Frage von Bregdan am 04.04.10

Lohnt es sich, sich selbstständig zu machen?

Hm, je mehr ich mich informiere, desto unglücklicher werde ich. Heute hab ich den totalen Tiefpunkt erreicht.

Hat es denn überhaupt noch einen Sinn, als Einzelperson einen Betrieb gründen zu wollen? Ist man damit nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt? Wenn man im Internet surft, findet man fast nur negative Meldungen. Nicht mal jedes zweite Unternehmen überlebt, Handel ist aussichtslos, Online-Handel sowieso etc., etc. Ich bin irgendwie demotiviert und völlig verzweifelt.

Ich bin studierte Botanikerin, habe noch während des Studiums Vollzeit im Blumenhandel gearbeitet. Ich kenne mich auch sehr gut aus mit gärtnerischen Dingen, Ethnobotanik+Handwerk, Gärtnern auf kleinsten Räumen in der Stadt. Ich wollte einen Betrieb haben rund um das Thema Nutzpflanzen in der Großstadt. Verkauf von Topfpflanzen und Samen speziell dafür gezüchteter Sorten, Verkauf von extravaganten Produkten auf Pflanzenbasis (sowohl Kunstgewerbe als auch Lebensmittel), Kurse und Workshops nach Art der "Kräuterpädagogen"/Hobby-Selbstversorger, aber ohne alternative Esoterik und mit mehr wissenschaftlichem Hintergrund.

Es ist noch nicht ganz ausgegoren - ich wollte aber auch nicht morgen gründen, eher Anfang 2012.

Meinn Bruder hatte sich einen eigenen Zauberladen überlegt. Er arbeitet in einem Zauberladen und greift auf sehr großes Fachwissen zurück, weil in meiner Familie 4 Generationen Nebenerwerbsmagier waren.

Ja, und das nötige Startkapital wäre durch Grundbesitz auch vorhanden.

Aber beide sind wir keine Wirtschafts-Wunderkinder.

Ich habe nochmal inskribiert (Agrarwissenschaften) und VOs über BWL, Buchaltung, Unternehmensführung etc besucht. Bringt aber IMO nicht viel - sehr theoretisch. Ich bin auf Gründertagen unterwegs. Ich habe sämtliche Gründer-Broschüren der Wirtschaftskammer eingesammelt und lerne sie mir ein. (Steuern, Vorschriften für den Webauftritt...)

Ich ziehe auch übungshalber mal ein Kleinunternehmen auf- damit gehts mir recht gut und es macht mir Spaß. Doch das wird nie oder nur mit extrem viel Glück ein richtiger Beruf. Soll letztendlich mein Hobby mit bisschen Gewinn bleiben.

Aber wenn ich dem Internet glauben darf, dann reicht das alles nicht. Ich kann noch immer nicht professionell den Markt analysieren, Standorte nach der Statistik beurteilen usw. Himmel, man kann doch nicht ALLES studieren, da ist man ja mit 55 noch immer auf der Uni.

Und ich bin nur EIN Mensch, mein Tag hat nur 24 Stunden, wovon ich leider wenigstens 8 Stunden schlafen muss. Ich bin nämlich lungenkrank.

Genau deswegen hätte ich gern meinen eigenen Arbeitsplatz, wo ich inhalieren darf ohne blöde Blicke, um den ich nicht zittern muss wenn ich ins Spital muss, wo ich mir die Arbeitsstunden wenigstens ein bisschen mit Rücksichtnahme auf meinem aktuellen Gesundheitszustand einteilen kann.

Verrenne ich mich in etwas? Gebe ich mich Tagträumen hin? Ich weiß es echt nicht mehr.

Wäre übrigens nett, wenn mir jemand antworten würde.

Antwort von

Hallo, nun möchte ich dir auch helfen, hast ja schon einiges hier geschrieben. Danke dafür.

Hm, je mehr ich mich informiere, desto unglücklicher werde ich.



das soll natürlich nicht passieren, das würde mich unglücklich machen.

Hat es denn überhaupt noch einen Sinn, als Einzelperson einen Betrieb gründen zu wollen? Ist man damit nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt?



Nicht unbedingt, es kommt darauf an, was du vorhast. Viele versuchen eine Schnapsidee im Internet umzusetzen und wundern sich hinterher, warum es nicht Funktioniert.

Wenn man im Internet surft, findet man fast nur negative Meldungen. Nicht mal jedes zweite Unternehmen überlebt



Eben, das sind dann genau die, die im Internet schreiben und sagen alles ist Mist, nichts geht, man kann nicht verkaufen und alles ist Schwindel. Die Leute die wirklich Erfolg haben, haben in der Regel wenig Zeit im Internet derartige Texte zu schreiben, die brauchen ihre Zeit, um ihre Geschäfte voranzutreiben. Auch Fragen werden nicht sehr häufig von erfolgreichen Unternehmern im Internet gestellt, sondern die Leute geben zu ihrem Berater und lassen den die Arbeit machen, weil sie selbst ja in ihrem Geschäft präsent sein müssen. So sollte es eigentlich sein, jeder macht das was er am besten kann. Der Steuerberater Beratung in Sachensteuern und Buchführung, der Unternehmensberater berät das Unternehmen eben dein Leben, wie es mit den gegebenen Mitteln am besten fährt.

