Frage von Heike am 31.08.10

Krankenversicherungsbeitrag bei Gründungszuschuss?

Êhrlich gesagt steige ich durch diesen Dschungel nicht mehr durch.

Ich bekomme seit dem 15.06.10, 290,-€ Gründungszuschuss (da ich vorher auch schon wenig verdient habe) plus 300,-€ Sozialversicherungspauschale, die für die Einkommenseinstufung nicht dazu gerechnet werden.

Die KV stuft mich jetzt wegen des Gründungszuschusses in die Bemessungsstufe 1.277,50 € ein, was bei mir 207,-€ ausmacht. Das ist völlig ungerecht, da mein momentan reales Einkommen bei 290,- (Gründungszuschuss) liegt und monatlich vielleicht zw. 100,- bis 300,- brutto zusätzlich schwankend dazu kommen. Jeder freiwillig Versicherte ohne Gründungszuschuss und mit mehr Einkommen zahlt weniger, hier liegt die unterste Einkommensgrenze bei 851,67 Euro €, mit einem monatl. Beitrag 138,40.

Ich frage was dieser Gründungszuschuss für einen Sinn macht, außer aus der Statistik der AL zu fallen.

Wenn ich das in einem vorhergehenden Beitrag richtig gelesen habe, soll die KV auch bei Personen mit Gründungszuschuss nach ihrem tatsächlichen Einkommen einstufen? Dann hätte ich von meiner KV eine falsche Aussage bekommen (die mir für meinen Fall übrigens vor dem Gründungszuschussantrag die zukünftige untere Grenze von 851,67 genannt hat).

Kann mir jemand weiter helfen, oder mir einen Tipp geben, wie ich meinen Beitrag angemessen zu entrichten habe?

LG

Antwort von

Ich sehe persönlich keine Möglichkeit den Beitragssatz zu senken.

Zudem erhöht sich der Betrag um die Pflegeversicherung.

Aber hierfür sind nun mal die 300,- Euro gedacht.

Es ist schon mehr als aussergewöhnlich einen derart niedrigen Gründungszuschuss zu erhalten.

Wenn du zudem nur ein monatliches Einkommen von 100,- bis 300,- Euro

hast, dann frage ich mich ernsthaft, nach welchen Kriterien hat die fachkundige Stelle und die Agentur für Arbeit deinen Businessplan abgesegnet.

Freiwillig versicherte Mitglieder sind u.a. nichterwerbstätige Menschen (ausgenommen 400,- Euro Basis). Z.B. Frauen nach der Scheidung.

Diese Antwort ersetzt nicht die Antwort von Torsten.

Antwort von

Ich weiß nicht ob das so außergewöhnlich ist, da ja nun schließlich das vorausgegangene Gehalt, und danach auch das ALGeld berechnet wurden. Bei Zweitverdienenden Ehepartnern auf Teilzeitbasis ist so ein Gehalt sicher nicht selten!

Auf Anfragen bei meiner KV wurde mir bestätigt, dass das gar nicht so selten ist und auch schon Widersprüche diesbezüglich eingegangen sind, die aber alle abgelehnt wurden, weil eben pauschal ein fiktives Einkommen angenommen wird bei einem Gründungszuschuss. Das ist aber eben OFT nicht der Fall.

Bei Antragstellung war klar, wie hoch mein Gründungszuschuss max. ausfallen würde, da ich ja zu diesem Zeitpunkt noch Arbeitslosengeld bezogen habe. Und es war auch klar, dass ich nicht Vollzeit arbeiten kann, wegen Kinderbetreuung. Alles wie gehabt. Was nicht klar war, war der Kv Beitrag, dort wurde mir zuerst gesagt, dass sich dieser auf mein tatsächliches Einkommen beziehen wird. Und das liegt weit unter 1277,-€.

Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Wie schon gesagt zahlt jeder Freiberufler mit deutlich mehr Einkommen weniger KV Beiträge als der Kreis der bereits Beschriebenen Existenzgründer mit solch niedrigem Einkommen.

Hauptsache die Statistik stimmt!

