Frage von Ramona am 21.11.08

Lohnt sich ein Kleingewerbe für mich?

Guten Tag!

Schade dass ich dieses Forum nicht schon früher entdeckt habe - hier gibt es wirklich sehr gute Informationen!

Ich beschäftige mich schon länger mit dem Gedanken an ein Kleingewerbe und habe schon - soweit es ging, sie sind ja allgemein eher dürftig gesät - Informationen dazu gesammelt.

Nun versuche ich es möglichst kurz zu machen:

Ich arbeite seit April nicht mehr, möchte aber (da die Nachfrage da ist) legal aber möglichst unkompliziert ein paar € in die Familienkasse hinzuverdienen. Bin augebildete Mediengestalterin. Ich kann damit rechnen, dass ich 1x im Jahr einen etwas umfangreicheren Auftrag über ca. 3 oder 4 Monate hinweg abwickeln kann (geschätzter Umsatz ca 1500-2000 €) und außerdem ab und zu für diesen und mindestens einen andere Kunden einige Kleinaufträge (die Umsätze daraus schätze ich insgesamt auf weniger als 5000 € im Jahr).

Ist es da überhaupt sinnvoll, ein Kleingewerbe anzumelden?

Ich weiß, zB dass ich regelmäßig nur bis 15 Stunden/Woche arbeiten darf, wenn ich über meinen Mann familienversichert bleiben möchte. Gilt das ohne Ausnahme, auch wenn ich in den "Hauptmonaten" mal etwas mehr machen muss, dafür aber evtl. auch mal monatsweise gar nichts zu tun habe?

Und wie muss ich das mit der Steuer verstehen? Ich KANN die Umsatzsteuer berücksichtigen, MUSS es aber nicht (und schreibe dann auf die Rechnung sowas wie "Kein Umsatzsteuerausweis, da umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer nach § 19 UStG.") - welche Folgen entstehen daraus?

Dann hab ich hier im Forum folgendes gelesen:

Als Alleinstehender mit ausschließlich Einkünften aus selbständiger oder gewerblicher Tätigkeit entsteht Einkommensteuer erst ab einem Gewinn (Einnahmen abzüglich Ausgaben) von mindestens 7.664 EUR jährlich.


Nun bin ich zwar nicht alleinstehend, sondern verheiratet - aber gibt es da auch eine Regelung, da mein Gewinn voraussichtlich ebenfalls nicht besonders hoch ausfallen wird?

Dann wurde ich noch vor "Scheingewerbe" und " Liebhaberei" gewarnt. Was hat es mit diesen Kameraden auf sich? Wie schütze ich mich davor?

Das sind die Unklarheiten bis hierher - mag sein, dass noch mehr auftauchen. Dann werde ich mich wieder zu Wort melden

Mit besten Grüßen,

Frau Bonsai (die sich dutzen lässt )

Antwort von

Hallo Frau Bonsai,

danke für das Lob, wir tun unser Bestes.

Ist es da überhaupt sinnvoll, ein Kleingewerbe anzumelden?



Eine andere Varinate haben Sie nciht oder ein Hauptgewerbe gründen mit eigener Krankenversicherung, doch eher nciht oder?

Es gibt nur die zwei Varianten: Hauptgewerbe mit eigener KV oder Nebengewerbe bis 15 Stunden die Woche ohne eigene Krankenversicherung. Dann sollten sie aber irgendwie anders versichert sein, zb. familienversichert über den partner.

Gilt das ohne Ausnahme, auch wenn ich in den "Hauptmonaten" mal etwas mehr machen muss, dafür aber evtl. auch mal monatsweise gar nichts zu tun habe?



Das dürfte eine durchschnittliche Betrachtung des ganzen Jahres sein, aber lieber ncoh mal bei der krankenkasse nachfragen.

Und wie muss ich das mit der Steuer verstehen? Ich KANN die Umsatzsteuer berücksichtigen, MUSS es aber nicht (und schreibe dann auf die Rechnung sowas wie "Kein Umsatzsteuerausweis, da umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer nach § 19 UStG.") - welche Folgen entstehen daraus?



Genau, das ist die so genannte Kleinunternehmerregelung. Mehr dazu unter
www.betriebsausgabe.de

Vorteil: Sie haben im Jahr nix mit dem Finanzamt zu tun und müssen keine Umsatzsteuer abführen.

Nachteil: Sie können bei größeren Startinvestitionen keine Vorsteuer geltend machen. Genaueres sollte Ihr Steuerberater mit Ihnen klären. Vieleicht schreibt freundlciherweise Herr Kexel noch einen Satz dazu.

Die nächste Frage sollte auch Herr Kexel klären. Soviel: Für verheiratete sind die Freibeträge bzw. der Grundfreibetrag, um den es hier wohl geht doppelt so hoch.

Dann wurde ich noch vor "Scheingewerbe" und " Liebhaberei" gewarnt. Was hat es mit diesen Kameraden auf sich? Wie schütze ich mich davor?



Das ist nur dann wichtig, wenn sie auf dauer verluste machen und so steuer sparen wollen. machen sie aber als bald gewinne, ist das kein thema - betrifft iebhaberei.

Scheinselbständig

Lesen Sie hier zum Thema Scheinselbständigkeit.

Bitte die nächten Fragen jeweils in einzelne Posts, nciht alle Fragen in ein Paket. So können wir gezielter antworten und die Überschriften können dann auch gezielter gewählt werden. Dann haben die anderen USer es einfacher.

Antwort von

Hallo,

manchmal dauert es was länger, aber dafür nicht minder qualitativ.

Also zur Ergänzung von Torstens Antworten.

Da Sie weder alleinstehend, noch ausschließlich Einkünfte aus selbständiger Arbeit erzielen, vergessen Sie bitte was Sie gelesen haben.

Bei Ihnen fällt für jeden Euro Gewinn (= Einnahmen abzüglich Ausgaben) Einkommensteuer an. Die Höhe ist abhängig von der Höhe der Einkünfte Ihres Ehemanns.

"Scheinselbständigkeit" und " Liebhaberei" betrefen zwei völlig verschiedene Rechtsgebiete.

"Scheinselbständigkeit" betrifft die Sozialversicherung und wird dann ein Thema, wenn Sie überwiegend für einen Auftraggeber tätig werden.

" Liebhaberei" dagegen betrifft das Steuerrecht und wird dann ein Thema, wenn Sie dauerhaft Verluste erwirtschaften, also die Ausgaben die Einnahmen übersteigen.

Die Umsatzsteuer sollten Sie links liegen lassen, da Sie voraussichtlich keinen oder nur geringen Investitionsbedarf haben.

Antwort von

Hallo.

Ich danke sehr für diese zusätzliche Informationen!

Wünsche noch ein schönes Restjahr!

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