Frage von Passsionata am 26.05.10

Ich benötige Informationen, können Sie mir helfen?

Hallo Zusammen,

kurz zu meiner Situation: Ich bin alleinerziehende Mutter eines 3jährigen Sohnes, daher leider momentan Hartz IV-Empfängerin. Mein Sohn hat einen prima Kita-Platz so dass ich mich beruflich neu orientieren kann. Bin gelernte int. Wirtschaftsassistentin.

Ich hätte ab Montag einen Job als Assistentin des Niederlassungleiters einer Finanzfirma. Ansich alles prima, nun hat er mir vorgeschlagen es über einen Gewerbeschein laufen zu lassen.

Ich hätte ein monatliches festes Gehalt etwa in Höhe von 900 euro (25 stunden woche) zuzüglich leistungsorientierte Bezahlung für die Nachbereitung von Versicherungsverträgen der Kunden.

Bin mit diesem Angebot überfordert, wie sieht es mit sozialabgaben aus, Kündigungsschutz, Anspruch auf ALG1 nach einem Jahr?

Wichtig wäre es mir zu erfahren welche gefährlichen Nachteile es haben kann u vor allem was ich von diesen 900 Euro noch selber bezahlen muss.

Und natürlich welche Vorteile das gegebenenfalls für mich haben kann.

Für Eure Hilfe bedanke ich mich vorab schon recht herzlich

Claudia

Antwort von

hallo,

bei solchen angeboten wäre ich im voraus schon einmal sehr, sehr vorsichtig. gründliche prüfung von firma und angebot würde ich anraten.

anspruch im falle des falles auf ALG1 wirst du wohl nicht haben, da du ja nicht in einer arbeitslosenversicherungspflichtigen tätigkeit stehst.

evtl. stünde dir ergänzendes hartzIV zu - die prozedur der abrechnung mit dem amt kann allerdings nervtötend sein.

kündigungsschutz ist gleich null.

du mußt ein gewerbe (kleingewerbe) anmelden.

anmeldung beim finanzamt - wobei die gefahr besteht, das du als "scheinselbständiger" eingestuft wirst da du nur einen einzigen kunden hast.

krankenversicherung ist selbst zu bezahlen.

steuerklärung (einnahme-/übeschüßrechnung) für das finanzamt.

vorteile: eigentlich sehe ich da keine. siehe anfang.

Antwort von

Lieben Dank für die Antwort,

damit habe ich insgeheim schon gerechnet.

Wäre es denkbar bzw würde es Sinn machen wenn ich vertraglich eine längerfristige Zusammenarbeit vereinbare, woran der Arbeitgeber gebunden ist?

Was passiert bei Scheinselbstständigkeit? Will niemanden prellen...

Ich werde auf alle Fälle noch vor Montag mit dem Arbeitsamt sprechen u wenn ich auf die Schnelle einen Termin bekomme auch mit dem Gewerbeamt was die dazu meinen.

Die Firma halte ich ansich für seriös, ich habe im Vorfeld nichts Negatives in Erfahrung bringen können, zumindest nichts über das www.

Antwort von

das kannst du sicher vertraglich regeln. aber das sind dann hier keine arbeitgeber-arbeitnehmer bezogenen vereinbarungen sondern ein geschäftlicher vertrag. eine nicht erfolgte leistung oder die erfüllung des vertrages müßte dann von dir eingeklagt werden.

wie auch übrigens falls zahlungen deiner arbeit nicht erfolgen sollten.

bei einer scheinselbständigkeit nimmt dir das finanzamt die gewerbliche tätigkeit nicht ab. dies ist oft der fall wenn es um arbeit für einen einzigen kunden geht. weil die beschäftigung eben lohnsteuerfrei, rentenversícherungsfrei ist und dir auch sämtliche abzugsmöglichkeiten die man als selbständiger hat, nicht mehr anerkannt werden. dies kann nachgefordert werden.

das wort arbeitgeber ist übrigens in diesem falle falsch. höchstens vertragspartner, kunde oder geschäftspartner könnte man es nennen.

Antwort von

...wird ja immer besser...der muss mich echt für saudoof halten wenn ich darauf eingehe.

Werde mich mit ihm nochmal unterhalten.

Ich danke dir recht herzlich dass du so schnell geantwortet hast u mich womöglich vor einem grossen Fehler bewahrt hast.

Lg

Antwort von

kein problem.

erkundige dich genau und handle dann nach deinem bauchgefühl.
wink

Antwort von

Eine Scheinselbständigkeit wie in diesem Fall ist zu vermeiden, wenn ein bis zwei weitere Auftraggeber gefunden werden.

Ein Gewerbe kann auch mit nur einem Auftraggeber begonnen werden.

Zudem wird dies von den Gewerbe- und Finanzämtern zu Beginn nicht geprüft.

Sofern eine Behörde oder z.B. die Rentenversicherung zu einem späteren Zeitpunkt eine Scheinselbständigkeit attestiert, gilt rückwirkend ein Arbeitsverhältnis. Dies hat für AN + AG hohe Nachforderungen (insbesondere Beiträge zur Rentenversicherung) zur Folge. Und sollte der AG zu diesem Zeitpunkt pleite sein darf der Arbeitnehmer alles nachzahlen.

Eine Selbständigkeit für 900,- Euro ist nicht empfehlenswert.

An Kosten für die Krankenkasse (freiwillig versichert in der Gesetzlichen) und Pflegeversicherung fallen monatlich etwa 320,- Euro an. Die Berechnung erfolgt von einem monatlichen Mindest- Gewinn von etwas über 1.900,- Euro - unabhängig ob dieser erwirtschaftet wird oder nicht.

Der freiwillige Mindestbeitrag in der Rentenversicherung lag vor zwei Jahren bei 79,- Euro.

900,- Euro durch 100 Stunden = 9,- Euro Stundenlohn !!!

Antwort von

Danke für den effektiven Beitrag!

Ich vermute dass mein "Kunde" mit der Provision argumentieren wird, die zum Fixum noch hinzu kommt, bezüglich der Beiträge für KV+PV, RV u evtl. Arbeitslosenversicherung.

Das ist gewiss nicht die Sicherheit die ich und mein Sohn benötigen, daher stelle ich ihn direkt vor die Wahl, Angestelltenverhältnis oder gar kein Verhältnis. Ich habe auch bereits Rückendeckung vom Amt bekommen, dass ich nicht gezwungen bin diese Tätigkeit annehmen zu müssen.

Antwort von

danke für die HIlfe von allen hier

Antwort von

bei einer scheinselbständigkeit nimmt dir das finanzamt die gewerbliche tätigkeit nicht ab. dies ist oft der fall wenn es um arbeit für einen einzigen kunden geht. weil die beschäftigung eben lohnsteuerfrei, rentenversícherungsfrei ist und dir auch sämtliche abzugsmöglichkeiten die man als selbständiger hat, nicht mehr anerkannt werden. dies kann nachgefordert werden. www.buypetsproducts.com

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