Antwort von

Sofern ein Freiberufler in der gesetzlichen Krankenkasse versichert ist zahlt er den gleichen einkommensabhängigen Beitrag wie ein "normaler" Selbständiger. Deine Aussage ist somit nicht korrekt.

Sicherlich wird ein Gründungszuschuss auch bei einer Teilzeittätigkeit gewährt, aber nur, wenn trotz der niedrigeren Stundenzahl ein "normales" Einkommen zu erwarten ist.

M.E. hätte dir ein Gründungszuschuss nicht bewilligt werden dürfen. Und angesichts der derzeitigen hohen Ablehnungen seitens der Arbeitsagenturen - die sich im nächsten Jahr aufgrund der Sparmaßnahmen noch erhöhen werden - sei froh, dass du diesen bekommen hast. Denn ohne den Gründungszuschuss wäre der Mindesbeitrag der KV incl. Pflegeversicherung bei über 340,- Euro.

Antwort von

Vielleicht hab ich mich etwas ungeschickt ausgedrückt, aber die unterste Einkommensgrenze für die freiwillige Versicherung bei meiner gesetzlichen KK liegt bei 851,67 (2mal im Jahr sind auch höhere Einnahmen erlaubt!) mit einem monatl. Beitragssatz von 138,40 (mit Kind) und damit deutlich unter 1277,50 monatl. 207,-€ gesetztlich fiktiv festgesetzt für Gründungszuschuss Bezieher

D.h. mein momentan gesichertes Einkommen von 290,-€ plus 300,-€ Pauschale liegt deutlich darunter, wobei die 300,-€ noch nicht einmal als Einkommen gerechnet werden. Davon gehen übrigens auch noch Rentenbeiträge und diverse Versicherungen, Steuerberater ect. ab. D.h. gesichert habe ich i.d.R. weniger als eine familienversicherte Person, die sogar KV Beitragsfrei ist!

Und das "normale" Einkommen ist wohl auch definitionswert, bei einer Arbeitszeit von ca 15 Std. zum Einen aber auch generell. Es gibt viele Berufe in denen du noch nicht einmal bei einer Vollzeittätigkeit auf einen Monatslohn von 1200,-€ kommst, insbesondere wenn du Zweitverdiener bist.

Alle Angaben die hier stehen habe ich auch in meinem Antrag nicht anders dargestellt.

Und sollte mein Einkommen auch tatsächlich über 1200 € liegen, wäre diese Diskussion hier gar nicht erst entstanden. So liegen hier aber die Tücken im Detail, welche wohl nicht wirklich alle gut und vor allem gerecht durchdacht wurden.

Das ist im Grunde der Kern meiner Aussage. Und wie wir alle wissen gibt es viele solcher Lücken im System.

Da fällt mir noch eine Frage zu den Beitragsbemessensgrenzen der KV ein, sind diese Zahlen brutto oder netto gemeint? Denn wenn ich mein geringes schwankendes Einkommen aus meiner selbstängigen Tätigkeit nach Steuer anschaue, dann ???

So und jetzt zurück zur Arbeit!

Antwort von

Auch hier wieder einige Fehler:

Die Beitragsbemessungsgrenze von 851,67 Euro gilt u.a. nur bei Nichterwerbstätigen, Zinseinnahmen, Mieteinnahmen u.s.w.

Nicht aber bei Einkünften aus beruflicher Tätigkeit.

Auch wenn ein Selbständiger nur 100,- Euro im Monat verdient, hat er einen Beitrag von etwa 340,- Euro aus der Beitragsbemessungsgrenze von ca. 1850,- Euro zu zahlen.

Nur für Empfänger von einem Gründungszuschuss ist diese Grenze auf 1.277,50 Euro reduziert. Du zahlst somit schon den reduzierten Beitrag.

2mal im Jahr sind auch höhere Einnahmen erlaubt!

= andere Baustelle. Hier wirftst du eine Regelung bei 400,- Euro Kräften rein.

Weshalb Steuerberater?

Antwort von

Nachtrag:

Nichterwerbstätige = ausgenommen 400,- Euro Kräfte.

Wer monatlich nur bis zu 400,- Euro auf Basis verdient und nicht familienversichert ist zahlt 200,- Euro an Krankenversicherung.

