Frage von Dieter am 25.10.14

Kleingewerbe als Blogger - wie steht es mit der Krankenkasse?

Hallo,

 

meine Situation ist etwas verworren. Ich fange von vorne an: männlich, Ende 20, z.Z. erwerbslos, beziehe keine Unterstützung vom Amt. "Taschengeld" (einzige Einnahmen bis dato) und Krankenkassenbeiträge (gesetzlich) zahlt mir meine Familie.

Ich betreibe eine private Hobbywebseite (ursprünglich ohne Gewinnabsicht). Nun habe ich die Chance mir einmalig durch Werbeeinnahmen aktuell  2 * 100Eur zu verdienen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ähnliche Angebote in Zukunft kommen ist gegeben, aber nicht sicher. (Es kommen in unregelmäßigen Abständen Agenturen auf mich zu und machen mir Angebote für diese Werbeplätze.)

Um das Geld in Empfang zu nehmen, muss ich ordentliche Rechnungen ausstellen können, ergo ein Gewerbe anmelden und von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen.

Da ich dieses Zubrot gut gebrauchen kann, würde ich diesen Schritt gerne gehen.

Ich habe bereits beim Finanzamt Unterlagen zur steuerlichen Erfassung erhalten und mich über die steuerrechtlichen Aspekte der Kleinunternehmerregelung informiert. Soweit blicke ich da nun auch durch und befinde das Vorhaben für akzeptabel.

Doch nun meine Problematiken:

Mit Platzierung der Werbung auf meiner Webseite verbringe ich nur geringe Zeit. Ansich wäre die Wahl hierbei das Ganze eindeutig als Nebenerwerb anzumelden. Nun bin ich aber erwerblos und dies wäre - bis aufs Taschengeld - die aktuell einzige Einnahmequelle. Wie verhält es sich dabei? Müsste ich dies aufgrund meiner Umstände etwa als Haupterwerb anmelden? (Auch wenn es bei wenigen Einnahmen pro Jahr bliebe?)

Hat dieses Kleingewerbe Auswirkungen auf die Ausführung meines Hauptberufes, den ich hoffentlich im nächsten Jahr beginnen werde?

Thematik 2: Krankenkasse.

Ich bin gesetzlich versichert, aber die Beiträge werden von meiner Familie gezahlt. Muss ich mit höheren Beiträgen oder anderen Tarifen rechnen, wenn ich den Schritt in Richtung Kleingewerbe gehe?

Eigentlich ist meine Motivation dieser ganzen Geschichte lediglich, diese 200Eur in Empfang nehmen zu können, mit der Hoffnung, diese Summe im nächsten Jahr ebenfalls zu erwirtschaften. Meine Gewinnabsicht ist wirklich nicht groß. Es ist wirklich nur ein kleines Zubrot - mehr nicht.

Je mehr ich mich in dieses Thema einlese, desto mehr Fallen finde ich.. Besonders die Sache mit der Wahl "Nebenerwerb"/"Haupterwerb" und die Frage mit der Krankenkasse machen mich gerade sehr unruhig, zumal die Steuernummer beim Finanzamt bereits beantragt ist und der nächste Schritt die Abgabe des Formulars GewA1 (Gewerbeanmeldung) wäre..

Ich bin dankbar für jeden Ratschlag!

 

Antwort von

 

Ich versuche mal einige Fragen grundsätzlich zu beantworten. Letztlich kann ich aber nur auf ein direktes Gespräch mit ihrer Krankenversicherung hinweisen, sollte man ihnen alle möglichen Varianten berechnen und erläutern können.

 

 

 

Fangen wir mal oben an:

 

 

 

 

 

Was meinen Sie mit Taschengeld, bekommen Sie das Taschengeld vom Amt oder von ihren Eltern? Wenn Sie es von ihren Eltern bekommen, ist es keinerlei Einkommen wird auch nirgendwo angegeben oder verrechnet.

 

 

 

 

 

Nebengewerbe oder Hauptgewerbe:

 

 

letztlich haben Sie ja kein Haupterwerb, so dass es sich jetzt um ein Nebengewerbe handeln würde. Die Unterscheidung Dort aber lediglich nur hinsichtlich der Krankenkasse getroffen. Dem Finanzamt ist es egal, dort gibt es diese Unterscheidung gar nicht. Entweder sie haben ein Unternehmen angemeldet oder nicht. Den steuerlichen Erfassungsbogen haben Sie ja diesbezüglich bereits und wenn Sie dort alles durchlesen, werden sie nirgends das Wort Nebengewerbe oder Hauptgewerbe finden. Die Krankenkassen unterscheiden hinsichtlich der Dauer ihrer Tätigkeit. Wie viele Stunden pro Woche setzen Sie also für die Firma ein. Liegen sie dort im Bereich drei bis vier Stunden, ist es ohne jeden Zweifel Nebengewerbe für die Krankenkassen und Sie können ihre Krankenversicherung so lassen wie sie ist. Sofern Sie aber zum Beispiel 50 Stunden die Woche arbeiten, ist es ein Hauptgewerbe und Sie müssen sich selbst versichern.

 

 

 

 

 

Da Sie selbst schreiben, sie würden nächstes Jahr eine Anstellungsverhältnis beginnen, würde ich es von vornherein als Nebengewerbe laufen lassen.

 

 

 

 

 

Dahingehend bitte ich Sie sich direkt von ihrer gesetzlichen Krankenversicherung beraten zu lassen. Lassen Sie sich doch einfach mal vorrechnen, was die Krankenversicherung im Falle eines Nebengewerbes kostet und was sie kosten würde, wenn sie sich im Rahmen eines Hauptgewerbes selbst versichern müssten. Das sollte die Krankenversicherung schonen bekommen, das ist letztlich ihr Job.

 

 

 

 

 

Wenn es sich hier um 200 Euro im Jahr handelt, lohnt sich fast der ganze Aufwand nicht. Wenn Sie jedoch damit rechnen, es regelmäßig zu bekommen, bleibt ihnen nichts anderes übrig und Sie sollten zusehen, dass sie weitere Einnahmen generieren können. Ich habe hier im Gründerlexikon einen Artikel zum Thema Geschäftsidee Blogger werden beschrieben.

 

Ich wünsche Ihnen jetzt schon viel Erfolg, ich erlaube Ihnen hiermit auch ihre Internetseite in diesem Artikel zu erwähnen, ich lasse den Link drin, das wird Ihnen für die Suchmaschinen auf jeden Fall helfen. Vielleicht kann ich Ihnen auch etwas bei der Werbung helfen und Sie bekommen schon recht schnell einen weiteren Werbeauftrag.

 

 

 

In diesem Sinne also viel Erfolg und bleiben Sie am Ball, es kann nur nützlich sein, das sehen sie an mir, ich lebe vom Internet und habe eigentlich Steuerfachangestellter gelernt. Kann mir mittlerweile gar nicht mehr vorstellen, in einem Büro zu arbeiten, wo ich mit dem Auto hinfahren muss und Ordner wälzen sollte.

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