Frage von Alexander am 02.03.14

Nebengewerbe ohne Meisterbrief und ohne Ausbildung

Hallo zusammen, also ich habe da ein kleines Problem.

 

Und zwar würde gerne mein Vater ein Nebengewerbe gründen. Er möchte aus Edelstahl Zäune, Treppengeländer und evtl. Balkongeländer produzieren und konstruieren.

Da wir erst 1999 nach Deutschland kamen, konnte er hier leider keine Ausbildung absolvieren. Derzeit ist er 45 und ist seit ca. 12 Jahren in der Branche Edelstahltechnik tätig. Falls es eine Rolle spielt, seit ca. 2 Jahren ist ein neuer Arbeitsvertrag vorhanden, indem er als Schlosser eingetragen ist.

 

Das Problem ist nun, dass laut HWK ganz gleich was man herstellen möchte, da es sich um einen Metallverarbeitungsgewerbe handelt, ein Meisterbrief oder zumindest laut  § 8 HwO für das Metallbauer-Handwerk eine Sondergenehmigung nötig ist. Dies ist natürlich mit Kosten und Zeitaufwand verbunden.

Aus meiner Sicht, da ich persönlich eine Ausbildung als Tischler absolviert habe, ist dies für einen Mann der seit über 25 Jahren keine Schule mehr besucht hat, geschweige den in Deutschland, ganz klar unzumutbar.

Da ich annehme, dass selbst wenn er ganz gleich welche Prüfung er machen muss, was die Theorie angeht wie z.b. Sozialkunde, Wirtschaft, ect. diese vermutlich einfach aufgrund dessen das er schon sehr lange nichts damit zutun hatte, diese nicht bestehen wird oder sich sehr schwer tun wird.

 

Meine Frage lautet nun, kann man denn die Meisterpflicht umgehen oder vllt. auch einfach ein Unternehmen anmelden, dass diesen Tätigkeitsbereich mit einbezieht.

 

Bitte um Ratschläge, Ideen und Hilfe denn diese finde ich in der HWK nicht wirklich.

Danke schonmal im vorraus für eure Hilfe.

 

Mfg

 

 

 

Antwort von

 

Hallo hallo Alexander,

 

 

 

leider Gottes ist das so in Deutschland und dein Vater hat da wirklich nicht besonders gute Karten. Ich habe einen Artikel im Gründerlexikon herausgesucht, der in der Handwerkerordnung klar die beiden Bereiche gegenüberstellt und zwar zum einen: Meisterpflicht oder Ausübungsberechtigung ist nötig (Anlage A) sowie meisterpflicht ist nicht nötig (Anlage B).

 

 

 

Der Bereich Metallbearbeitung gehört ganz klar in den Bereich Anlage A und man muss somit einen Meistertitel oder eine Ausübungsberechtigung haben. Ich sehe für dein Vater hier die Chancen der Ausübungsberechtigung, die relativ klar definiert, unter welchen Umständen man auch ohne Meister ein solches Gewerk betreiben kann. Dabei spielt die Zeit, die man in diesem Beruf bereits tätig war eine Rolle und auch die Qualifikation bzw. die leitende Anstellung in diesem Job. Das müsste dein Vater prüfen und dementsprechend könnte man eine Ausübungsberechtigung beantragen und somit die Meisterprüfung umgehen. Sollte das nicht klappen, so sich leider keine Chance, ein Gewerbe bei der Handwerkskammer in diesem Bereich durch zu bekommen.

 

 

Lesen Sie dazu den Artikel Mit Ausübungsberechtigung selbständig!

 

 

Mehr zum Thema Ausübungsberechtigung und die Voraussetzungen dazu im Gründerlexikon lesen!

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