Handel ist aussichtslos, Online-Handel sowieso etc., etc. Ich bin irgendwie demotiviert und völlig verzweifelt.



dazu nur mein Artikel, der das ganze etwas überspitzt darstellt, den Nagel jedoch auf den Kopf trifft:

Mit einem Onlineshop Geld verdienen, nichts leichter als das

Es ist noch nicht ganz ausgegoren - ich wollte aber auch nicht morgen gründen, eher Anfang 2012.



Das ist gut, gibt dir ruhig Zeit, um sein Konzept gut vorzubereiten und zu überlegen, auszuarbeiten. Da scheitert es bei den meisten Existenzgründern schon, die dann eben auch mit ihrem Geschäft scheitern.

eines gebe ich noch zu bedenken: Du musst dich in dieser Zeit auch finanzieren können, also vorher Geld bekommen, um die Existenzgründung vorzubereiten und schließlich auch um selbst leben zu können. Außerdem gebe ich noch zu bedenken, dass der Gründungszuschuss zur Verfügung steht, dazu müssen jedoch einige Voraussetzungen vom Existenzgründer erfüllt werden. Ich stelle mir es schwer vor, wenn du erst im Jahr 2012 gründen willst, diese Voraussetzungen noch zu erfüllen. also einen Anspruch von 90 Tagen Arbeitslosengeld zu haben und überhaupt noch einen Anspruch auf Arbeitslosengeld?

Himmel, man kann doch nicht ALLES studieren, da ist man ja mit 55 noch immer auf der Uni.



eben, Du kannst das ganze Leben lernen und hast immer noch nicht den Mut, dich selbstständig zu machen.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. - dieser Spruch passt hier ganz gut, eine gewisse Grundeinstellung, eine Geschäftsidee, wie man vorher mit einem Fachmann geprüft haben sollte, Fachvorstand und kaufmännisches Grundwissen und los geht's. Nicht zu viel Fremdkapital oder am besten keine Kredite aufnehmen, dann tut's auch nicht so weh, wenn mal was vor´n Baum geht. Wenn's wirklich schief gehen sollte, kann man ja ganz schnell wieder das Gewerbe abmelden und aus den Fehlern lernen. Das ganze sollte man nicht all zu oft machen, denn sonst sind auch mal schnell 10 Jahre um und man ist immer noch so schlau und arm wie vorher.

Verrenne ich mich in etwas? Gebe ich mich Tagträumen hin? Ich weiß es echt nicht mehr.



Nein, Du bist mit Sicherheit auf der richtigen Fährte. Mit einem derartigen Studium hast du unheimlich viel Fachwissen, was man nun nur an der richtigen Stelle vermarkten muss. Entweder in Form eines Handels oder einer tatsächlichen Beratung oder auch im Internet. Ich bin auch Betriebswirt und schreibe hier Leuten wie dir, was ich weiß. Und ich sage dir, man kann wirklich davon leben, wenn man nur etwas Ausdauer und Spaß bei der Arbeit hat. Schreiben kannst Du ja ganz gut und auch viel, ich könnte mir da schon etwas vorstellen

wenn Du möchtest, schreibe mich mal mit einer privaten Nachricht oder einer E-Mail an. Ich hätte da eine Idee für dich.

Noch ein Tipp: um deine Branche in deinem Umfeld analysieren zu können, empfehle ich als zugelassener KfW Gründungsberater den Service von

Standortanalyse.biz - diesen Service haben wir in vielen Artikeln getestet und auch eine Serie dazu verfasst: lies dir an unserem Gründermagazin einfach mal sämtliche Artikel dazu durch. Tipp: verwandte Artikel zum derzeitig angezeigten Beitrag findest du immer unterhalb des Artikels. Dort steht "Ähnliche Beiträge" - so kannst du dich von Artikel zu Artikel durchklicken.

Das ist auch kein Witz, ich habe selbst dieses online Tool getestet, mit meiner eigenen Branche als lokaler Unternehmensberater ihren Thüringen. Es konnte mir auf 1000 € genau meinen Umsatz prognostizieren, die Konkurrenten analysieren und aufgrund des von mir Eingegebenenstandorts einen sehr guten Überblick zur Marktlage verschaffen. Ich denke für einen Existenzgründer ist das Geld dafür wirklich sehr gut eingesetzt, um im Vorfeld festzustellen, ob es sich an dieser Stelle überhaupt lohnt, einen Laden, ein Geschäft oder eine Dienstleistung zu eröffnen.

10 Schritte, die bei der Standortanalyse und Standortwahl zu beachten sind

Antwort von

Danke!!!

Standortanalyse.biz habe ich schon selbstständig im Net gefunden.

Eigenkapital ist bei mir auch vorhanden. Ich besitze ein Baugrundstück in sehr guter Lage (Villenviertel), das ich aber nur als Garten nutze und aufgrund eines Bandscheibenproblems zunehmend als Belastung empfinde. (Schneeräumung, viel Holzarbeit... *Rücken knirsch*) Ich kann es verkaufen oder zumindest als Sicherheit für einen Kredit angeben.

@Förderungen: Ich hab mich informiert. Leider scheine ich bei der Jungunternehmer-Förderung durch den Rost zu fallen, da ich als Studentin Freie Dienstnehmerin war. Ich bin somit nicht das erste Mal selbstständig. Wie gemein, dass man wegen solch mieser Überlebens-Jobs dann keine Förderung bekommt!

Hm, für eine Idde per PN wäre ich sehr dankbar.

Antwort von

Ist aber leider so.

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