Frage von Quad am 29.04.10

Hauptberuf + Nebengewerbe & Kosten, Vorsteuer?

Hallo allerseits,

ich bin seit neun Jahren bei einem großen und bekanten Unternehmen angestellt und möchte diesen Job auch weiterhin behalten.

Nun habe ich vor zwei Monaten ein Nebengewerbe angemeldet und möchte zusätzlich Fahrzeuge, genauer gesagt "Quads" vermieten und auch bei Bedarf verkaufen.

Da von nichts auch nix kommt, habe ich schon in den letzten Monaten einiges zusammen getragen, sprich drei Fahrzeuge gekauft, Ersatzteile ebenso und Werkzeug braucht man ja auch...usw.

Mich beschäftigen aber da noch ein paar Fragen, die mir keiner so genau beantwortet hat bzw. einen Rat geben konnte.

Wenn ich z.B. bei einem Großimporteur ein Fahrzeug kaufe und in meinen Fahrzeugpool fließen lasse um es zu vermieten, dann bin ich ja so gesehen der Endverbraucher und bleibe auf den 19% sitzen.

Da ich als Kleingewerbetreibender keine Vorsteuer abziehen kann, dass ist mir nunmehr bekannt und wäre auch nicht weiter schlimm, wenn ich z.B. den Verkauf außer Acht lassen und nur vermieten würde.

Aber (!):

Wenn ich z.B. beim Großimporteur ein Fahrzeug ordere und an einen Kunden weiter verkaufen möchte, zahle ich die Steuer und der Kunde ja auch, also 2x Mehrwertsteuer die gezahlt wird.

Somit schrumpft für mich auch der Gewinn den ich letztens Endes an dem Fahrzeug einnehme, da ich keine Vorsteuer in Anspruch nehmen konnte und überteuert soll das Fahrzeug ja nicht verkauft werden.

Mein Problem ist, dass ich noch nicht abschätzen kann wie gut die Sache laufen wird.

Soll ich erst einmal in den sauren Apfel beißen und auf die Vorsteuer verzichten wenn ein Fahrzeug verkauft werden soll und eventuell erst wenn die Grenze von 17.500,00 Euro überschritten wurde auf die Regelbesteuerung gehen?

Oder vielleicht direkt? (Vor-/Nachteile für mich?)

Könnte ich dann auch die Vorsteuer „rückwirkend“ von den bereits verkauften Fahrzeugen zurück erhalten?

Und was wäre wenn ich z.B. zum Saisonende ein Fahrzeug aus dem Pool verkaufe (März gekauft und im November verkauft), würde das wenn ja dann auch gelten?

Und noch die letzte Frage: Was ist mit den Kosten etc. die ich bis jetzt zur Inbetriebnahme meines Gewerbes hatte, sprich wie oben beschrieben Anschaffung der Fahrzeuge für den Vermietbetrieb, Teile, Werkzeug usw. – In wie Weit kann ich diese geltend machen?

Für Selbstständige soll das ja kein Problem sein, aber bei mir ist es ja nur ein Nebengewerbe…

Was ist eigentlich, wenn ich ein gebrauchtes Fahrzeug für die Vermietung von „Privat“ gekauft habe, also ohne ausgewiesene Mehrwertsteuer?

Fragen über Fragen…

Aber schon mal vielen Dank im Voraus und für´s Lesen.

MfG

Antwort von

Entschuldigung, es sind einfach zu viele Fragen auf einmal, so dass sich zunächst nur auf das System der Umsatzsteuer eingehe. Alle anderen Fragen bitte mit einem Steuerberater klären, da es sich hier eindeutig um eine steuerliche Beratung handelt. Sie darf ich nicht geben und will es auch nicht. Auch ein Existenzgründerseminar ist bestimmt nicht falsch investierte Zeit.

zum Umsatzsteuersystem:

zunächst wobei sich auf einen bereits bestehenden Artikel zu diesem Thema in unserem Magazin. Bitte einfach mal lesen:

So berechnen Sie die Umsatzsteuer oder Mehrwertsteuer nach brutto oder netto

Wann muss ich eine Umsatzsteuererklärung abgeben? FAQ 20

Nun meine Erläuterungen zum deutschen Umsatzsteuersystem:

unser Umsatzsteuersystem heißt genau: " Netto-Allphasen Umsatzsteuersystem mit Vorsteuerabzug" warum das so heißt, werden wir in einem der nächsten Artikel erklären. Also mal wieder rein schauen.

wenn Du als Kleinunternehmer nicht umsatzsteuerpflichtig bist (eben nach der Kleinunternehmerregelung Paragraph 19 des Umsatzsteuergesetzes arbeitest), so hast du richtig erkannt, dass dann keine Umsatzsteuer auf deine Umsätze abführen muss, gleichzeitig aber auch keine Vorsteuer auf deinen Wareneinkaufs erstattet bekommst.

Umsatzsteuer = 19% beim Verkauf
Vorsteuer = 19% beim Einkauf

im Volksmund:
Umsatzsteuer = Vorsteuer = Mehrwertsteuer

Hier noch eine gute Präsentation zum Thema: Umsatzsteuersystem in Deutschland.

Weiter mit den Ausführungen:

Wenn Sie nun keine Vorsteuer ziehen können, dann eine entsprechende Gewinnaufschlag dem Einkaufswert hinzu kalkulieren, dann hat das Finanzamt erst einmal durch den ersten Verkauf 19 % Umsatzsteuer eingenommen. Muss diese allerdings nicht an sie auszahlen, da sie ja nicht vorsteuerabzugberechtigt sind. Wenn Sie das Produkt weiterverkaufen, berechnen sie allerdings keine Umsatzsteuer auf das zu verkaufen nur Produkt. Somit hat das Finanzamt auch nur einmal Umsatzsteuer eingenommen, nicht zweimal.

Es ist in der Tat sehr wichtig, gerade als nicht umsatzsteuerpflichtiger Kleinunternehmer zu kalkulieren. Die Gewinnspanne kein variieren, wenn man ein nicht umsatzsteuerpflichtiger Privatpersonen verkauft oder vermietet oder wenn man einen umsatzsteuerpflichtiger (= vorsteuerabzugberechtigte) Unternehmer verkauft oder vermietet.

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