Frage von Martina am 15.04.13

Nebengewerbe als Kosmetikerin

Ich bin momentan Arbeitslos und möchte mich als Kosmetikerin Selbständig machen, und meine Räumlichkeiten in einer Parfümeie Mieten. Ich möchte erst ein Nebengewerbe Anmelden.

Als Probelauf sozusagen, um besser Abschätzen zu könnn, ob sich der Weg in die Selbstständigkeit wirklich lohnen tut, oder ich doch nach 1 Jahr schliessen muss da ich von sämtlichen Nebenkosten erschlagen werde.

Als Nebengewerbe, zahlt das Arbeitsamt wenigstens die Krankenkasse. Aber der Steuerberater meinte das es vom Finanzamt nicht aktzeptiert wird, und das es mehr in Richtung Schein Gewerbe verlaufen könnte, da ich ja die Kabine auch in einer Parfümerie anmiete.

Außedem wäre es Suspekt, da ich keine andere Tätigkeit ausführe und somit die Frage offen bleibt von was ich existieren tue. Wiederrum bin ich aber noch bei meinen Eltern wohnhaft und habe keine fixen Kosten.

 

Antwort von

Scheinselbständigkeit kann man wohl ausschließen, näheres dazu unter www.gruenderlexikon.de/checkliste/informieren/gruendungsstrategie/scheinselbstaendig/

 

 

Für einen Probelauf, welcher am Ende zeigt, ob man die Kosten für Miete, Nebenkosten, Material und Ware überhaupt erwirtschaften kann, halte ich diese Vorgenhensweise für sehr risikoreich und teuer, die Methode für übertrieben.

 

 

 

Das sollte man im Vorfeld wirklich mit einer Rentabilitätsvorschau so genau es geht ausrechnen. Es ist natürlich eine Möglichkeit, aber nicht die sinnvollste.

 

 

 

Aus meiner bisherigen Erfahrung laufen derartige Geschäfte ohnehin sehr schlecht, so dass man auf Dauer nicht davon leben kann. Man muss mindestens einen Gewinn (Einnahmen abzüglich der Ausgaben) von monatlich etwa 1000 Euro mittelfristig erwirtschaften. Was alles zu den Betriebsausgaben gehört, kann man in unserem Lexikon der Betriebsausgaben unter www.betriebsausgabe.de recht gut nachlesen. Zu den Betriebseinnahmen gehören schlicht und einfach die Verkaufserlöse als Kosmetikerin. Entweder durch die Dienstleistung oder den Verkauf von Ware oder beides.

 

 

 

Das man privat keine Kosten hat, weil man noch bei den Eltern wohnt, muss nicht heißen, dass man kein Geld benötigt. Das ist eine falsche Herangehensweise, wenn ich denn mal wirklich alleine wohne, benötige ich das Geld, um meine Miete zu bezahlen und mein Essen zu kaufen. Wer so wie sie rechnet, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Sie werden nämlich immer und ewig auf ihre Eltern angewiesen sein.

 

 

 

Sofern Ihr Steuerberater da eine andere Herangehensweise hat und dass alles nicht so ernst nimmt, würde ich mir mal einen anderen Steuerberater suchen. Es kann nämlich auch sein, dass er ihnen nur gut zuredet, weil er ihre Buchführung monatlich machen will und dafür sich natürlich gut bezahlen lassen möchte.

 

 

 

In diesem Sinne viel Erfolg und überlegen sie zweimal, bevor Sie etwas tun. Lassen Sie sich nicht das Geld aus der Tasche ziehen.

 

 

 

Lieber eine sichere Anstellung als Arbeitnehmer, als eine unsichere Selbständigkeit. Das war schon immer mein Motto, auch wenn es mir als Berater unter Umständen weniger Beratungserlöse und Aufträge gebracht hat.

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