Frage von Denise am 04.08.09

Ohne Schulabschluss als Künstler sich selbstständig machen?

Ich habe vor, besser gesagt ich bin schon dran, nach abgebrochener Ausbildung als Keramik und Produktdesign Schülerin mich selbständig zu machen in Berlin.

Ich werde vorwiegend serielle Produkte herstellen aber auch Unikate. Bin ich dann Künstlerin oder ein Kleingewerbe?

Als Künstlerin müsste ich ja dann nur meine Ausgaben den Einnahmen gegenüber stellen und die Summe muss ich dann versteuern oder? Ich kann nichts abziehen und hab dann auch keine Umsatzsteuernummer, oder? Muss ich nur zum Finanzamt oder mich auch beim Gewerbeamt anmelden.

Und muss ich mich überhaupt anmelden im ersten Jahr, wenn ich weiss das ich wahrscheinlich noch nicht viel einnehmen werde.

Vielen Dank für Antworten

Antwort von

Bin ich dann Künstlerin oder ein Kleingewerbe?



das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Was ist ein Kleinunternehmer? FAQ 5

Als Künstlerin müsste ich ja dann nur meine Ausgaben den Einnahmen gegenüber stellen und die Summe muss ich dann versteuern oder? Ich kann nichts abziehen und hab dann auch keine Umsatzsteuernummer, oder? Muss ich nur zum Finanzamt oder mich auch beim Gewerbeamt anmelden.

Und muss ich mich überhaupt anmelden im ersten Jahr, wenn ich weiss das ich wahrscheinlich noch nicht viel einnehmen werde.



Bitte besuche vor irgend einer Aktion ein Existenzgründerseminar.

Du stellst Fragen, die uns zeigen, dass du absolut keine Vorkenntnisse zur Selbständigkeit hast, daher sehr anfällig für Fehler und bist und demzufolge auch für finanzielle Niederlagen. Ohne Ausbildung, Grundkenntnisse, kaufmännische Kenntnisse usw., kann ich dir leider nicht zu einer Existenzgründung raten.

selbstverständlich kannst du in unserem Blog in der Kategorie häufig gestellte Fragen zur Existenzgründung dich belesen. Das geht auf jeden Fall schneller, als hier von mir jede Frage im Detail beantwortet zu bekommen.

Tut mir leid, wenn ich deine Fragen jetzt nicht im einzelnen beantwortet habe, es ist jedoch vor der zwingend notwendig, die einzelnen Begriffe, welche du verwendet, in den richtigen Kontext zu bringen.

Ausgaben absetzen hat zum Beispiel nichts mit der Umsatzsteuernummer zu tun. Selbstverständlich muss du dich beim Gewerbeamt anmelden, die Anmeldung beim Finanzamt geschieht dann automatisch. Daraufhin bekommst du einen steuerlichen Erfassungsbogen, den bitte nicht selber ausfüllen, gehe dazu bitte zu einem Fachmann. Andernfalls nimm gleich dein Geld und schmeißt es in den Müll.

Antwort von

Danke für die herzliche Anteilnahme an meinem Scheitern aber eigentlich verkaufen sich meine Arbeiten bis jetzt ganz gut, so das ich mich langsam um eine legale Verkaufsform kümmern muss.

Wie du richtig erkannt hast fehlt es mir an kaufmännischem Verständnis und fehlenden Information bezüglich den Gesetzen in Deutschland, da ich ursprünglich aus der Schweiz komme.

Gerne werde ich deinen Rat befolgen und ein Existenzgründerseminar besuchen, dazu hät ich aber allerdings eine Frage.

Kann ich davon ausgehen, dass die gängigen Seminare die im Internet angeboten werden sich mit allen Bereichen der Existengründung auskennen? Da ich nämlich nach intensiver Suche im Netz nichts spezifisches gefunden habe. Gibt es vielleicht eine Liste mit berechtigten Veranstaltern nach Bundesländern und Sachgebieten sortiert?

Danke für deine Antwort

Antwort von

ausgehen kann man davon nie, z.b. auch bei der ihk nciht. würde aber dennoch eine kammer mit einem unabhängigen dozenten, am besten einer von der ihk oder der hwk vorziehen. keinen privaten berater, der erzählt nur das, was er am besten verkaufen will, seine beratung hinterher, oder Buchführung oder was weiß ich.

nutze unsere suchmaschine für gründerseminare, link war oben. da kann man ihk und den ort einstellen.

