du auf das zu versteuernde Einkommen. Nun sieht man in einer Steuertabelle nach, die die Steuern ( Einkommensteuer) man darauf zahlen muss. Das ist bei jedem zu versteuernden Einkommen ein anderer Prozentsatz.

wir haben dazu einen Onlinerechner in unserem Blog aufgenommen und beschrieben:
Onlinerechner zur Einkommensteuer

 


Ich habe nämlich gerade ein ziemlich mieses Gefühl, dass das Finanzamt dann alles will D.h. z.B. 35-40% von den 8000€?



der Grundgedanke ist richtig, es werden aber wohl keine 8.000 € werden, außerdem gibt es einen Grundfreibetrag, der in etwa bei 8.000 € liegt, so dass der erste Euro Steuern erst ab diesem besagten Grundfreibetrag losgeht.

das kannst du auch ganz gut mit dem oben genannten Steuerrechner ermitteln.

Wieviel sollte ich ungefähr auf dem Konto lassen für das Ende des Jahres?



das kann ich natürlich auch nicht sagen, da ich nicht weiß, wie viel Einkommenssteuer bezahlen mussten oder ob du überhaupt Steuern zahlen musst. Entweder fragte einen Steuerberater nach einer Steuerprognose oder legt ihr einfach pauschal 1000 € zur Seite, das dürfte in jedem Fall erreichen.

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