60,- Euro durch den Arbeitgeber an die Knappschaft und selbst etwa 140,- Euro an seine Krankenkasse.

Antwort von

Also Philip ich weiß nicht wo du deine Informationen her hast aber ich habe definitiv andere.

Auf meinem Ausdruck "Beiträge zur Freiwilligen Kranken und Pflegeversicherung" der KV steht: Beispiele für die Einstufung freiwilliger Mitglieder zur Kranken- und Pflegeversicherung dazu 4 Spalten: Einkommen in €, Beitrag ohne Anspruch auf Krankengeld, mit Anspruch auf KG und Beitrag zur Pflegeversicherung. Dazu die entsprechenden Grenzen und Beiträge wie bereits angegeben. Unter dem Ganzen steht noch: Die Einstufung erfolgt nach den tatsächlichen Einkommensverhältnissen unter Berücksichtigung der Mindest- und Höchstgrenzen:

851,67 €: Mindestgrenz freiwillige Versicherung

1277,50 €: Mindestgrenz hauptberuflich selbstständige Tätige m. Gründungszuschuss

1916,25 €: Mindestgrenze hauptberuflich selbstständig Tätige

und noch die Höchstgrenz derfreiwilligen Versicherung und nichts von Nichterwerbstätigen, Zinseinnahmen, Mieteinnahmen u.s.w.

Das entspricht nicht ganz deinen Beschreibungen. Ich habe jetzt langsam auch keine Lust mehr mit dir zu diskutieren und meine Zeit hier zu vertun, da deine Kenntnisse über die Sachlage auch nicht besonders fundiert erscheinen. Ich habe mir hier in diesem Forum eigentlich konstruktive Informationen erhofft.

Vielleicht kriege ich ja noch eine Antwort auf meine Frage bezüglich Brutto oder Netto Beitragsbemessungsgrenze, das wäre noch interessant?

Antwort von

Nochmals:

851,67 Euro Mindestgrenze sonstige freiwillige Mitglieder

noch nicht schulpflichtige Kinder und Schüler, die das 20. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, Beamte, Pensionäre, nichtversicherungspflichtige Rentner, Nichterwerbstätige, Sozialhilfeempfänger.

Wer keine Einnahmen hat, wird so gestellt, als hätte er 851,67 Euro an Einnahmen.

Wer 500,- Euro Mieteinnahmen hat, wird so gestellt, als hätte er 851,67 Euro an Mieteinnahmen.

Wer 1.000,- Euro Mieteinnahmen hat zahlt von diesen Einnahmen den KV- Beitrag.

Selbständige können sich in dieser Kategorie nicht versichern!

Antwort von

Hallo,

Die KV stuft mich jetzt wegen des Gründungszuschusses in die Bemessungsstufe 1.277,50 € ein, was bei mir 207,-€ ausmacht. Das ist völlig ungerecht, da mein momentan reales Einkommen bei 290,- (Gründungszuschuss) liegt und monatlich vielleicht zw. 100,- bis 300,- brutto zusätzlich schwankend dazu kommen.



Nicht ungerecht sondern dt. Gesetz.

Wenn das Geld in der beschriebenen Situation nicht reicht, kannst du gern ALG 2 beantragen und auch als Selbständiger aufstocken, du bist dann ein sogenannter Aufstocker

Antwort von

Ja, das weiß ich! Aber trotzdem "Ungerechtes dt. Gesetz!" Ist ja nicht das Erste!

Ich dachte nur es gibt für diese Spezialfälle (Gründungszuschuss mit niedrigerem Verdienst als 1200,-€) vielleicht doch Ausnahmeregelung, deshalb habe ich hier Rat gesucht. Bin jetzt aber genügend auf das dt. Gesetzt hingewiesen worden vielleicht gibt es ja doch noch eine Antwort auf die Brutto Netto Frage.

Im Übrigen geht es hier nicht ums "nicht reichen", sondern um Vergleiche. Aber vielen Dank für diesen Hinweis, ALG2 kommt aber für mich nicht in Frage, ich will ja arbeiten und Geld verdienen, nur leider kann ich nicht soviel verdienen wie ich eingestuft werde in der KV. That's it!

Trotzdem Danke für deine Antwort

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