Frage von Anonym am 30.09.14

Minijob und Nebengewerbe - kompliziert?

Hallo!

Ich suche mich jetzt schon lang durchs Netz, vielleicht können Sie meinen Knoten lösen.

Ich habe zwei Möglichkeiten:

Minijob und Nebengewerbe

Teilzeitjob und Nebengewerbe

Die Konstellation Minijob und Nebengewerbe hört sich für mich sehr kompliziert an. Ich mache nebenbei kreative Arbeiten, die die Leute mir immer wieder abkaufen wollen und digitalisiere Vorlagen, die auch sehr begehrt sind. Wenn, dann möchte ich die aber nur auf offiziellem Weg verkaufen. Der Gewinn wird sich aber sicher sehr in Grenzen halten.

Dann müsste ich mich freiwilig versichern, aber nach einer gewissen Zeit wird mir Liebhaberei untersellt und ich muss vielleicht Steuern zurückzahlen.

 

Die Alternative wäre, in meinem jetzigen Job mehr zu arbeiten, damit ich krankenversichert bin und eine Lohnsteuerkarte habe. Wieviel muss ich verdienen, damit ich für das Nebengewebe nur noch die EÜR machen muss und wie wenig muss ich im Nebengewerbe einnehmen, damit ich möglichst wenig Gebühren an IHK oder ähnlichem zahlen muss?

 

Viele Grüße an die bis jetzt beste Seite zu diesen Themen

Tanja

 

Antwort von

 

Hallo Tanja,

 

 

 

es ist alles nur halb so wild. Ich merke jedoch Sie bringen einiges durcheinander, insbesondere Fachbegriffe. Darüber hinaus stelle ich fest, dass sie Angst vor Dingen haben, die irgendjemand Ihnen mal als Floh ins Ohr gesetzt hat und dabei überhaupt nicht wusste, wie es in der Wirklichkeit funktioniert. Stichwort: Liebhaberei.

 

 

 

Liebhaberei wird nicht von jetzt auf gleich festgestellt, sondern ist ein Prozess der sich über viele Jahre hinziehen kann. Vereinfacht muss man im Kopf haben: Ein Totalgewinn (über etwa zehn Jahre die Aufrechnung von allen Gewinnen und Verlusten aus dem Gewerbe) der sollte nach etwa zehn Jahren positiv sein. Das ist von mir jedoch nur pauschal gesagt, wie es genau gerechnet wird, dazu muss man sich einen Steuerberater nehmen.

 

 

 

Wie Sie sehen können, ist das Problem der Liebhaberei gar nicht so extrem, wie Sie es beschrieben haben. Darüber würde ich mir an ihrer Stelle keine Gedanken machen.

 

 

 

Ihre zweite Alternative verwirrt mich ganz und gar. Sie haben die Möglichkeit mehr auf Lohnsteuerkarte (also im Angestelltenverhältnis) zu arbeiten und machen es nicht. Wenn Ihnen die Arbeit Spaß macht, ist das doch wohl der einfachste Weg, etwas mehr zu verdienen, ohne zusätzliche Bürokratie bewältigen zu müssen. Mir scheint, als wollten sie unbedingt ein Nebengewerbe eröffnen, haben aber keinen blassen Schimmer von dem, was sie dabei fürs Finanzamt tun müssen. In dem Fall empfehle ich: Suchen Sie sich einen Steuerberater, der hilft Ihnen und möchte dafür natürlich Geld haben, das ist klar. Aber auf diese Weise sind Sie auf der sicheren Seite und können nichts falsch machen. Sie müssen also die Sicherheit und das Fachwissen des Steuerberaters mit ein paar Euro erkaufen. Wenn Ihnen das zu teuer ist, sollten Sie es lieber lassen, bevor sie so viele Fehler machen, die hinterher teurer sind als der Steuerberater.

 

 

 

Sie fragen, wie viel sie verdienen müssen, um eine Einnahmenüberschussrechnung machen zu müssen. Das sollte auch im ersten Jahr keine Rolle spielen, denn die Grenzen dafür liegen so hoch, dass sie wahrscheinlich mit mehreren Angestellten Tag und Nacht arbeiten müssten. (500.000 Euro Umsatz, erst dann müssen Sie eine Bilanz erstellen und dürfen nicht mehr die Einnahmenüberschussrechnung abgeben.)

 

 

 

Was die IHK betrifft, so sind sie als Existenzgründerin oder nebengewerblich Tätige in der Regel im ersten Jahr oder vielleicht sogar weitere Jahre von den Gebühren bei der IHK befreit. Dazu sollten Sie einfach mal ihre zuständige IHK abfragen, denn jede IHK hat andere Gebührenordnungen und damit andere Regelungen.

 

 

 

Ganz ehrlich: die Probleme, die sie haben, lassen mich nur an den Kopf packen, es geht ihnen nicht um eine gewerbliche Tätigkeit, sondern darum, sich irgendwie durchzumogeln. Und das kann ja wohl nicht der Sinn und Zweck einer selbstständigen Arbeit sein. Entweder wollen Sie Geld verdienen und sind auch mit den Umständen und den Folgen einverstanden oder Sie lassen es. Wenn Sie es wirklich hundertprozentig sicher machen möchten, sollten Sie sich einen guten Berater zulegen, der Ihnen genau diese Fragen beantwortet und der natürlich dann auch ein paar Euro dafür verlangt.

 

 

 

Trotzdem wünsche ich Ihnen viel Erfolg und hoffe, dass Ihnen durch meine harten Worte die Augen aufgehen.

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