Frage von Dh. am 05.06.12

Gewerblicher Ankauf von Sammlungen - Ankaufsbeleg und Inventarliste?

Guten Abend,

ich prüfe derzeit Möglichkeiten im Rahmen der Kleinunternehmerregelung (vorerst) ein An- und Verkaufgewerbe zu gründen.

Auf die eigentliche Geschäftsidee sowie die tatsächlichen Produkte möchte ich nicht weiter eingehen, daher versuche ich meine Problemstellung anhand einem vereinfachten Beispiel darzustellen.

 

Annahme:

Ankauf von DVD Sammlungen - Verkauf der einzelnen DVDs

 

Problemstellung 1:

Der Ankauf der Sammlungen erfolgt hauptsächlich über das Internet (z.B. Gebrauchtwarenbörsen, o.ä.) und wird via E-Mail initiert, verhandelt und auch abgeschlossen. Anschließend wird das Geld überwiesen. Ein förmlicher Ankaufsbeleg wird nicht immer oder gar selten einzufordern sein, da die Verkäufer diesen "Aufwand" nicht betreiben wollen, keinen Drucker haben oder ggf Bedenken bzgl Transparenz vor dem Finanzamt äußern.

Wie kann man diese Ankäufe dennoch als Ausgabe plausibel vor dem Finanzamt darlegen.

Ist es möglich den Mailverkehr zu jeder Transaktion zzgl. der entsprechenden Überweisung (Kontoauszug) abzuheften und damit die Ausgaben zu belegen?

 

Problemstellung 2:

Bei dem Ankauf von z.B. 100 DVDs kann es immer möglich sein, dass z.B. 10 davon defekt und nicht verkaufbar sind oder der Verkäufer sich verzählt hat und ich nur 95 Stück erhalte. Das würde bei mir nicht schwer ins Gewicht fallen - dennoch frage ich mich:

Wann bin ich verpflichte eine exakte Inventarliste mit Warenein- und ausgängen zu führen? Ist das abhängig von der Unternehmensform, von Umsätzen oder Gewinnen?

Ohne Inventarliste stelle ich mir die grundsätzliche Abwicklung sehr einfach vor. Ankauf der Sammlung, Verkauf der einzelnen DVDs und fertig - ein Schwund / Beschädigung / Fehlen von DVDs wird nicht dokumentiert, da ich letztendlich nur Einnahmen und Ausgaben habe.

Antwort von

Hallo Selidor,

ohne jetzt weiter auf Ihr Vorhaben einzugehen beantworte ich Ihnen einfach mal nur die beiden Fragen, empfehle Ihnen jedoch gleichzeitig sich mal mit einem Steuerberater zusammenzusetzen.

zu Problem 1: Da geb ich Ihnen erstmal unseren Link zum Thema Email-Archivierung www.gruenderlexikon.de/serie/e-mail-archivierung-ein-immer-wichtigeres-thema-fur-unternehmen

und empfehle Ihnen erstmal diese Serie zu lesen.

Was den "Aufwand" Ihrer Verkäufer angeht und eine Lösung: Wenn es sich um private Verkäufer handelt, es gibt die Quittung als Belege. Die ist schnell ausgefühlt und abgeschickt. Lesen Sie dazu auch folgenden Beitrag www.betriebsausgabe.de

zu Problem 2: Zur Inventur sind Kaufleute verpflichtet. Ob Sie Kaufmann sind bzw. ab wann Sie es werden, wird hier sehr gut erklärt: Kaufmann oder Gewerbetreibender, Unternehmen oder Firma, welcher Firmenname ist der richtige? FAQ 13

Meine Meinung: Ich denke es schadet je nach Fall auch dem Nichtkaufmann nicht, eine Inventur zu machen und das Inventar aufzustellen. Allein schon für Ihre eigenen Zahlen.

Hoffe, dass hilft Ihnen weiter.

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