Antwort von

Vehemmenter Einspruch Torsten

zu der Aussage "... keine Berater, der erzählt nur, was er am besten verkaufen will ..."

a.) Als akkreditierter Berater bei der KfW und bei vielen IHKs führe ich seit nahezu zehn Jahren in Paten- und Projektbetreuereigenschaft (über 150) Rund-Tisch-Projekte durch. Dabei habe ich bereits sehr oft festgestellt, dass Falsch- und Fehlinformationen ExistenzgründerInnen gegeben wurden, die zu ernstzunehmenden Krisensituationen und gar Existenzgefährdungen geführt haben. Besonders heftig werden diese Verfehlungen, wenn sie Investititonsvolumina jenseits der 50' oder gar 100' betreffen. Geht man den Ursachen auf den Grund und das gilt sicherlich auch für andere öffentliche Beratungsstellen oder semiprofessionelle Verbände und Vereine, werden Beratungen und Empfehlungen von Personen ausgesprochen, die oft nie zuvor unternehmerisch tätig waren, teilweise sehr jung sind und im Job-Sharing am Telefon oder persönlich nur rudimentäre Informationen geben. Neben einer nicht selten nur eingeschränkten Qualifikation ist der Identifikationsgrad mit den Problemen und Fragestellungen der Existenzgründer sehr rudimentär, da sich diese keinem Risiko, nicht einmal einem Haftungsrisiko aussetzen müssen. (Zu gut deutsch, - es ist schnell mal etwas dahergeschwätzt)

b.) Seriöse Berater, die in der Existenzgründung tätig sind, tun dies sehr oft auch aus Berufung. Sie setzen sich für ein Engagement ein und sind sehr wohl interessiert daran, dass der Gründer eine nachhaltig positive Entwicklung erzielt. Gute Beratung führt zu guten Referenzen und auch zu guten Geschäftspartnerschaften und schließlich kann der Gründer durch die Netzwerke des Gründungsberaters erheblich profitieren. Natürlich taucht ein Problem auf, - wie finde ich einen seriösen Berater? Hier könnten Bände geschrieben werden, jedoch kann dies auf wenige Punkte (pauschal ausgedrückt) reduziert werden:

1. Wird der Berater in irgendeiner Form kontrolliert und geprüft?

Es gibt den Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. Die Mitgliedschaft ist nur nach einem detaillierten Selektions- und Prüfprozess gegeben. Desweiteren unterhält die KfW eine Beraterdatenbank. Hierin werden Berater nur aufgenommen, wenn sie relevante Referenzen und Berufspraxis nachweisen können. In der Beraterdatenbank können auch Bewertungen zu Beratungen nachgelesen werden. Viele diese Berater sind zum Teil ehrenamtlich für KfW und Kammern tätig und müssen qualtitiv gute Arbeit leisten.

2. Wie aktuell ist die Qualtität und Seriösität eines Berater ausgeprägt?

In der Beraterszene gibt es seit 1998 die CMC-Zertifizierung. Einzelheiten unter www.uvis.de/uvis1310.htm . Der CMC ist ein personenbezogener, international anerkannter Titel für Unternehmensberater. Persönliche Voraussetzungen, fachliche Zuverlässigkeit und Qualifikation sind nachzuweisen und es erfolgt eine Eintragung in das Berufsregister. Alle drei Jahre wird eine Rezertifizierung durchgeführt.

3. Wie nachhaltig ist der Berater im Markt?

Hierzu ist festzustellen, dass die langjährige Berufs- und Beraterpraxis ein durchschlagendes Kriterium ist. Nachdem es keine geschützte Berufsbezeichnung des " Unternehmensberater" gibt, und jeder ohne Vorkenntnisse haben zu müssen, sich als solcher bezeichnen kann, ist die Marktbeständigkeit entscheidend bei der Wahl. Langjährig tätige Berater müssen über Seriösotät verfügen, denn schlechte Nachrichten verbreiten sich mit einer weitaus höherer Geschwindigkeit, als gute Empfehlungen. Zudem - so die Praxis - werden gute Empfehlungen - entgegen der langläufigen Meinung - weit aus seltener ausgesprochen. Man nutzt die guten Kontakten zu einem Berater und schweigt, anstelle dies dem Markt oder Wettbewerber aufs Auge zu drücken. Langjährige Berater besitzen Netzwerke, Referenzen und im Thema vorhandenes Material zum nachlesen. Auch das Engagement und der zeitlich kostenfreie Einsatz in solchen Foren ist ein Indiz für deine soziale Verbundenheit im Beratungsgeschäft. Es ist aber auch natürlich, das derartige Einsätze mit einer angemessenen Form der Eigenwerbung einhergehen müssen. Keine Existenzgründung würde sich im Markt erfolgreich etablieren können, wenn ihre Leistungen und Produkte kostenfrei wären.

Ich denke, Torsten Du siehst es mir diesen Einwand nach, - denn ich finde, egal wie stark oder schwach ein Gründer ist, mündig sollte er sein, wenn er als Marktteilnehmer mit Produkten, Dienstleistungen und entsprechender Qualtität, auftreten will.

Allen Lesern weiterhin gutes Gelingen bei ihren Vorhaben, - es ist schon gut, die so verschiedenen Meinungen in einem Forum wahrnehmen zu können.

zurück
Sind Sie der geborene Unternehmer? Machen Sie jetzt den Test!