Frage von ulrich am 05.10.16

Kleinstunternehmen lohnenswert?

Guten Tag, ich bin mir nicht schlüssig, was für mich sinnvoller ist.

 

Ich habe einen Gewerberaum gemietet, der mich monatlich 200 Euro kalt bzw. 325 Euro warm kostet. Materialeinsatz pro Monat mächten ich mit 100-150 Euro angeben.

 

Verkäufe werden in den kommenden 2 Monaten noch nicht stattfinden, da ich zuerst noch eine Internetseite / -Shop einrichten und meine zu verkaufenden Stücke herstellen muß.

 

Nehme ich nun die Kleinstunternehmerregelung in Anspruch und verzuckte auf die Rückerstattung der Mehrwertsteuer oder mache ich es anders?

 

Letztendlich kann ich den Gewinn/Umsatz noch nicht abschätzen. Es können 500 Euro monatlich sein, aber auch 1500 Euro.

 

Die Fertigung der Steuererklärung kostet ja über einen Steuerberater auch nicht gerade wenig. Was rechnet / eignet sich für mich mehr?

 

Danke und Grüße

Ulrich Wacker

Antwort von gruenderadmin

Da ich nicht genau weiß, in welcher Branche sie sich selbstständig machen, kann ich auch nur raten. So wie es sich anhört, liegen die Umsätze also zwischen 500 und 1500 Euro monatlich. Wenn man das auf zwölf Monate hochrechnet ergeben sich demnach Jahresumsätze von 6000 bis 18.000 Euro. Im ersten Fall, also 6000 Euro Umsatz im Jahr, könnten Sie auf jeden Fall die Kleinunternehmerregelung nutzen, damit keine Umsatzsteuer zahlen, würden aber auch keine Vorsteuer (gezahlte Umsatzsteuer auf ihre Rechnungen, zum Beispiel Ware) vom Finanzamt erstattet bekommen. Da sie davon ausgehen, dass sie mehr umsetzen wollen, als sie ausgeben (andernfalls würden sie regelmäßig Verlust machen und das kann ja nicht ihr Ziel sein), bringt die Vorsteuererstattung nur in den ersten Monaten, also in der Zeit, wo sie investieren und Ware einkaufen, einige Euros. Später werden sie immer, wenn auch nicht regelmäßig, Umsatzsteuer abführen müssen, die sich letztlich auf ihren kalkulierten Preisen aufgeschlagen hat. Hier kommt es darauf an, ob sie für Unternehmer verkaufen oder für Privatpersonen.

 

Im letzteren Fall (18.000 Euro Umsatz pro Jahr) können Sie keine Kleinunternehmerregelung nutzen, da sie in diesem Fall bereits 500 Euro über die magische Grenze von 17.500 Euro gekommen sind. Sie sind im Fall von 18.000 Euro Jahresumsatz auf jeden Fall ein umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer, der zunächst monatlich seine Umsatzsteuervoranmeldung abgeben und monatlich eine Umsatzsteuerzahlung leisten muss oder entsprechend eine Erstattung zu erwarten hat. Genau für diese Dinge sollten Sie sicher etwas Fachwissen haben, entweder eine gute Software bedienen können oder einen Steuerberater bemühen. Was für sie günstiger ist, hängt von ihrem persönlichen Sachverstand ab - siehe www.gruenderlexikon.de/checkliste/fuehren/buchfuehrung-vorbereiten/buchfuehrungsprogramm-steuerberater/

 

Was machen Sie nun?

Sie müssen ihre Umsätze selbstverständlich schätzen und genau diese Schätzung müssen sie dann im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung (der kommt nach der Gewerbeanmeldung automatisch vom Finanzamt zu ihnen) eintragen. Dazu gibt es einen kleinen Absatz, der genau diese Kleinunternehmerregelung Regel. Wenn das erledigt ist, haben sie im Prinzip alles schon getan. Sie können sich also genau an dieser Stelle aussuchen, welchen Umsatz sie schätzen und dementsprechend umsatzsteuerpflichtig oder im Rahmen der Kleinunternehmerregelung umsatzsteuerbefreit arbeiten.

 

Das ist im Groben das, was es dazu zu wissen gibt. Alternativ dazu können Sie auch einen Steuerberater direkt über folgenden Link zu einzelnen Fragen beauftragen: www.yourxpert.de/steuerberater-online-fragen

 

Danke und viele grüße

Torsten Montag

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