Frage von Peter am 23.03.14

Kleingewerbe, lohnt sich das für mich ?

Hallo,

ich wollte ein Kleingewerbe anmelden um nebenbei mir/uns was dazu zuverdienen. Bin in einer Firma angestellt und habe das Ok vom Arbeitgeber. Bin dabei alles vorzubereiten um dann im Spätsommer die anmeldung anzugehen.

Meine Idee ist Planung, Beratung und Service für den Heimwerker anzubieten.

Alles schön und gut  und ich freue mich schon drauf was eigenes auf die Beine zu stelllen. Jetzt aber kam eine Bremse von meinen Steuerberater(Lohnsteuerhilfeverein) dass es sich nicht lohnen würde da die Kosten für einen richtigen Steuerberater so hoch sind dass man schlimmstenfalls minus machen würde.

Ich will die Kosten so niedrig halten wie es nur geht fürn Anfang.Ich brauche auch nicht viel um diese art von Dienstleistung anbieten zu können. Für mich würde sich am besten ja Umsatzsteuerbefreiung anbieten.Und wieviel Umsatz ich mache das weiss ich noch garnicht, will halt ganz chillig nebenbei dieses Kleingewerbe führen.

Da ich das so gerne machen würde aber schon langsam am verzweifeln bin wie viele Steine einen in den Weg gelegt werden können.

Könnt Ihr mir vielleicht sagen was auf mich da genau noch zukommt Finanzamt, Kosten, zusätzliche Büroarbeit etc. ?

Zu meiner Person : Bin verheiratet, ein Kind 2 Jahre alt, Angestellter + Minijob, meine Frau hat nur ein Minijob.

Würde mich über Antworten freuen- Danke schön.

 

Antwort von

 

Hallo Peter,

 

 

 

wenn man eine gute Idee hat, Spaß an der Arbeit und es einfach mal ausprobieren möchte, noch dazu neben einer hauptberuflichen Tätigkeit als Angestellter mit dem Wissen des Chefs und dem Rückhalt der Familie, sollte man sich nicht von jemanden wie einem Sachbearbeiter oder dem Leiter des Lohnsteuerhilfevereins (was auf keinen Fall ein Steuerberater gleichkommt) davon abhalten lassen.

 

 

 

Das klingt eher danach, als möchte diejenige Person einfach keine zusätzliche Arbeit für Sie erledigen, die unter Umständen nicht sehr viel aufwändig sein muss, als das bisherige. Sondern derjenige ist womöglich schlichtweg nur faul, sie vernünftig zu beraten oder aber und das ist meine größte Vermutung, er hat Angst, Sie zu verlieren, weil er die gewerbliche Beratung, die Erstellung einer kleinen Einnahmenüberschussrechnung, als Lohnsteuerhilfeverein nicht darf und Sie an einen Steuerberater in dem Fall verlieren würde.

 

 

 

Der Steuerberater selbst nimmt natürlich für eine Einnahmenüberschussrechnung verhältnismäßig gesehen viel Geld, denn hier wird nach Umsatz abgerechnet.

 

 

 

Was soll man Ihnen aber in dem Moment raten?

 

Den Gewinn zu ermitteln (Umsatz = Einnahmen und davon die Ausgaben abziehen) dürfte aus meiner Sicht her für jeden machbar sein. Etwas komplizierter wird da schon die zumindest einmal im Jahr zu erstellen Umsatzsteuerjahreserklärung, auch wenn die als Kleinunternehmer nur daraus besteht, ein Häkchen zu setzen und dem Finanzamt zu erklären, dass man die Kleinunternehmerregelung nach § 19 Umsatzsteuergesetz in Anspruch nimmt und damit nicht umsatzsteuerpflichtig ist. Dort bitte aber beachten: dass es gewisse Umsatzgrenzen sowohl in der Vergangenheit auch in der Zukunft einzuhalten sind, um diese Regelung weitere nutzen zu dürfen. Dazu haben wir hier im Gründerlexikon schon mehr als genug berichtet und sogar einen Onlinerechner und ein Video entwickelt.

 

 

 

Und hier liegt der Hase im Pfeffer: wenn man das auf Dauer nicht versteht oder zeitlich nicht überwachen und damit sicherstellen kann, dass man diese Regelung auch einhält und immer alles richtig abrechnet, sollte man lieber zu einem Steuerberater gehen, der daran erinnert und die entsprechenden Abrechnungen fristgerecht und ordentlich erstellt.

 

 

 

Dafür würde aber wieder Geld haben, was letztlich ja seiner Arbeit ist und wer möchte nicht für seine Arbeit bezahlt werden?

 

 

 

Was Sie sonst noch beachten müssen?

 

Das Gewerbe musst angemeldet werden, das ist eine Unterschrift, einmal Personalausweis zeigen und etwa 30 Euro bezahlen.

 

 

 

Daraufhin kommt dann der steuerlichen Erfassungsbogen vom Finanzamt, da trägt man seine Adresse und die sonstigen Stammdaten zu seiner Person ein. Schwieriger wird das ganze wieder, wenn man die steuerliche Situation beschreiben muss, die derzeit anliegt und man davon keine Ahnung hat. Da sollte man dann wieder zu jemanden gehen, der Ahnung davon hat, entweder der Bearbeiter des Lohnsteuerhilfevereins, ob der das machen darf, weiß ich gar nicht oder eben zum Steuerberater. Der kann aber auch dafür wieder Geld verlangen.

 

 

 

Fazit:

 

Zzu denken, alles ist gratis ist wohl falsch, man muss selbst bei der kleinsten Tätigkeit ein gewisses Budget für Ausgaben berechnen. Ob das für den Steuerberater ist, der einem sicher die Selbständigkeit einleitet, Formulare und Anträge ausfüllt oder ob es eine Software ist, die man kaufen muss. Mit einem Budget von null Euro zu starten und sich einzureden, man möchte nichts ausgeben, ist schlichtweg falsch, da kann man es gleich sein lassen.

 

 

 

Mal abgesehen davon, wage ich zu bezweifeln, dass sie mit Beratung für Handwerk und überhaupt Umsatz generieren können. Ich habe jahrelang Handwerker beraten und gemerkt, dass diese Leute, häufig beratungsresistent sind. Wenn Sie natürlich welche können, die gern von Ihnen jetzt schon beraten werden möchten, umso besser. Für ein paar Euro zusätzlich wird es sicher überreichen, ihr sollte man nur die fixen Kosten im Jahr berücksichtigen, die anfallen für zusätzliche Erklärungen bei der jetzt schon vorhandenen Einkommensteuererklärung, Gewinnermittlung und zusätzliche Beratungen im Zusammenhang mit dem Nebengewerbe. Ich wurde das für ein Jahr pauschal mit etwa 500 bis 1000 Euro kalkulieren. Denn es billiger geht, umso besser, aber beim Steuerberater wird das sicher in dieser Region liegen.

 

 

 

Etwas günstiger bekommen sie es wahrscheinlich, wenn Sie sich mit einer Software selbst in die Thematik einarbeiten und alles selbst erledigen. Dann fehlt ihnen aber wiederum die Zeit, den eigentlichen Job zu tun.

 

 

 

Bitte lesen!

 

 

 

 

 

und noch besser:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Egal wie Sie sich entscheiden, ich wünsche Ihnen dabei viel Glück und würde mich freuen, wenn ich ein Feedback bekomme.

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